Dauerhafte Verhütung: Sterilisation der Frau oder Vasektomie des Mannes?

Die Sterilisation kann eine gute Verhütungsmethode sein. Allerdings ist sie endgültig. Was passiert im Körper von Frau und Mann, wenn die Fruchtbarkeit abhanden geht?

Die Vasektomie beim Mann und die Sterilisation der Frau haben Vor-und Nachteile.  

Nach der abgeschlossenen Familienplanung müssen sich Paare weiterhin mit Verhütung auseinandersetzen. Das tägliche Schlucken der Pille kann zur Last werden und auch andere hormonfreie Verhütungsmethoden sind mit Aufwand verbunden. Warum dann nicht den endgültigen Schritt wagen und sich für eine Sterilisation entscheiden? 

Sterilisation der Frau

Als Betroffene sollten Sie sich sehr sicher, dass ein aufkommender Kinderwunsch für Sie ausgeschlossen ist. Haben Sie sich einmal auf den Operationstisch gewagt, kann die Sterilisation nur selten rückgängig gemacht werden. Daher führen Mediziner eine Sterilisation in den meisten Fällen erst an Frauen ab dem 30. Lebensjahr durch. 

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Was passiert bei einer Sterilisation?

Der medizinische Fachausdruck des Eingriffs lautet bei Frauen Tubenligatur und findet unter Vollnarkose statt. Damit besteht - wie auch bei anderen Operationen - die Gefahr, dass umliegende Organe oder Nerven beschädigt werden können. Chirurgisch gibt es mehrere Möglichkeiten die Sterilisation durchzuführen. In den meisten Fällen wird aber mittels einer Bauchspiegelung gearbeitet. 
Dabei wird durch einen kleinen Schnitt in der Nähe des Bauchnabels ein dünnes Röhrchen mit Kamera in den Bauchraum eingebracht. Die operierenden Mediziner können mithilfe eines Monitors die Eileiter erfassen und auf zwei unterschiedliche Weisen verschließen. Entweder werden die Enden der getrennten Eileiter mittels Schwachstrom verschweißt oder mithilfe von Kunststoff- oder Metall-Clips getrennt. Dadurch können Samenzellen die Eileiter nicht mehr passieren, wodurch keine Befruchtung möglich ist. Die Operation selbst dauert 15 bis 30 Minuten und ist meist mit einem zweitägigen Krankenhausaufenthalt verbunden. 

Bei der Sterilisation werden die Eileiter der Frau abgetrennt. 

Wie sicher verhütet eine Sterilisation?

Eine chirurgische Sterilisation bei der Frau ist insgesamt eine sehr sichere Verhütungsmethode. Das bestätigt Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover, gegenüber GALA. Der Pearl Index wird mit 0,2 bis 0,5 angegeben. Bei dem Pearl-Index handelt es sich um ein Maß für die Zuverlässigkeit von Methoden zur Empfängnisverhütung. Je niedriger der Pearl Index ist, desto sicherer ist die Methode. In seltenen Fällen kann sich nach einer Sterilisation an dem verschlossenen Eileiter ein neuer Kanal bilden, wodurch die Fruchtbarkeit wiederhergestellt wird. In diesen Fällen erhöht sich durch eine Sterilisation das Risiko einer Eileiterschwangerschaft. Betroffene Frauen sollten dann umgehend ein Arzt aufsuchen.

Nach der Sterilisation: Verändern sich Periode und Libido?

Drei Monate nach dem Eingriff findet ein Kontrollbesuch beim Arzt statt. Die Frau hatte in der Zwischenzeit die Möglichkeit die Veränderungen in ihrem Körper wahrzunehmen. Dabei gilt: Jede Frau ist anders und reagiert daher auch individuell auf eine Sterilisation. Viele Frauen erleben gar keine hormonelle Veränderungen, wodurch sich auch ihrer Menstruation nicht verändert. In wenigen Fällen klagen Frauen über Schmier- oder Zwischenblutungen. 
Häufig bleibt auch die Libido unverändert. Einige Frauen haben sogar mehr Lust auf Sex mit ihrem Partner, weil sie sich mit der dauerhaften Verhütung keine Sorgen um eine mögliche Schwangerschaft machen müssen. 

