Ernüchterndes Urteil: Sind Bio-Eier gesünder? "Nicht unbedingt", sagt Öko-Test

Hühnereier sind in den vergangen Jahren immer wieder Gegenstand von Lebensmittelskandalen geworden. Auch das Verbrauchermagazin "Öko-Test" fällt ein vernichtendes Urteil

"Öko-Test" fällt ernüchterndes über zahlreiche Eier-Betriebe.

Wer Hühnereier einkauft, dem stehen heutzutage zahlreiche Alternativen zur Verfügung. Ob Bodenhaltung, Freilandhaltung oder Bio-Eier – der Verbraucher hat die Qual der Wahl. Doch die große Auswahl könnte nun vom Magazin "Öko-Test" deutlich geschmälert werden: Nur wenige Marken bestanden den Test.

In 15 von 20 Betrieben werden Küken getötet

Das Verbrauchermagazin testete 20 verschiedene Eier aus Bio-, Boden- und Freilandhaltung hinsichtlich Schadstoffbelastung, Tierwohl, Haltung und Transparenz – mit einem unschönen Ergebnis. Nur vier Produkte konnten als "sehr gut" oder "gut" ausgewiesen werden. Diese seien, so das Magazin auf seiner Website, allesamt Bio. Trotzdem fand "Öko-Test" auch bei anderen biologischen Eiern eklatante Mängel, was vor allem den Umgang mit männlichen Küken betrifft. Denn in 15 von den 20 getesteten Betrieben werden die männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Das traurige Fazit des Tests daher: Für zwei Drittel der Hühnereier mussten Küken sterben. 

Nur ein Produkt fällt wegen Schadstoffen durch

Das Wohl der Tiere war aber nicht das einzige Kriterium des Tests: Die Eier wurden zudem in Laboren auf Salmonellen, Fipronil und Dioxine getestet. Bei letzterem fiel lediglich ein Produkt durch: die "GutBio 6 frische Bio-Eier" von Aldi Nord. "Sie schöpfen den gesetzlichen Grenzwert für Dioxine zu mehr als 50 Prozent aus", lautet die Erklärung von "Öko-Test". Kaufdatum der getesteten Eier war Januar 2019. 

Verbraucher können sich informieren

Weiter sei auch die Hühnerhaltung oftmals problematisch. Die Hennen hätten oftmals nicht nur zu wenig Platz, sondern müssen häufig auch auf ihre Sandbäder verzichten. Zudem seien bei drei Betrieben keinerlei Auslaufmöglichkeiten für die Tiere gegeben. Punktabzug, lautet das "Öko-Test"-Urteil. Insgesamt fünf Betriebe mussten die Bewertung "mangelhaft" hinnehmen, darunter auch Produkte von Aldi Nord und Aldi Süd sowie von Lidl. 

Wer beim Eierkauf auf das Wohl der Tiere achten möchte, der kann auf Produkte der Bruderhahn-Initiative zurückgreifen. Verkaufsstellen dieser Eier finden Sie hier. Außerdem liefert die Website was-steht-auf-dem-ei.de Informationen über die jeweilige Legebatterie. 

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©Gala

Verwendete Quellen: oekotest.de


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