Traumjob oder Langeweile?: Bei diesem Job bekommt man 2046 Euro fürs Nichtstun

Erst mal klingt es nach dem ultimativen Jackpot: Mehr 2000 Euro pro Monat zu bekommen, um rein gar nichts zu machen. Doch gibt es einen Haken?

Einfach mal die Beine hochlegen und groß abkassieren – das geht in Schweden

In Schweden wartet der vermeintliche Traumjob: Fürs buchstäbliche Nichtstun kann man hier rund 2046 Euro einheimsen. Und es gibt nicht einmal einen echten Haken an der Sache. Denn wer den Posten bekommt, der hat lediglich eine Aufgabe zu erfüllen: Er muss sich morgens und abends einmal im dann neu eröffneten Bahnhof in Göteborg einchecken – Einstempeln, Ausstempeln, fertig. Den restlichen Tag hat der Angestellte keinerlei Verpflichtungen. Ob er sich danach wieder ins Bett legt, freiwillig soziale Projekte unterstützt oder sich kreativ betätigt, die Entscheidung liegt allein bei der auserwählten Person selbst.

Kein "bedingungsloses Grundeinkommen" im klassischen Sinn

Natürlich steckt hinter der Aktion, die übrigens von der schwedischen Behörde für Kunst im öffentlichen Raum unterstützt wird, ein wenig mehr als reine Großzügigkeit der Stadt Göteborg. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Kunstprojekt, das "Eternal Employment" der beiden Künstler Jakob Goldin und Simon Senneby. Goldin und Senneby wurden von einer Jury auserwählt, der es darum ging, eine begleitende Kunstaktion zur Eröffnung des Bahnhofneubaus in Göteborg zu finden. 580000 Euro standen und stehen hierfür zur Verfügung. Eine Stiftung soll nun dafür sorgen, dass dieses Budget 120 Jahre lang das Gehalt des Angestellten stellt. Denn – auch das ist nicht zu unterschlagen – die Anstellung ist eine auf Lebenszeit. 

Die Debatte ist eröffnet

Die Künstler wollen damit zur Diskussion anregen. Wie verändert sich der Mensch, wenn er sich selbst nicht mehr durch seinen Job und seinen Erfolg/Misserfolg definiert? Auch der Aspekt, dass sich das von der Stiftung angelegte Geld vermehren wird und den Auserwählten damit weiterhin finanziert und Lohnanpassungen zulassen soll, soll zum Nachdenken anregen. "Die dauerhafte Beschäftigung ist machbar, weil Geld besser arbeitet als tatsächliche Arbeit. Solange wir in einer Gesellschaft leben, in der die Kapitalrendite wesentlich höher ist als der durchschnittliche Anstieg der Löhne, wird "Eternal Employment" über Wasser gehalten", heißt es in einem Schreiben des Projektes. 

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Die Meinungen der Menschen gehen auseinander

Die Beurteilungen der Aktion gehen naturgemäß weit auseinander. Wie Magdalena Malm, Direktoren der schwedischen Behörde für Kunst im öffentlichen Raum und Juryvorsitzende, gegenüber der SZ bestätigte, gibt es Personen, die am Sinn des Projektes zweifeln, gar Steuerverschwendung beklagen. Aber es gebe auch positives Feedback – von den bereits 50 Bewerbungen mal ganz abgesehen. Der Job ist schon jetzt heiß begehrt – obwohl die Bewerbungsphase erst 2025 startet. Jobbeginn ist dann ein Jahr später. Geht der Arbeiter in Rente oder kündigt, wird die Stelle sogar neu besetzt.

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Verwendete Quellen: Süddeutsche Zeitung, Public Art Agency Sweden

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