Forschern gelingt Durchbruch: Die Menschheit sieht erstmals ein Schwarzes Loch

Astronomen gelang eine Sensation: Sie fotografierten das erste Mal in der Geschichte ein Schwarzes Loch. Dieser Durchbruch ist einem Superteleskop zu verdanken

Im April 2019 bekam die Menschheit das erste Foto eines Schwarzen Lochs zu Gesicht. 

Am Mittwoch, den 10. April 2019, bekam die Menschheit etwas zu sehen, was sie bislang noch nie zu Gesicht bekommen hat: ein Schwarzes Loch. Niemals zuvor konnte das Phänomen tatsächlich aufgenommen werden, alle dazu existierenden Bilder waren simuliert. Bis jetzt.

Forscher präsentierten das Bild auf sechs Pressekonferenzen

Auf sechs Pressekonferenzen - in Brüssel, Washington, Santiago de Chile, Tokio, Taipeh und Shanghai - konnten Forscher um 15:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit das erste richtige Foto eines Schwarzen Loches präsentieren. Rund 200 Wissenschaftler aus 14 Instituten arbeiteten für diese Aufnahme zusammen. Ein historischer Moment für die Astronomie, denn aufgrund ihrer starken Gravitation verschlucken Schwarze Löcher Licht - was sie praktisch unsichtbar macht. 

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©Gala

"Event Horizon Telescope"-Direktor Sheperd Doeleman präsentiert das historische Bild in Wahsington. 

Mithilfe des Radioteleskopnetzwerks "Event Horizon Telescope" (EHT) vom April 2017 gelang es dem Team nun aber, das Foto zusammen zu stellen. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Foto, sondern um ein zusammen gefügtes Bild zahlreicher Aufnahmen. Getätigt wurden diese von acht Riesenteleskopen, die unter anderem in Spanien, Chile und am Südpol positioniert sind. Zum Verständnis: Jede Schüssel der Teleskope ist etwa so groß wie ein Fußballfeld. 

Schwarzes Loch befindet sich in der Riesengalaxie M87

Kleinere Gerätschaften könnten die Weite nicht erfassen, immerhin befindet sich das fotografierte Schwarze Loch, das in der Riesengalaxie M87 zu verorten ist, etwa 55 Millionen Lichtjahre von unserer Erde entfernt. Trotzdem ist es auf dem Bild klar zu erkennen: Die Aufnahme zeigt einen dunklen Kreis, der von einem orange-roten Lichtring umschlossen wird. Dass dieser für uns sichtbar ist, obwohl Schwarze Löcher alles verschlucken, liegt an einer Wechselwirkung zwischen dem Loch und der Materie in der unmittelbaren Umgebung. Diese findet im sogenannten Ereignishorizont statt, der die Grenze des "Massemonsters" markiert, und kann so von uns Menschen beobachtet werden. 

Die Wissenschaft ist begeistert

Dass dieses Phänomen nun visualisiert wurde, stützt Albert Einsteins Relativitätstheorie. "Wenn wir in eine helle Region eintauchen, wie eine Scheibe aus glühendem Gas, erwarten wir, dass ein Schwarzes Loch eine dunkle Region ähnlich einem Schatten erzeugt - etwas, das durch Einsteins allgemeine Relativitätstheorie vorhergesagt wird, aber wir noch nie zuvor gesehen haben", so die Erklärung von Heino Falcke, EHT-Wissenschaftsrat von der niederländischen Radboud University. Das bestätigt auch Luciano Rezzolla von der Frankfurter Goethe-Universität: "Ich hätte nie gedacht, dass das Bild so gut mit den Theorien übereinstimmen würde." Nun rätselt die Welt bereits, ob das Forscher-Team sich mit diesem Bild für den Nobelpreis qualifiziert. Albert Einstein erhielt seinen im Jahre 1922, ob nun die Weiterführung seiner Theorie ebenfalls von dem Komitee gewürdigt wird, bleibt abzuwarten. 

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Verwendete Quellen: Spiegel, FAZ, Zeit, Welt, GEO, Bild, NTV



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