Der erste Fall seit 1815: Norwegerin stirbt nach Welpen-Rettung an Tollwut

An Tollwut hätte Birgitte Kallestad wohl als Letztes gedacht, als sie im Urlaub einen Welpen rettete. Doch genau daran verstarb die Norwegerin einige Wochen später

Birgitte Kallested

Die Norwegerin Birgitte Kallestad nahm sich im Urlaub auf den Philippinen einem jungen Straßenhund an. Während einer Tour mit Mopeds sah sie den verwahrlosten Welpen am Straßenrand kauern und beschloss, sich um ihn zu kümmern. Ein Fehler, denn diese Tierliebe sollte ein tödliches Ende nehmen.

Der Welpe fügte Birgitte Kallestad kleine Kratzer zu

Wie Birgittes Eltern in einem offenen Brief an die norwegische Presse mitteilte, habe die 24-Jährige den Hund mit nach Hause genommen, ihn gewaschen und aufgepäppelt. Schnell sei es dem Tier besser gegangen, so der Brief, der auch "Bild" vorliegt. Je fitter der kleine Hund wieder wurde, desto wilder wurde er auch. Immer mal wieder habe er nach Birgitte und den anderen Mitbewohnern geschnappt und ihnen kleine Kratzer hinzugefügt.

Niemand dachte an Tollwut

Nichts allzu Wildes, dachte sich Birgitte, und behandelte die kleinen Wunden nur oberflächlich. Als sie wieder zu Hause im norwegischen Ort Fjell ankam und die Krankheit einige Wochen später ausbrach, hatte sie die Verletzungen schon längst vergessen. "Als sie wieder in Norwegen war, wurde sie krank. Keiner verband die Krankheit mit den Kratzern. Trotzdem wurde die Krankheit wurde immer schlimmer, und die Ärzte versuchten, die Ursache zu finden. Ein Arzt tippte schließlich auf Tollwut. Niemand in der Reisegruppe war geimpft", so schreiben es Birgittes Eltern.

Welche Symptome die Norwegerin nach Ausbruch der Krankheit aufzeigte, ist nicht bekannt. Den Ärzten kam der Verdacht auf Tollwut jedoch erst, als es schon längst zu spät war. Denn sobald die Krankheit tatsächlich ausbricht, gibt es keine Chance mehr auf Heilung. Zudem konnten sich die Ärzte auf kaum ähnliche Fälle beziehen: Der letzte Todesfall, der in Norwegen auf Tollwut zurückzuführen ist, wurde im Jahr 1815 verzeichnet. Generell gelten in Europa viele Länder als tollwutfrei, darunter auch Deutschland, die Schweiz, Italien, die Niederlande, Belgien und Frankreich.

Birgittes Eltern fordern jetzt mehr Impf-Aufklärung

Weil daher viele Menschen die Tollwut-Gefahr in anderen Ländern unterschätzen, machen sich Birgittes Eltern jetzt für die Impfung gegen die tödliche Krankheit stark. "Die Tollwut-Impfung steht nicht auf der Impfliste, die Reisenden in diesem Land empfohlen wird. Unsere geliebte Birgitte liebte Tiere. Wir haben Angst, dass das jemandem passiert, der auch so warmherzig ist. Wir wollen, dass die Tollwut-Impfung überall dort empfohlen wird, wo es Tollwut gibt, und dass die Leute auf die Gefahr aufmerksam werden. Liebe Grüße von der Familie."

Was sind die Symptome von Tollwut?

Wer sich mit Tollwut infiziert hat, der leidet im ersten Stadium der Krankheit vermehrt an Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Auch Brennen, Jucken und Schmerzempfindlichkeit rund um die Bisswunde können Symptome sein, so schreibt es das "Robert-Koch-Institut". Im nächsten Schritt können Erkrankte eine Hydrophobie, also Angst vor Wasser, entwickeln. Diese Panik geht soweit, dass sie sich vor dem Schlucken ihres eigenen Speichels fürchten können. Die Folgen dieser Angst sind Unruhe, das Ausfließen von Speichel sowie Krampfanfälle. Zudem erfolgen im weiteren Verlauf der Krankheit Lähmungserscheinungen, die auch die Atemmuskulatur betreffen. Der Tod tritt in der Regel dann ein, wenn der Patient im Koma liegt. Zumeist ist dieser auf eine Lähmung der Atem- oder Herzmuskeln zurückzuführen. 

Gesundheits-Risiko

So gefährlich sind Wattestäbchen

Gesundheits-Risiko: So gefährlich sind Wattestäbchen
Es wird immer wieder darüber berichtet, dass die Benutzung von Wattestäbchen gefährlich ist, doch dieser Mann kann wirklich davon berichten. Durch eine Entzündung entkam er nur knapp dem Tod. Seine Außenohrentzündung war so weit fortgeschritten, dass sie fast zu einer Meningitis führte ...
©Gala

Verwendete Quellen: Bild, Focus, Robert-Koch-Institut, Facebook

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche