Zurückgeben oder behalten?: Das Geldbörsenexperiment und sein überraschendes Ergebnis

Wer eine Geldbörse findet, hat die Wahl: Im Fundbüro (oder am Fundort) abgeben oder den Geldbetrag entnehmen und einstecken. Forscher wollten weltweit wissen, wie die Leute sich entscheiden – und haben Erstaunliches herausgefunden

Symbolbild

So schlecht ist die Menschheit dann also doch nicht! Während wir tagtäglich von den Verfehlungen unserer Mitbürger lesen, hören oder sehen, gibt es nun endlich mal wieder ein Beispiel, dass in vielen von uns ein guter Kern steckt. Dafür musste ausgerechnet die Wissenschaft herhalten. Und diese fand bei einem "Geldbörsenexperiment" heraus, dass wir viel ehrlicher sind, als wir uns selbst einschätzen.

Gefundene Geldbörse zurückgeben oder Geld einstecken?

Dafür gaben Helfer der Wissenschaftler aus den USA und der Schweiz in 355 Städten in 40 Ländern weltweit rund 17.000 vermeintlich verlorene und gefundene Geldbörsen u.a. bei Behörden, Kinos, Hotelrezeptionen oder Polizeiwachen ab. Die Brieftaschen hatten unterschiedliche Inhalte, doch immer befand sich darin ein Hinweis auf den ursprünglichen Besitzer. Ansonsten wurden die Fundstücke mit unterschiedlich viel Geld, Kreditkarten, aber auch mal mit Schlüsseln ausgestattet. Die Frage stellte sich: Werden Geldbörsen mit mehr oder weniger Geld abgegeben. Allgemein gesprochen: Was beeinflusst die Rückkehr zum Besitzer positiv? 

Das Experiment ergab Erstaunliches

Um eines der Ergebnisse direkt vorwegzunehmen: Je mehr Geld sich in einem Portemonnaie befand, desto häufiger fand es den Weg zurück zu seinem Besitzer. Überrascht? Da sind Sie nicht die Einzige oder der Einzige! Denn ein zweiter Forschungsbereich ging auf die Frage ein: Wie beurteilen wir uns Menschen gegenseitig? Wie schätzen wir die Ehrlichkeit ein? Die allgemeine Aussage: Je mehr Geld sich in dem Portemonnaie befindet, desto geringer schätzten die 299 befragten Personen die Wahrscheinlichkeit ein, dass der Besitzer sein Hab und Gut wiederbekommt. 

Die Ergebnisse der Studie verblüffen

Ohnehin ergab die Studie, dass es mit der Ehrlichkeit der Menschen doch weitaus bessergestellt ist, als man annehmen möchte. Alain Cohn, Michel André Maréchal, David Tannenbaum und Christian Lukas Zünd stellten ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Science" vor und berichten: "Unser staatenübergreifendes Experiment ergab ein bemerkenswert konsistentes Ergebnis: Bürger waren überwältigend häufiger bereit, die verlorenen Geldbörsen mit Geld zu melden als jene ohne Geld."

Auch den Grund für dieses Verhalten konnten die Wissenschaftler durch weitere Untersuchungen ermitteln: Demnach sähen sich die Leute, je mehr Geld in den Börsen zu finden war, eher als Dieb an. Ein Selbstbild, das die überwiegende Mehrheit anscheinend vermeiden möchte. 

Fun Fact: Wie die "Welt" berichtet, sind unter anderem Geldbörsen nicht wieder aufgetaucht, die in zwei Korruptionsbehörden abgegeben wurden. Kein Kommentar!

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Verwendete Quellen: Science, Welt

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