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Arbeitszeiterfassung Kommt nach dem EuGH-Urteil die Stechuhr zurück?

Stechuhr zur Arbeitszeiterfassung
Symbolbild
© Shutterstock
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Eine Arbeitszeiterfassung muss künftig in allen EU-Staaten gewährleistet werden. Das stößt gleichermaßen auf Kritik und Begeisterung

Die Arbeitszeiterfassung ist in unserer heutigen Arbeitswelt in großen Teilen ausgerottet. Mit Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, aber auch Homeoffice hatte die gute, alte Stechuhr irgendwann ausgedient. Doch nun fällte der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Urteil, das Arbeitgeber in Zukunft dazu zwingen wird, neue Lösungen zur Zeiterfassung der Mitarbeiter zu finden. 

Feiert die Stechuhr zur Arbeitszeiterfassung ein Comeback?

Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, 46, werde der Bund die Vorgaben des EuGH schnellstmöglich umsetzen. Während eines Interviews mit Caren Miosga, 50, für die ARD-Sendung "Tagesschau" erklärte er am Dienstagabend: "Wir haben ungefähr eine Million Überstunden in unserem Land. Das ist nicht akzeptabel." Bei der Umsetzung gäbe es allerdings Spielraum, um unnötige Bürokratie zu verhindern. 

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in der Neuregelung eine Verbesserung. In einem Statement kommentiert Annelie Buntenbach, 64, Mitglied des DGB-Bundesvorstands: "Das Gericht schiebt der Flatrate-Arbeit einen Riegel vor – richtig so." Auch sie sehe keine Gefahr eines erhöhten bürokratischen Aufwandes, wie ihn beispielsweise Arbeitgeber befürchten. Sie glaubt, die Flexibilität der Arbeitszeit müsse darunter nicht leiden. "Statt mit der Stechuhr könnte man heutzutage schließlich per Smartphone und App die Arbeitszeit dokumentieren“, schreibt sie auf der Homepage des DGB.

EuGH-Urteil gefällt nicht allen

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hingegen sieht das EuGH-Urteil erwartungsgemäß kritisch. In einer Stellungnahme mahnen sie: "Auf die Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 kann man nicht mit einer Arbeitszeiterfassung 1.0 reagieren" und stellen klar: "Wir Arbeitgeber sind gegen die generelle Wiedereinführung der Stechuhr im 21. Jahrhundert."

Wie die neue Arbeitszeiterfassung in Zukunft durch- und umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.Verwendete Quellen: Deutschlandfunk, DGB, BDA

jko Gala

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