Gerichtsurteil aus Schweden: Baby wegen veganer Ernährung stark unterernährt – Eltern müssen drei Monate in Haft

In Schweden ist ein Paar zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt worden, nachdem es das gemeinsame Kind fast hätte verhungern lassen. Es wurde ausschließlich vegan ernährt

Das Mädchen wurde im Krankenhaus wieder aufgepäppelt (Symbolbild)

Als sie mit ihrem bewusstlosen Baby ins Kinderkrankenhaus in Göteborg kamen, war es schon fast zu spät. Nur 6,3 Kilogramm wog das 17 Monate alte Mädchen, normal wären in dem Alter etwa neun bis 15 Kilo. Grund für das starke Untergewicht: Die Eltern, die eigenen Angaben nach als Nomaden leben, fütterten ausschließlich Muttermilch, Reis, Obst und Gemüse. Jetzt sind die Eltern wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden.

Baby wäre fast gestorben

Bewusstlos und stark unterernährt kam das Baby in die Notaufnahme, ihr Zustand sei höchst kritisch und somit lebensbedrohlich gewesen, gaben Ärzte später zu Protokoll. Neben der Unterernährung habe das kleine Mädchen auch Hirnblutungen gehabt und war nach Angaben der Staatsanwaltschaft "nur wenige Stunden vom Tod durch Unterernährung" entfernt, schreibt die schwedische Zeitschrift "Aftonbladet". Nun mussten sich die Eltern vor einem Gericht in Göteborg verantworten. 

Es war mehrere Stunden verschwunden

Eltern vergessen Neugeborenes im Taxi

In Hamburg haben Eltern ihr neugeborenes Baby im Taxi vergessen (Symbolbild).

Eltern handelten grob fahrlässig

Das Gericht in Göteborg kam zu dem Schluss, dass der lebensbedrohliche Zustand des Mädchens auf die falsche Ernährungsweise zurückgeführt werden kann. Demnach habe es ausschließlich Muttermilch, Reis, Obst und Gemüse bekommen, weil alles andere "giftig" sei, so die Einschätzung des Vaters. Die Mutter hingegen war sicher, sich nur von Luft ernähren zu können. Flüssigkeit und Nahrung brauche sie nicht, schreibt die schwedische Illustrierte "Expressen". 

Kind lebt in Pflegefamilie

Die Staatsanwaltschaft forderte mehrere Jahre Haft für das Paar, das Gericht verurteilte es letztlich zu drei Monaten Haft. Diese hatten sie allerdings schon mit ihrer Untersuchungshaft verbüßt. Nachdem es im Kinderkrankenhaus in Göteborg wieder aufgepäppelt worden war, befindet sich das kleine Mädchen aktuell in einer Pflegefamilie. Ihre Eltern müssen ihr 60.000 Kronen (umgerechnet etwa 5.500 Euro) Schmerzensgeld zahlen. Ob das Kind irgendwann wieder zu seinen Eltern zurück kommt, muss das Familiengericht entscheiden. 

Verwendete Quellen: The Sun, Aftonbladet, Expressen

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