Vorsicht bei Reserveantibiotika: Antibiotika mit fatalen Nebenwirkungen

Bei "Stern TV" sprach Brigitta Anton über die schlimmen Nebenwirkungen von Antibiotika, die ihr Leben zerstörten

Bei einer schlimmen Erkältung oder anderen Infekten ist Antibiotika ein oft verschriebenes Mittel. Allerdings werden sie oft unnötig verschrieben und man sollte damit vorsichtig sein, denn sie können fatale Nebenwirkungen haben. 

Ciprofloxacin

Brigitta Anton aus Konstanz litt 2016 unter einer Blasen- und Nebenhöhlenentzündung und bekam von ihrem Arzt das Antibiotikum Ciprofloxacin verschrieben. Es gehört zur Gruppe der Fluorchinolone und ist ein Breitband-Antibiotikum. Die Folgen waren allerdings fatal.

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Selbst heute noch leidet sie unter Zahn- und Haarausfall, chronischem Muskelabbau, Essproblemen und Panikattacken. Sie verlässt kaum das Haus und gibt dem Medikament die Schuld. 

Es begann mit Kopfschmerzen

Schon kurz nach der Einnahme spürte Brigitta die Veränderungen. Einen Schmerz wie "eine Bohrmaschine im Kopf". "Ich sah wirklich recht schnell von heute auf morgen anders aus, ich habe gemerkt, meine Haut wird ganz trocken und spröde und verändert sich, wird ganz schlaff." Auch ein rapider Gewichtsverlust war die Folge - Acht Kilo innerhalb kürzester Zeit. Sie war sich sicher, dass irgendwas nicht stimmen konnte und konsultierte ihren Arzt.

"Psychiatrie würde Ihnen gut tun"

Von vielen Ärzten oder Apothekern wurde sie nicht ernst genommen, obwohl all ihre Beschwerden vor der Einnahme des Medikaments bei ihr nicht existierten. Die Mediziner gaben ihr Ratschläge, die die 35-Jährige verzweifeln ließen. "Da kommen dann ganz oft so Argumente wie: 'Suchen Sie sich mal eine Psychiater. (...) Irgendwelche Kindheits-Traumata oder so was'."

Oft unnötig verschrieben

Prof. Dr. Gerd Glaeske ist Arzneimittelexperte und sieht die Fluorchinolone sehr kritisch, wie er in der Sendung erklärt. "Wir haben die in den 80er Jahren noch Panzerschrankantibiotika genannt, die nur rauskamen, wenn man es sonst nicht in den Griff bekam".

Heute liegt der Marktanteil der sogenannten "Reserveantibiotika" bei rund 16 Prozent. 16.000 Packungen werden täglich in Deutschland verschrieben und auch über die Risiken und Nebenwirkungen wird seiner Meinung nach viel zu wenig aufgeklärt. Sie würden oft zu leichtfertig verschrieben werden. "Die Aufklärung über Arzneimittel ist lückenhaft. Ein Arzt müsste die Nebenwirkungen ansprechen. Das passiert viel zu selten. Und ein Arzt kann sich nicht darauf berufen, dass der Patient sich selbst informiert."

Brigitta muss heute mit den Folgen leben. Auch sie sagt, dass sie von ihrem Arzt nicht ausreichend informiert wurde. Heute kann sie sich nur von Gemüse und Brei ernähren, weil ihre Magen-Darm-Passage nicht mehr funktioniert und leidet deshalb auch unter einem massiven Nährstoffmangel. Mehrere Mal musste sie innerhalb weniger Monate stationär behandelt werden. "Ich mag mein Leben, so wie es jetzt ist, nicht mehr."

In Deutschland zugelassene Fluorchinolone

Mit folgenden Medikamenten sollte man bedacht umgehen:

Ciprofloxacin

Norfloxacin

Enoxacin

Ofloxacin

Levofloxacin

Moxifloxacin

Diese Mittel helfen bei einer Vielzahl verschiedener Bakterienstämme, was die Verschreibung auf der einen Seite natürlich vereinfacht. In vielen Fällen ist die Infektion damit schnell besiegt. Doch die "Wunderwaffe" birgt große Risiken. Setzt man sie zu häufig ein, könnten die betreffenden Bakterienstämme resistent werden und die Mittel somit unwirksam. Sie sollten laut Experten also wirklich nur bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt werden. Hinzu kommen Nebenwirkungen, wie die, die bei Brigitta Anton auftraten. 

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