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Wegen Coronavirus Mutter muss sich von ihrem todkranken Sohn trennen

In Zeiten des Coronavirus werden zur Sicherheit auch kranke Kinder von ihren Eltern getrennt. (Symbolbild)
In Zeiten des Coronavirus werden zur Sicherheit auch kranke Kinder von ihren Eltern getrennt. (Symbolbild)
© Shutterstock
Wegen der Corona-Krise müssen Menschen weltweit Opfer bringen. Ein besonders tragisches Schicksal ereilt die Britin Victoria Morrison. Sie darf nicht mehr zu ihrem todkranken Sohn.

Das Coronavirus bringt die Welt an ihre Grenzen, weltweit müssen die Menschen ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Seine Liebsten nicht mehr besuchen zu dürfen, ist hart. Doch das neuartige Virus gilt als hoch ansteckend und ist vor allem für ältere und kranke Menschen mit einem schwachen Immunsystem äußerst gefährlich.

Wegen Coronavirus: Victoria Morrison muss sich von ihrem Sohn trennen

Über ein besonders tragisches Schicksal berichtet die britische Zeitung "Mirror". Victoria Morrison, 30, aus Cheshunt, England, hat zwei Söhne: Kyle, acht, und Tyler, zwei. Kyle leidet an einem unheilbaren Hirntumor. Er gehört zu der besonders gefährdeten Gruppe des Coronavirus', sein Immunsystem ist schwach. Weil aktuell der Verdacht besteht, dass sich sein kleiner Bruder mit dem neuartigen Virus infiziert hat, muss sich Victoria Morrison schweren Herzens von ihrem kranken Sohn trennen. Die Ansteckungsgefahr ist zu hoch. So lebt der sterbenskranke Kyle aktuell bei seiner Großmutter, während sich die zweifache Mutter mit ihrem jüngeren Sohn in häuslicher Quarantäne befindet.

"Dieser Gedanke bricht mir das Herz"

Auch den Muttertag, der in Großbritannien am 22. März gefeiert wird, darf Victoria Morrison nicht mit ihrem kranken Sohn feiern. "Ich fürchte mich tatsächlich vor diesem Muttertag", sagt die 30-Jährige gegenüber "Mirror Online". "Weil ich jetzt darüber spreche, geht es mir gut, aber es könnte mein letzter Muttertag mit Kyle sein und dieser Gedanke bricht mir das Herz. Nein, er zerquetscht es buchstäblich."

Der Tag, der alles änderte

Am 11. September vergangenen Jahres setzte Victoria Morrison ihren Sohn Kyle an der Andrew-Lanes-Grundschule in Cheshunt, Hertfordshire, ab. Einige Stunden später erhielt sie einen aufgeregten Anruf von einem Mitarbeiter, der ihr sagte, sie müsse ihren Sohn sofort abholen. Als Morrison fünf Minuten später an der Schule ankam, wusste sie sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist. "Ich dachte: 'Kyle hatte einen Schlaganfall'", so Morrison. "Die rechte Seite seines Gesichts hing nach unten." 

Diagnose: Tödlicher Tumor

Obwohl es Kyle schon wenig später besser ging, waren die Ärzte skeptisch und behielten den Jungen für eine Nacht im Krankenhaus. Am nächsten Morgen musste er ins MRT, am Nachmittag waren die Ergebnisse da. "Ich wurde in den Raum gerufen und erhielt die Nachricht, dass er einen Tumor hat", erinnert sich Victoria Morrison. "Dabei war ich ziemlich stumpf. Ich wusste schon vorher, dass es entweder ein Schlaganfall, ein Hirntumor oder Blut im Gehirn sein würde. Ich sagte: 'Sagen Sie mir jetzt, welcher Tumor es ist' und der Arzt tat es." An diesem Tag erhielt sie die verheerende Diagnose: Kyle leidet an einem diffusen intrinsischen pontinen Gliom (DIPG).

Geringe Überlebenswahrscheinlichkeit

Das diffuse intrinsische pontine Gliom ist ein Tumor, der sich in der Mitte des Hirnstamms befindet. Der Hirnstamm ist der unterste Teil des Gehirns und verbindet das Großhirn mit dem Rückenmark. Er bündelt alle ankommenden Nervenstränge des Rückenmarks sowie wichtige Strukturen, die bei der Muskelkontrolle der Augen, des Gesichts und des Rachens beteiligt sind. Die Lebenserwartung von Kindern und Jugendlichen mit einem hochmalignen Gliom‎ ist trotz verbesserter Diagnose- und Behandlungsverfahren ungünstig, die Überlebenswahrscheinlichkeit (5-Jahres-Überlebensrate) liegt laut verschiedenen Berichten bei insgesamt etwa 10 bis 19 Prozent.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer

Bisher lebt Kyle seit sechs Monaten mit dem Tumor, es geht ihm überraschend gut. "Es geht ihm absolut fantastisch. Ich hatte erwartet, dass es ziemlich schnell bergab gehen würde, aber es geht ihm besser", so Morrison. Ein weiterer Hoffnungsschimmer: "Im Januar hatte er ein MRT und die Ärzte sagten, der Tumor sei geschrumpft." Trotzdem kann ihr niemand sagen, wie Kyles Lebenserwartung aussieht. "Einige haben acht bis 12 Monate gesagt. Ich habe das Gefühl, dass er es bis zu 12 Monaten schaffen wird", so die hoffnungsvolle Mutter. 

An Weihnachten besuchte Kyle den Weihnachtsmann

Obwohl Kyle nicht gesagt wurde, dass er unheilbar krank ist, wird er von vielen Menschen unterstützt. Dank großzügiger Spenden flogen Kyle, Tyler und Victoria Morrison sogar über Weihnachten nach Lappland. "Kyle konnte nicht verstehen, warum er all diese Geschenke bekam", erinnert sich Morrison. "Als wir im Flugzeug ankamen, saß ein großer aufblasbarer Weihnachtsmann auf seinem Sitz und im Hotel bekam er jeden Tag ein Geschenk. Der einzige Tag, an dem es ihm schlecht ging, war am Weihnachtstag, deswegen konnte er den Weihnachtsmann leider nicht treffen."

Verwendete Quellen:Mirror, innovativemedizin.de, kinderkrebsinfo.de, Weltgesundheitsorganisation

aen Gala

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