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Kosten von Sterilisation und Vasektomie 

Die Kosten einer Sterilisation muss die Frau in der Regel selbst tragen. Eine Sterilisation kann durchaus in der Gesamtsumme 1000 Euro überschreiten. Wenn sich ein Mann für eine dauerhafte Verhütung entscheidet, spricht der Experte von einer Vasektomie. Diese Verhütungsmethode ist deutlich günstiger, als die Sterilisation des Mannes. Bei durchschnittlichen Kosten von 400 bis 600 Euro, lohnt es sich durch aus darüber nachzudenken, ob nicht der Partner die dauerhafte Verhütung bei sich durchführen sollte.

Vasektomie des Mannes

Die Vasektomie beim Mann bringt noch weitere Vorteile mit sich, weshalb in Deutschland mittlerweile 50.000 Operationen dieser Art im Jahr stattfinden.  "Die Vasektomie zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden und ist zudem hormonfrei," erklärt der Frauenarzt die Verhütungsmethode, die langsam an Beliebtheit gewinnt.

Was passiert bei einer Vasektomie?

Der ungefähr 30-minütige Eingriff erfolgt in den überwiegenden Fällen ambulant und unter einer örtlichen Betäubung. Häufig verwendet der Mediziner bei der Vasektomie nicht mal ein richtiges Skalpell, sondern ritzt die Haut mithilfe einer spitzen Klemme am Hoden nur an und spreizt sie dann auseinander. Dabei entsteht lediglich eine kleine Wunde von 0,5 Millimetern. Bei dieser Methode ist die Wahrscheinlichkeit von Schwellungen am Hodensack äußerst gering. Die beiden Samenleiter werden dann durch das entstandene winzige Loch ein Stück herausgezogen und durchtrennt. Die losen Enden der Samenleiter werden durch Abbinden, Hitze oder mit Titanclips verschlossen und in verschiedene Gewebeschichten des Hodensacks verlegt, damit sie nicht wieder zusammenwachsen. Der Mann braucht in der Regel zwei Tage, um sich vollständig zu erholen.

Keine Sorge, bei der Vasektomie hantiert der Mediziner nicht mit einer großen Schere. Die verbleibende Wunde der Operation hat nur eine minimale Größe.  

Wie sicher ist die Vasektomie? 

Der Pearl-Index bei einer Vasektomie beträgt 0,1. Statistisch gesehen wird innerhalb eines Jahres also nur eine von 1.000 Frauen trotz einer Vasektomie des Mannes schwanger. Damit zählt die Vasektomie zu den sichersten Verhütungsmethoden unserer Zeit. Allerdings dürfen Paare nicht direkt nach der Operation in die Laken springen.
Um zu prüfen, ob sich nach dem Eingriff noch befruchtungsfähige Spermien im Ejakulat finden, sind Nachuntersuchungen nötig. Bis der Mann sicher unfruchtbar ist, kann es etwas dauern, da sich auch nach der Vasektomie in den oberen Abschnitten der Samenleiter noch viele Spermien befinden. In der Regel braucht es 15 bis 20 Samenergüsse, bis eine unerwünschte Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann. Erst wenn der behandelnde Mediziner bestätigt, dass keine Spermien mehr vorhanden sind, kann das Paar auf weitere Verhütungsmittel verzichten.

Nach der Vasektomie: Hat der Mann noch Lust?

Die Fruchtbarkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der sexuellen Identität eines Mannes und Teil seiner psychosozialen Gesundheit. Es ist medizinisch belegt, dass der Eingriff selbst weder die sexuelle Lust noch die Erektionsfähigkeit beeinflusst. Allerdings kann er psychische Hemmungen hervorrufen, die eine Einschränkung der Sexualität hervorrufen können. Guter Sex kommt schließlich nicht aus der sexuellen Handlung an sich, sondern durch die Stimmung. Das bewusste Unfruchtbarsein kann die Stimmung des Mannes beeinflussen. Daher sollte sich im Vorfeld genau überlegt werden, ob die Vasektomie für den Betroffenen in Frage kommt.

Refertilisierung: Die Vasektomie rückgängig machen

Sollte ein Mann die Vasektomie bereuen, besteht die Möglichkeit der Rückoperation. Der Experte spricht dabei von einer Refertilisierung, wobei die durchtrennten Samenleiter wieder miteinander verbindet werden. Allerdings ist diese Rückoperation nicht in allen Fällen von Erfolg gekrönt und zudem mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Die Refertilisierung findet unter Vollnarkose statt und dauert zwei Stunden. Die Kosten von bis zu 3.000 Euro muss der Patient selbst tragen. Jeder zehnte Mann in Deutschland lässt den Vorgang wieder rückgängig machen. Meistens ist ein erneuter Kinderwunsch der Grund. 

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