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Entsetzen in München DB-Kontrolleure zerren Schwarzfahrer aggressiv aus der Bahn

Was geschah in der Bahn? 
Was geschah in der Bahn? 
© Getty Images
Was denken sie eigentlich, wer sie sind? Ein Video kursiert im Netz, das zeigt, wie rabiat DB-Kontrolleure in München gegen einen Schwarzfahrer vorgingen 

Schwarzfahrer wird brutal rausgezerrt

Als die freie Journalistin Natalija Miletic am Dienstagnachmittag in der Münchener S-Bahnlinie S8 in die Innenstadt fährt, glaubt sie ihren Augen nicht. Vor allen anderen Passagieren packen zwei DB-Sicherheitsmänner einen Mann, der sich an einer Stange festhält. Ein Sicherheitsmann hält seinen Hals rabiat fest, während der zweite versucht, seine Hände von der Stange zu lösen. "Ihr solltet euch schämen, das ist Rassismus", sagt jemand im Hintergrund. Bei dem Mann handelt es sich um einen dunkelhäutigen, einen 48-jährigen Nigerianer, wie sich später herausstellt.

Als den Sicherheitskräften gelingt, den Mann von der Stange zu lösen, zerren sie ihn aus der Bahn, doch damit endet die Szene nicht. Vor der Tür werfen die DB-Mitarbeiter den Mann auf den Boden, einer setzt sich auf ihn. Die anderen Passagiere blicken fassungslos auf das Geschehen. Der Nigerianer sagt während dem Übergriff kein Wort 

Was ist passiert?

Unklar ist derweil, wie es zu der Eskalation kam. Gewiss ist nur, dass kurz zuvor eine Fahrkartenkontrolle stattgefunden hatte und das Opfer keine Fahrkarte bei sich trug. In der "Huffington Post" schreibt Natalija Miletic, der Mann sei erwischt worden und die Sicherheitskräfte ihrem Job nachgegangen, allerdings "von Anfang an rabiater als gewöhnlich", während der 48-Jährige aber ruhig blieb. Schließlich wollten sie von ihm wissen, wie viel Bargeld er bei sich trug. 9 Euro hatte er dabei, die die DB-Sicherheitskräfte ihm als Vorkasse abnahmen. Dann soll der Mann erklärt haben, dass er die 9 Euro brauche, aber darauf seien sie nicht eingegangen und hätten ihm an der Haltestelle Leuchtenbergring gesagt, er müsse die Bahn verlassen. Laut Miletic sei das Vorgehen ab dem Zeitpunkt "einfach nur brutal" gewesen. 

Deutsche Bahn reagiert auf den Vorfall

Nachdem das Video viral ging, äußerte sich die Deutsche Bahn in einem Statement zu dem Vorfall. Der Mann sei aggressiv gewesen und habe sich geweigert, seine Personalien vorzuzeigen. Dem widerspricht die Journalistin Miletic, die das Video filmte und online stellte. Die Sicherheitsleute seien gezwungen gewesen, körperlichen Zwang anzuwenden. Auch die Rassismus-Vorwürfe weist der Sprecher Achim Stauss zurück und betont, dass die Bahn gegen jede Form von Gewalt sei. 

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht dringend Hinweise.