150 Mio. Tonnen Plastik: Frau erfindet Maschine, die das Meer von Plastikmüll befreien soll

Die Aachener Architektin Marcella Hansch hat eine Mission: Sie will die Weltmeere vom Plastik befreien. Derzeit schwimmen 150 Millionen Tonnen Kunststoff im Ozean, doch damit soll jetzt Schluss sein

Diese Erfindung soll alles ändern. 

Im Jahr 2050 könnte dreimal mehr Plastik im Meer schwimmen, als Fische. Jeder, der schonmal abseits von gesäuberten Touristränden unterwegs war, würde diese Exptertenschätzung direkt unterschreiben.

Unser Plastikkonsum in Bildern

Seit 1950 wurden 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff erzeugt. Das entspricht der Masse von:

  • 8o Millionen ausgewachsenen Blauwalen oder
  • 1 Milliarde Elefanten oder
  • 822.000 Eifeltürmen oder
  • 25.000 Empire State Buildings 

Ein Fisch umringt von Müll.

"PGS"- das Projekt der Zukunft?

Forscher stellen etliche dieser Vergleiche auf, um Bevölkerung und Politik den Plastikkonsum vor Augen zu führen. "Pacific Garbage Screening" (kurz PGS) führt mit einem einfachen Video vor Augen, was der steigende Kunststoffkonsum mit unserer Welt ausmacht. So habe ein Plastikteil eine Herstellungszeit von einer Sekunden, wobei die darauf folgende Nutzungszeit nur durchschnittlich 20 Minuten beträgt. Aber um den Plastik abzubauen, brauche unser Planet ganze 450 Jahre. Das ist ein dramatisches Bild, denn jedes Jahr geraten 13 Millionen Tonnen in die Meere. Man muss kein studierter Mathematiker sein, um festzustellen, dass das eine Minusgleichung ist, die unsere Welt zerstören wird.

So funktioniert der Meereskamm

Und genau an dieser Stelle beginnt die Arbeit von Marcella Hansch und ihrem Team. Der jungen Architektin war das Problem schon immer grob bekannt, allerdings wurde es ihr erst bei einem Tauchgang in Kapverden richtig bewusst. "Ich bin dort durch Wälder schwebender Plastikteile geschwommen! Da muss man doch was tun können, habe ich mir gedacht!", berichtet sie auf ihrer Website von der Erfahrung. 

In ihrer darauffolgenden Masterarbeit befasste sich Marcella nicht wie ihre Kommilitonen mit der Baukonstruktion von Gebäuden, sondern rief mit ihrer Uniarbeit das Projekt "Pacific Garbage Screening" ins Leben: Die damalige Studierende entwarf eine im Wasser treibende Plattform, die ohne Netze und Filter das Wasser reinigt. Dadurch werden Fische und andere Meeresbewohner nicht verletzt.

Durch ihre Bauart kann die Plattformen Meeresströmungen beruhigen, so dass sogar winziger Mikroplastik an der Oberfläche gesammelt und dort abgeschöpft werden kann. Aber dem nicht genug, denn das herausgefischte Plastik wird danach sinnvoll verarbeitet. Man wandelt es in Wasserstoff und Kohlendioxid um. Im Video wird erläutert, dass Wasserstoff ein sauberer Energieträger ist und das Kohlendioxid in einen umweltfreundliche Biokunststoff umgeformt werden kann. 

 

Der erste Prototyp naht

Seit fünf Jahren arbeitet Marcella nun mit einem internationalen Team an dem Meereskamm, aber die Umsetzung erfordert viele Tests und ist damit kostenintensiv. "Ich hoffe, dass wir in fünf Jahren so weit sind und einen ersten Prototyp bauen können," berichtet die Architektin, die den ersten Versuch an einer Flussmündung machen möchte. In den Sozialen Netzwerken zeigen sich Nutzer begeistert. "Tolles Projekt", schreibt eine Dame auf Instagram. Und trotzdem wird klar, dass wir mithilfe von Pacific Garbage Screening hoffentlich die aktuelle Situation in den Griff bekommen können, doch die Ursache bleibt weiterhin bestehen. Also überdenken Sie ihren eigenen Plastikkonsum und schenken Sie der nächsten Generation einen sauberen Planeten. 

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©Gala
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