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Wie kann das sein? Darum soll Wasser mit Kohlensäure dick machen

Wasser mit Kohlensäure soll dick machen. Das hat eine Studie jetzt herausgefunden.
Wasser mit Kohlensäure soll dick machen. Das hat eine Studie jetzt herausgefunden.
© Getty Images
Eine Studie hat herausgefunden, dass Sprudelwasser uns dazu bringt, mehr zu essen. Aber warum ist das so?

Immer wieder sind Ernährungsexperten auf der Suche nach den Ursachen fürs Dickwerden. Softdrinks, zu wenig Bewegung, unregelmäßiges Essen oder zu viel Fast Food - das alles könnten die Gründe sein. Doch nun soll es laut einer Studie einen neuen Bösewicht unter den Dickmachern geben: Sprudelwasser.

Das Hungerhormon steigt

Die Studie von Wissenschaftlern der Universität Bir Zait (Westjordanland) wurde in der Fachzeitschrift "Obesity Research and Clinical Practice" veröffentlicht. Aus ihr geht hervor, dass Ratten, die kohlensäurehaltige Getränke bekamen, 20 Prozent mehr gegessen haben, als die, die keine Kohlensäure in ihren Getränken hatten. Außerdem zeigten die Tiere, die Sprudelwasser getrunken haben, Anzeichen chronischen Übergewichts, wie etwa erhöhte Leberfettwerte. Aber woran liegt das?

In der Studie wird die Gewichtszunahme und die gesteigerte Essensaufnahme dadurch erklärt, dass kohlensäurehaltige Getränke das Hormon Ghrelin beeinflussen. Das wird auch als das "Hungerhormon" bezeichnet. Ghrelin weckt unseren Hunger - aber dabei bleibt es nicht. Laut einer Studie von Rozita Anderberg von der Universität Göteburg stört das Hormon die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und macht impulsiver. Kurz gesagt: Wir greifen schneller zum Essen. 

Kohlensäure - ja oder nein?

Die Studie mit dem Sprudelwasser wurde übrigens auch an 20 Menschen getestet. Und auch hier stellten die Forscher fest, dass kohlensäurehaltige Getränke die Ghrelin-Produktion ankurbeln.

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings leider nicht, dass wir weniger essen würden als zuvor, wenn wir auf Sprudelwasser verzichten.

Kommen wir nun zur Frage aller Fragen: Dürfen wir nun Wasser mit Kohlensäure trinken?

Gegenüber "Munchies" sagte Susan Jebb, Professorin für Ernährung und Gesundheit an der University of Oxford: "Es wäre voreilig, Menschen mit Abnehmwunsch Ratschläge zu geben, die auf einer einzigen kleinen Studie basieren. Tipps fürs Abnehmen sollten auf gründlichen, kontrollierten Studien und nach einer vollständigen Auswertung der Ergebnisse erfolgen."

fde Gala

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