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Kinderklinik schließt wegen Corona Patientenvater verheimlichte Reise in Risikogebiet

Die Reha-Klinik in Baden-Württemberg musste geschlossen werden. (Symbolbild)
Die Reha-Klinik in Baden-Württemberg musste geschlossen werden. (Symbolbild)
© Shutterstock
Weil der Vater eines Patienten verheimlichte, dass er in einem Coronavirus-Risikogebiet war (und sich ansteckte), musste eine Kinderklinik jetzt gänzlich geschlossen werden.

Während viele, wenn nicht sogar die meisten Nachrichten zum Coronavirus schockieren, gibt es hier und da Meldungen, die einen geradezu entsetzen. So auch diese:

Coronavirus: Vater eines Patienten sorgt für Klinik-Schließung

In der "Nachsorgeklinik Tannheim" in Baden-Württemberg mussten rund 160 junge Patienten und ihre Pflegekräfte in häusliche Quarantäne geschickt werden. Hier werden Kinder mit Krebs-, Herz und Mukoviszidoseerkrankungen betreut. Viele von ihnen erholen sich in der Einrichtung von Transplantationen - ihre Gesundheit steht somit auf wackeligen Beinen. Die Ansteckung mit dem Coronavirus könnte für sie fatal sein. 

Die Schließung der Reha-Klinik ist jedoch keine reine Vorsichtsmaßnahme, sondern möglicherweise für einige Patienten lebensnotwendig. Der Grund: Der Vater eines Patienten wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Zuvor hatte er bei einem Fragebogen, den die Klinik an die Familien ihrer Patienten ausgaben, angegeben, dass er sich in keinem Risikogebiet aufgehalten habe.

Die Kinder erholen sich zum Teil von Transplantationen

Eine Lüge, wie er später dem Pflegepersonal gegenüber eingestand. Beruflich sei er in Heinsberg gewesen; zwei Wochen später traten bei seinen zwei Kindern Symptome auf. Der Mann unterzog sich einem von der Klinik angeordneten Test. Dieser fiel positiv aus. Ein Schock für die Mitarbeiter und die Leitung der Klinik, aber auch für die betroffenen Familien.

Langeweile

Thomas Müller, einer der beiden Geschäftsführer, erzählt gegenüber "Bild": "Viele Familien sagten uns, dass sie sich hier so sicher gefühlt haben. Sicherer als zu Hause. Hätte der Mann unsere Maßnahmen ernst genommen, wären wir jetzt nicht in dieser Situation." 

Vater verheimlichte Reise in Risikogebiet

Der Coronapatient stünde, so berichte es Geschäftsführer Roland Wehrle, "unter Schock." Er habe befürchtet, man lehne die Behandlung seines Sohnes ab. Dennoch müsse die Klinik im Zweifelsfall, "sollten wir durch die wochenlange Klinikschließung in wirtschaftliche Schieflage geraten, (...) Schadenersatzansprüche gegen den Vater geltend machen. Der Schaden geht in die Hunderttausende!", so Wehrle.

Jetzt sollte es aber erst einmal darum gehen, dass es den Patienten gut geht und sie durch den Wegfall der stationären Klinikbetreuung keinen Schaden nehmen. Dies wäre ein Schaden, den man auch mit Hunderttausenden Euro nicht wieder gutmachen könnte.

Verwendete Quellen:Bild, RTL.de

jko Gala

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