Twitter sei Dank: Norman findet seinen obdachlosen Vater nach bewegender Suche

Der junge Mann hat seit acht Jahren nicht mit seine Vater gesprochen. Über Twitter versuchte er ihn zu finden - und hat es tatsächlich geschafft

Norman und Vater Klaus haben sich endlich wieder.

Seit dem ersten Weihnachtstag sucht Norman (24) seinen Vater. Er lebt auf der Straße und der junge Mann wusste nicht, wo er anfangen sollte. Via Twitter startete er dann einen Aufruf, um seinen Papa endlich zu finden. 

"Das hier fällt mir schwer, aber vielleicht kann Twitter helfen. Ich suche meinen Papa. Er ist obdachlos und soll in Hamburg leben." Sein Post wurde fast 20.000 mal retweetet. Und mit der Reichweite seines Suchaufrufs wuchs auch die Hoffnung in ihm. Viele Leute lieferten Hinweise zum Aufenthaltsort von seinem Vater Klaus. 

Aufruf mit Erfolg

Norman hatte das letzte Mal vor acht Jahren mit ihm gesprochen. Er selbst lebt mittlerweile in Boston. Nur wenige Tage nach seinem Aufruf hatte jemand seinen Vater in Hamburg gesichtet. Die fremde Person nahm Papa Klaus mit nach Hause, damit er von dort aus seinen Sohn anrufen konnte. War das der Durchbruch?

Twitter-User fiebern mit

Auf Twitter fieberten Tausende User mit - und Norman berichtete natürlich auch von seinem Telefonat mit seinem Vater. "Hier ist der Papa", sagte er zu ihm. Norman schrieb auf Twitter: "Er klang nicht wie der obdachlose Mann auf dem Foto, das ich so lange angestarrt habe. Er klang wie Papa." Nun trennte die beiden nur noch die große Entfernung. 

Doch am 24. Januar war es dann soweit: Norman reiste nach Deutschland. Gemeinsam mit seiner besten Freundin reiste er dann weiter nach Hamburg, um endlich seinen Vater zu treffen. Mit Hilfe einer Kontaktperson gingen Norman und seine Freundin Lisa die üblichen Plätze ab, an denen sich sein Vater aufhält. Und sie fanden ihn, schlafend auf dem Boden vor einer Sparkasse.

Der Moment seines Lebens

"Und - ich schwöre - diesen Moment werde ich im Leben nicht mehr vergessen", schreibt Norman auf Twitter. Endlich hatten sie sich wieder. Doch wie geht es nun weiter? Gegenüber BILD sagte Norman, dass sie daran arbeiten, eine Bleibe für seinen Vater zu finden. Außerdem arbeite eine Kontaktperson daran, finanzielle Hilfe für Klaus zu beantragen. 

Seit gestern hat Norman Hamburg wieder verlassen. Doch er ist nicht so glücklich wie er es sein sollte. "Ich hasse Abschiede", twittert er. Und noch etwas: Sein Freund wolle ihn nicht mehr sehen, weil sein obdachloser Vater ihm peinlich sei. "Wie können Menschen so sein?", fragt er. Doch alle, die die dramatische Suche verfolgt haben, spenden Trost und fühlen mit ihm. Eine Geschichte mit und irgendwie auch ohne Happy End.

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