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Australien Wegen Dürre: Tausende Kamele getötet

Kamele gelten in Australien als Plage
Kamele gelten in Australien als Plage
© Picture Alliance
Das Tiersterben in Australien geht weiter. Langanhaltende Trockenheit treibt immer mehr Kamele in menschliche Siedlungen. Deswegen mussten jetzt mehrere tausend Tiere erschossen werden.

Die Situation in Australien entspannt sich nicht. Die verheerenden Waldbrände wüten noch immer in weiten Teilen des Landes, haben mittlerweile tausende Tiere das Leben gekostet. Vor allem Koalas sind stark bedroht. Jetzt musste das Ministerium für Umwelt und Wasser einschreiten, denn Kamele gefährden die Situation zunehmend.

Kamele müssen erschossen werden

Wie unter anderem "Daily Mail" berichtet, seien Tausende wilde Kamele immer näher an bewohnte Ortschaften gekommen, dort seien sie zunehmen zur Bedrohung der Einwohner geworden und hätten das Trinkwasser verschmutzt. Auf ihrer Suche nach Wasser hätten die Tiere Klimaanlagen der Einwohner beim Versuch, das Kondenswasser zu trinken, zerstört, auch hätten sie Wassertanks umgeworfen und die wenigen Wasserstellen, die Menschen und andere Tiere versorgen, leer getrunken. Für die Regierung ein Grund, die Tiere zu erschießen. 

Scharfschützen hätten im Rahmen der vom südaustralischen Ministerium für Umwelt und Wasser angeordneten Aktion bis zu 5000 Kamele im Bundesstaat South Australia erschossen.

Tierschutzorganisation zeigt Verständnis

Obwohl die Aktion auf den ersten Blick sehr drastisch erscheint, zeigen Experten und sogar Tierschützer Verständnis, denn Kamele seien keine ursprüngliche in Australien lebende Art. Die Tiere seien 1840 nach Down Under eingeführt worden, heute gelten sie als regelrechte Plage, da sie heimische Arten bedrohen. "Kamele sind eine in Australien eingeführte Art, also keine, die dort ursprünglich heimisch ist. Der WWF Australien erkennt die Auswirkungen eingeführter Arten auf einheimische Wildtiere und Lebensräume an und plädiert dafür, die entstehenden Probleme umsichtig und mit Mitgefühl zu den entsprechenden Arten zu behandeln", äußert die Tierschutzorganisation WWF gegenüber "Süddeutsche Zeitung". Auch Richard King, General Manager von APY, einem lokales Verwaltungsgebiet im australischen Bundesstaat South Australia, das den Sonderstatus einer Aboriginal Community trägt, erklärt die Entscheidung, tausende Kamele zu töten: "Wir wissen die Bedenken von Tierschützern zu schätzen, aber es gibt erhebliche Fehlinformationen über die Lebenswirklichkeit nicht heimischer Wildtiere an einem der trockensten und entlegensten Orte der Erde. Als Hüter des Landes müssen wir mit einem eingeschleppten Schädling so umgehen, dass die wertvolle Wasserversorgung der Gemeinden geschützt wird und das Leben aller Menschen, einschließlich unserer kleinen Kinder, der älteren Menschen und der einheimischen Flora und Fauna, an erster Stelle steht."

Verwendete Quelle: Süddeutsche Zeitung, Daily Mail

abl Gala

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