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Ren­dez­vous an dänischer Grenze Rentnerpaar trifft sich jeden Tag zum Kaffee trinken

Karsten Tüchsen Hansen (r.) und die Dänin Inga Rasmussen sitzen am deutsch-dänischen Grenzübergang. Wegen des Coronavirus ist dem Paar derzeit nicht erlaubt, sich zu besuchen.
Karsten Tüchsen Hansen (r.) und die Dänin Inga Rasmussen sitzen am deutsch-dänischen Grenzübergang. Wegen des Coronavirus ist dem Paar derzeit nicht erlaubt, sich zu besuchen.
© Frank Molter/dpa / Picture Alliance
Kaffeeklatsch trotz Coronakrise? Für Karsten Tüchsen Hansen und Inga Rasmussen kein Problem. Die beiden Rentner treffen sich täglich am deutsch-dänischen Grenzübergang.

Eine besondere Freundschaft in Zeiten von Corona: Karsten Tüchsen Hansen, 89, kommt aus Deutschland, Inga Rasmussen, 85, aus Dänemark. Das Problem? Die Grenze ist wegen des Coronavirus dicht, das Paar kann sich nicht mehr besuchen. 

Coronakrise: Kaffee, Kekse und Schnaps am dänischen Grenzübergang

Kein Grund, sich deswegen nicht mehr zu sehen. Seitdem die Grenzen geschlossen sind, trifft sich das Rentnerpärchen jeden Tag um 15 Uhr am Grenzübergang Aventoft. Hier trinken sie Kaffe und essen Kekse, manchmal gönnt sich Karsten Tüchsen Hansen auch einen kleinen Schnaps, wie der dänische Regionalsender "TV Syd" berichtet. Seine Freundin bleibt hingegen immer bei Kaffee, wie sie der Zeitung "Nordschleswiger" erzählt: "Schließlich muss ich noch Auto fahren." Hansen fährt hingegen immer mit dem Fahrrad: "Jeden Tag 60 Kilometer", sagt die Dänin – und das, obwohl der Witwer bald seinen 90. Geburtstag feiert.

In ihrem hohen Alter sind die Senioren außerdem zu richtigen Berühmtheiten geworden: Seitdem Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen das Paar vergangene Woche bei einer Fahrradtour getroffen hat, reißen sich Fotografen und Journalisten um die sympathischen Rentner.

"Er war begeistert und meinte, ich sei eine hübsche Frau"

Karsten Tüchsen Hansen und Inga Rasmussen sind sich vor zwei Jahren bei einem Straßenstand in Gallehuus, Dänemark, begegnet. Hansen stand hinter der verwitweten Rentnerin und fragte, ob Kirsten (Anm. d. Redaktion: offenbar eine Bekannte Tüchsen Hansens) noch in dem Haus wohne. "Das tat sie nicht. Sie ist nach Tondern umgezogen. Du findest leicht ihr Haus, erzählte ich ihm. Doch er meinte, nun habe er ja mich getroffen und überreichte mir einen großen Blumenstrauß, der eigentlich für Kirsten bestimmt war. Erst dachte ich: Der tickt doch nicht richtig, denn er forderte mich dann dazu auf, mit ihm nach Süderlügum zu fahren, damit ich sehen konnte, wo und wie er wohnte. Ich tat es. Warum, weiß ich nicht", erzählt Inga Rasmussen dem "Nordschleswiger".

Nach ihrem ersten Treffen lud Hansen seine neue Bekanntschaft zum Essen nach Rosenkranz ein. "Auch diese Einladung nahm ich an und hatte mich ihn Schale geworfen. Er war begeistert und meinte, ich sei eine hübsche Frau. Er zweifelte, ob ich wirklich kommen würde", sagt Rasmussen über ihr Kennenlernen.

Kosename: Schatzi

Seitdem verbindet die beiden eine innige Beziehung, sie nennen sich gegenseitig Schatzi und haben schon zwei Reisen zum Rhein/Mosel und zur Donau unternommen. Eigentlich war bereits ein dritter Urlaub geplant, doch wegen der Corona-Epidemie "bleiben wir lieber zu Hause", sagt die 85-Jährige. Nun freuen sie sich über ihre täglichen Rendezvous am Grenzübergang, den empfohlenen Sicherheitsabstand halten sie selbstverständlich ein. Trotzdem beteuert die Mutter von drei Töchtern, dass sie mit Karsten nur befreundet ist – ein Liebespaar seien sie nicht.

Verwendete Quellen:Der Nordschleswiger, TV Syd, Facebook

aen Gala

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