Hilft ein Cent pro Tüte?: Bioladen will mit Porno-Werbung auf Plastiktüten abschrecken

Aldi nimmt ab diesem Sommer einen Cent für die Plastiktüten, in die Kunden ihr Obst und Gemüse packen. Ein Bioladen in Kanada geht einen ganz anderen Weg, um seine Kunden vom Kauf der Tüten abzuhalten

Plastiktüten stehen in der Kritik

Ein Tropfen auf dem heißen Stein oder der nächste Schritt in die richtige Richtung? Darüber streiten sich Käufer und Nicht-Käufer von Aldi gleichermaßen. Denn schon ab diese Sommer schafft das Unternehmen seine kostenlosen Plastiktüten für Obst und Gemüse ab und ersetzt sie durch Bioplastiktüten, die kostenpflichtig sind. 

Aldi nimmt einen Cent für Obst- und Gemüsetüten

 Fortan kosten die sogenannten Knoten- oder Hemdchentüten einen Cent, werden aus einem nachwachsenden Rohstoff, der bei der Produktion von Zuckerrohr anfällt, gefertigt. Ab Herbst soll es dann auch wiederverwendbare Netze zu kaufen geben, die den Plastikkonsum weiter einschränken sollen. 

Für eine bessere Welt

Royals beim Umweltschutz

Prinzessin Victoria und Prinzessin Estelle beteiligen sich am "World Cleanup Day" und sammeln auf der Insel Djurgården und im Hagapark fleißig Müll. 
Zusammen mit der Umweltschutzorganisation WWF taucht Prinz Haakon nach Plastikmüll.
Königin Máxima eröffnet in Beltrum eine Bio-Aufbereitungsanlage für Mineralstoffe.
Königin Sofia von Spanien informiert sich an Bord des Expeditionsschiffs "Toftevaag" über Ozeanmüll im Rahmen des Libera Projek​ts in Palma de Mallorca. 

32

Die Aktion löst auch Kritik aus

Doch bei all den guten Nachrichten sieht sich das Unternehmen auch Kritik ausgesetzt. Bei Twitter mehren sich die Stimmen, die dahinter einen Marketinggag vermuten und den Preis deutlich zu niedrig finden. Nicht nur Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace finden einen Cent zu gering angesetzt. Viele fordern deutlichere Maßnahmen, etwa einen Stückpreis von 50 Cent bis 1 Euro oder die direkte Abschaffung der Tüten.

So schreibt ein User spöttisch: "Aldi verlangt künftig 1 Cent für Obsttütchen. Beim Umweltschutz ziehen halt viele mit. Bald werden wahrscheinlich auch noch Atomreaktoren 2 Euro teurer." Und die bekannte Satiresendung des ZDF "heute show" kommentiert bissig: "Bei Lidl werden in dieser Sekunde bereits die Plakate für eine „2 Tüten für 1 Cent“-Aktion erstellt." Wie die Umstellung bei den Kunden in den Geschäften ankommen wird und ob sich durch den Cent wirklich etwas bewegen lässt, wird die Zeit zeigen müssen.

In Kanada drucken sie Porno-Werbung auf ihre Tüten

Ähnlich wie die Ein-Cent-Tüten von Aldi sorgt in Kanada, genauer gesagt in Vancouver, eine ganz andersgeartete Aktion für Aufsehen, die Kunden vom Kauf unnötiger Plastiktüten abhalten soll. Der Bioladen "East West Market" setzt dabei auf das Schamgefühl seiner Kunden. Kurzerhand ließ David Lee Kwen, Inhaber des Geschäfts, peinliche Werbung auf die Tüten drucken. Die drei Designs suggerieren, man habe eine Vorliebe für Pornofilme oder kümmere sich wahlweise ausgiebig um die Pflege seines Dickdarms oder um ein Warzenproblem. Und wer möchte damit schon groß hausieren gehen? Leider so einige. Denn die Tüte hat inzwischen einen gewissen Kultstatus erreicht. 

It’s hard to always remember a reusable bag. We redesigned our plastic bags to help you never forget again.

Gepostet von East West Market am Donnerstag, 6. Juni 2019

Sinn verfehlt?

Kein Problem für Ideengeber Kwen. Gegenüber der britischen Tageszeitung "The Guardian" erklärt er: "Wir wollten unseren Kunden etwas Humorvolles bieten, aber auch etwas, worüber sie gleichzeitig nachdenken. Einige unserer Kunden wollen die Tüten jetzt sammeln, weil sie die Idee lieben. Selbst wenn du solch eine Tüte besitzt, musst du deinen Freunden immer noch die Herkunft erklären. Und damit haben wir ein Gespräch gestartet." 

Die Stückzahl ist übrigens limitiert. Zumal Kanada ab 2021 sowieso jegliches Einwegplastik verbietet. 

Umweltschutz

Dieses Bakterium soll Plastikmüll einfach entsorgen

Plastikmüll
Die Lösung all unserer Müllprobleme scheint gefunden. Doch ist das Unterfangen auch wirklich ungefährlich?
©Gala

Verwendete Quellen: Twitter, Aldi, Welt, The Guardian, Facebook

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche