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Ärger mit Postboten Jetzt spricht ein DHL-Fahrer

Ärger mit Postboten: Jetzt spricht ein DHL-Fahrer
© Getty Images
Fast jeder hat sich schon mal über den Postboten geärgert. Das Paket kommt nicht an, das Kärtchen fehlt im Briefkasten oder das Paket steht nass im Regen. Jetzt erzählt ein DHL-Fahrer, wie sein Arbeitsalltag wirklich aussieht

DHL-Fahrer packt aus

"Ich arbeite nebenbei als Fahrer bei DHL. Fragt mich alles über eure Pakete", schreibt ein DHL-Fahrer auf "Reddit" und startet damit ein große Fragerunde. Schließlich hatten die meisten von uns schon einmal Probleme mit Paketlieferanten. Mal fehlt die Benachrichtungskarte, mal klingelt niemand, obwohl man seit Stunden auf sein Paket wartet, mal steht das Paket für alle zugänglich im Garten - bei der Paketauslieferung werden häufig viele Fehler gemacht, die den Kunden in die Weißglut treiben. Woran aber liegt die häufiger Fehlerquote überhaupt?

Keine Benachrichtungskarte, aber das Paket ist laut der Paketverfolgung beim Nachbarn

Tatsächlich kommt es vor, dass Fahrer einfach mal keine Lust haben, noch einen weiteren Namen einzutippen, denn das kostet Zeit - und täglich kann man mit 100-170 Paketen zu tun haben, die man ausliefern muss. "Odatas" schreibt:

"Beim Nachbarn abgeben ist völlig in Ordnung. Dass er aber keinen Zettel reinwirft nicht so wirklich. Es gibt im Scanner extra eine Funktion für "Nachbar", da muss man dann den Namen des Nachhbars noch eintippen. Das finden viele lästig und lassen dass dann und lassen den Nachbarn einfach im Auftrag unterschreiben. Problem ist, wenn der Nachbar das Paket nicht rausrückt. Da kann es Probleme geben. Richtig sollte es sein, dass du eine Karte im Briefkasten hast, wo dann drauf steht: "Ihr Paket wurde bei Ihrem Nachbarn/Wunschnachbarn "Name" abgegeben". Dann ist man auch als Fahrer auf der sicheren Seite."

Manchmal ist es eine Anweisung

Doch es kommt wohl auch tatsächlich vor, dass es eine Anweisung von ganz Oben ist, keine Benachrichtung zu hinterlassen. Das hat finanzielle Gründe.

"Es kann sein dass es ein paar Tage in der Woche gibt, an dem Benachrichtigungsverbot ist. Wie ich schon sagte kriegt DHL nur das ganze Geld für das Paket, wenn sie es auch beim Kunden selbst abliefern. Wird benachrichtigt, muss DHL einen Teil an die Post zahlen. Deshalb sagt dann der Depot-Leiter:

"Montag schreibt ihr mir keine Benachrichtigungen" und dann werden alle Sendungen auf dem zweiten Zustellversuch geschickt. Dann fahren sie am nächsten Tag nochmal mit. Das führt dann wieder dazu dass die Touren überladen sind. Und am nächsten Tag muss der Fahrer, wenn er nicht alles schaft, den Rest als "Zustellung Abgebrochen" buchen"

"Wer erwischt wird, fliegt sofort"

Und dann gibt es eben auch noch die Tage, an denen man geduldig auf der Couch auf sein Paket wartet und es kommt und kommt einfach nicht. Dann schaut man kurz in den Briefkasten - und da ist eine Benachrichtigungskarte! Was das soll? Dafür gibt es, leider, eine einfache Erklärung.

"Man hat immer ein paar Idioten. Verstehen tue ich das leider auch nicht. Ich klingel immer einmal. Warte 20 Sekunden und drücke dann die Benachrichtigung (dauert nochmal so 30 Sekunden). Wenn bis dahin keiner aufgemacht hat, gibt es die Karte. Manche drucken aber im Auto auch schon vor, absolut verboten und wer erwischt wird, fliegt sofort."

Beschweren wird empfohlen

Nützt es denn überhaupt was, wenn man sich bei DHL direkt beschwert? "Auf jeden Fall, beschweren lohnt sich", sagt der Teilzeitbote. Die Fahrer kriegen es am nächsten Tag gleich auf den Tisch und müssen schriftlich Stellung nehmen. Das versickert also auf keinen Fall einfach so."

skn

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