FaceApp: Datenschützer warnen vor der gehypten App

Die FaceApp-Challenge ist der neueste digitale Hype. Doch Datenschützern warnen vor der App. 

Die FaceApp gehört momentan zu den beliebtesten Apps Deutschlands

In den letzten Tagen kursieren immer wieder Fotos in den sozialen Medien, die Menschen stark gealtert zeigen. Diese Bilder werden mithilfe von FaceApp produziert. Und auch die Stars schrecken davor nicht zurück. Jamie Foxx, 51, David Guetta, 51, Sam Smith, 27, die Jonas Brothers und viele weitere haben sich in Rekordzeit um Jahre älter werden lassen. Datenschützer warnen allerdings vor der App, denn sie birgt womöglich ein hohes Sicherheitsrisiko. Die Bilder werden nämlich zunächst auf einen Server des Herstellers geladen. Was danach mit den eigenen Daten passiert, ist unklar.

Experten warnen: FaceApp speichert viele Daten

Die FaceApp arbeitet mit einem Filter, der laut Herstellerangaben Gesichtsmerkmale erkennt und verfremdet. Man kann sich aber nicht nur altern lassen. Eine Verjüngungskur oder Geschlechtsumwandlung ist mit der App ebenso möglich. Entwickelt wurde die FaceApp tatsächlich von einer russischen Firma namens Wireless Lab aus Sankt Petersburg. Die Datenschutzerklärung und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Gesichtsmanipulations-Software räumen den Machern weitreichende Rechte ein. 

So können Fotos auch für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Außerdem werden eine Menge Daten der Nutzer erhoben, unter anderem Angaben zur IP-Adresse, der Benutzername, Standort oder das Profilfoto. Deutsche Datensicherheitsexperten warnen vor der Benutzung der App. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sagt bei "SWR Aktuell", es gebe Besorgnis, "dass wichtige persönliche Daten in die falschen Hände geraten könnten." Er mahnt die Nutzer von FaceApp zu besonderer Vorsicht: "Hier übergeben Sie also ein Foto von sich oder anderen, das biometrisch auswertbar ist, Ihnen also zugeordnet werden kann, an eine dritte, nicht bekannte Person."

Macher von FaceApp reagieren

Aufgrund der vielen Bedenken wegen des Datenschutzes fühlten sich die Macher der App kürzlich genötigt, ein Statement dazu abzugeben, das auf "techcrunch.com" veröffentlicht wurde. Darin geben sie Entwarnung: "Die meisten Bilder werden innerhalb von 48 Stunden nach dem Upload-Datum von unseren Servern gelöscht. Wir akzeptieren Anfragen von Benutzern, alle ihre Daten von unseren Servern zu entfernen. Unser Support-Team ist derzeit überlastet, aber diese Anfragen haben unsere Priorität." Zudem beteuert er, dass keine Nutzerdaten weitergegeben werden. 

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Obwohl sich das Kernteam für Forschung und Entwicklung in Russland befinde, würden die Benutzerdaten nicht nach Russland übertragen. Auf Nachfrage von "Forbes"-Reporter Thomas Brewster wurde vom FaceApp-CEO mitgeteilt, dass die Bilder stattdessen auf Amazon- und Google-Servern landen - vor allem in den USA, aber auch in Singapur und Irland.

Verwendete Quelle: Welt, SpotOn

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