Langer Weg zum Tod: 104-jähriger Wissenschaftler reist zum Sterben in die Schweiz

Australiens ältester Wissenschaftler David Goodall tritt seine letzte Reise an. Eine Reise, von der er nie zurückkehren wird

David Goodall verabschiedet sich am Flughafen von Perth von seiner Familie.

Es gehört viel Mut dazu, sein Leben richtig zu leben. Aber noch mehr erfordert es, selbst zu entscheiden, wann es enden soll. In vielen Ländern der Welt ist Sterbehilfe verboten - in der Schweiz aber nicht. Aus diesem Grund tritt Wissenschaftler David Goodall dorthin die letzte Reise seines Lebens an, denn er will sterben.

Überlegter Abschied

In einem Interview mit dem Sender "ABC" erklärt der Australier: "Ich bin nicht glücklich. Ich möchte sterben." Eigentlich hätte er lieber in seiner Heimat in Australien Abschied von seiner Familie genommen, doch auch dort ist die aktive Sterbehilfe nicht erlaubt. Der 104-Jährige sagt, er bereue es, so ein hohes Alter erreicht zu haben. Der Grund: Das Sprechen, Bewegungen, sogar die kleinsten und alltäglichen Dinge fallen ihm schwer. 

Die Organisation "Exit International", der Goodall schon lange angehört, hat für ihn die letzte Reise organisiert. Über eine Crowdfunding-Plattform kamen mehr als 20.000 australische Dollar zusammen, um ihm den Tod so angenehm und komfortabel wie möglich zu machen. Am Flughafen in Perth verabschiedet er sich von seiner Familie bevor er ins Flugzeug steigt. Kommende Woche Donnerstag will der Wissenschaftler sein Leben beenden.

In Würde sterben

Goodall ist zwar nicht unheilbar krank, klagt aber über einen Verlust an Lebensqualität. Er hat zwar bis vor wenigen Jahren noch gearbeitet, doch die Edith-Cowan-Universität in Westaustralien wollte ihn 2012 endgültig in den Ruhestand schicken. Nur wollte er das nicht. Erst nach heftigen Protesten nimmt die Uni ihre Entscheidung zurück. Seine Entscheidung nun sterben zu wollen, wird der Wissenschaftler allerdings nicht mehr zurücknehmen - denn genau das ist es, was er will: In Würde sterben.

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