Christoph Harting: Viel Ärger um nichts?

Christoph Harting kam, spielte, siegte - und verlor bei den Olympischen Spielen dennoch. Bei der Siegerehrung benahm er sich nämlich daneben. Oder doch nicht? So fallen die Reaktionen im Netz aus

Christoph Harting

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Shitstorm für Olympia-Gewinner

Christoph Harting

Freude und Fremdscham

Er hatte die besten Chancen, zum Olympia-Held zu werden. Christoph Harting, 26, holte beim Diskuswerfen überraschend die Goldmedaille, doch statt Jubel und Freude gab es für den jungen Sportler hinterher viel Kritik und Spott. Harting benahm sich während der Siegerehrung nämlich auffällig.

Als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde hüpfte, zappelte und pfiff Christoph vor sich hin, ohne ein Wort mitzusingen. In den sozialen Medien wurden schließlich viele Stimmen laut, die das unangebracht fanden. Selbst der Weitspringer Sebastian Bayer äußerte sich kritisch: "Für dieses Verhalten schäme ich mich in Deutschland vor dem TV! Sorry, aber dann würde ich lieber auf diese Medaille verzichten", schrieb er auf Facebook. Aber warum regt dieser Auftritt so viele auf und was sagen die Meinungen, die den Sportler in Schutz nehmen?

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©Gala

Christoph Harting wird Arroganz und mangelnder Respekt vorgeworfen. Doch wovor? Teilweise richten sich die Stimmen tatsächlich dagegen, dass Harting nicht mitgesungen hat und die Nationalhymne quasi ignorierte, während er auf dem Siegertreppchen den Hampelmann machte. Die Frage steht im Raum, ob eine Nationalhymne nach außen hin nur dann respektiert werden kann, wenn man still steht. "Hilfe. Sobald mal einer aus der Reihe tanzt, dreht die verklemmte Nation durch. Das ist zum Fremdschämen. Es ist sein Sieg, er kann ihn genießen, wie er es für richtig hält", kommentiert eine Userin, die den Athleten verteidigt. Sie bekommt Unterstützung: "Er hat Gold gewonnen und sich tierisch darüber gefreut, auf seine Art. Meine Güte, man kann auch zum Lachen in den Keller gehen."

Über Hartings Benehmen bei der anschließenden Pressekonferenz scheinen sich die meisten einig zu sein. Der 26-Jährige polterte voreingenommen gegen die anwesenden Journalisten und machte, mit verschränkten Armen, keinen Hehl draus, dass er eigentlich kein Interesse an dem Gespräch hat. "Ich bin nicht der Medienhengst, ich suche nicht nach Öffentlichkeit. Ich genieße den Wettkampf, ich genieße die Bühne dort, alles andere überlasse ich den anderen, die mehr sagen wollen", erklärte er. Seine Abneigung finden die meisten in Ordnung, seine Reaktion aber unsouverän - schließlich sollte es für einen erwachsenen Mann kein Problem sein, für einen Moment über seinen Schatten zu springen.

Entschuldigung von Christoph Harting

Mittlerweile hat sich der Diskuswerfer für den Vorfall entschudligt:

"Ich möchte mich bei allen, die sich auf den Schlips getreten fühlen, entschuldigen. Es war nicht toll, es ist falsch angekommen. Es sind meine ersten Olympischen Spiele. Ich stehe das erste Mal ganz oben. Man ist darauf nicht vorbereitet. Ich war noch nicht raus aus dem Tunnel."

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Fabian Hambüchen

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