Der Umwelt zuliebe?: Bambus- statt Papp- oder gar Plastikbecher sind keine gute Idee

Wer seinen Kaffee "to go" nimmt, der hat seit längerer Zeit die Qual der Wahl: Eigenen Becher mitnehmen (und ihn den Rest des Tages mit sich rumtragen) oder den Plastik- oder Pappbecher vom Verkäufer wählen, der nach einmaligem Gebrauch in der Tonne landet. Dass beide Varianten nicht ideal sind, wird immer deutlicher. Doch was ist die Alternative?

Der Kaffe "auf die Hand" muss manchmal einfach sein – doch in welchem Gefäß?

Auf dem Weg zur Arbeit oder zur Uni, für den Spaziergang am Nachmittag oder einfach zwischendurch für einen Koffeinkick: Einen Kaffee "auf die Hand" nehmen wir gerne mal im Vorbeigehen mit. Die Nachricht, dass wir damit in einem unfassbaren Ausmaß Müll produzieren, erreichte uns schon vor Jahren. Seitdem machen sich immer mehr Konsumenten Gedanken darüber, wie jeder einzelne von uns, dem Problem entgegenwirken kann. Die beliebteste Methode ist dabei, seinen eigenen Becher bereitzuhalten, der durch seine Wiederverwendbarkeit die Umwelt zumindest ein kleines bisschen entlastet. 

Sind Bambusbecher die Lösung?

So weit, so gut. Doch ausgerechnet mit der beliebtesten Variante der eigenen Becher – nämlich dem Bambusbecher – muss hart ins Gericht gegangen werden. Denn der ist alles andere als eine echte Alternative. Warum? Das ist schnell erklärt: 

Aus der Küche

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©Gala
  1. Bambus allein reicht nicht, um einen haltbaren Becher herzustellen. Es bedarf eines Bindemittels und das wird in den meisten Fällen aus Melamin und Formaldehyd (Melamin-Kunstharz) hergestellt. Die Stoffe gelten als krebserregend und können bei einer Erwärmung von mehr als 70 Grad Celcius an die Getränke abgegeben werden. Heißgetränke wie Tee oder Kaffee lösen die schädlichen Stoffe durch ihre niedrigere Temperatur zwar nicht, stellen wir aber den Becher samt Inhalt beispielsweise zum Erhitzen in die Mikrowelle, wird es schon brenzlich.
  2. Durch den Anteil an Kunstharz sind die Becher nicht recyclebar.

"Stiftung Warentest" spricht Warnung aus

Nun übte auch "Stiftung Warentest" Kritik und warnte Nutzer der Bambusbecher vor deren Gebrauch. Die Verbraucherorganisation gab an, dass die meisten Bambusbecher nach mehrmaligem Gebrauch den bereits genannten Schadstoff Melamin absondern. Und das in sehr hohen Mengen: Wie der Test ergab, wurde nach drei- oder siebenmaligem Befüllen der Becher der Gehalt von Form­aldehyd und Melamin in der zum Test benutzten dreiprozentigen Essigsäure festgestellt. 

Anders als vielleicht anzunehmen, verflüchtigen sich die Schadstoffe im Laufe der Zeit nicht. Im Gegenteil: Wie "Stiftung Warentest" schreibt, gelangen die Stoffe auch nach mehrmaligem Nutzen der Becher noch in den Kaffee. Ungefährlich ist das nicht, die Organisation schreibt dazu: "Melamin steht im Verdacht, Erkrankungen im Blasen- und Nieren­system zu verursachen. Form­aldehyd kann Haut, Atemwege oder Augen reizen sowie beim Einatmen Krebs im Nase-Rachen-Raum verursachen."

Gibt es eine wirkliche Alternative zu den Bechern aus Bambus, Plastik oder Pappe?

Wer auf seinen "Coffee to go" nicht verzichten kann oder will, der sollte besser auf einen Porzellanbecher zurückgreifen. Auch Edelstahl könnte eine echte Alternative darstellen. Doch auch hier lässt sich Plastik nicht vermeiden. Denn zumindest der Deckel ist immer aus Kunststoff gefertigt. Auf eine 100-prozentig ökologische Version unseres Kaffeebechers müssen wir leider noch warten.

Verwendete Quellen: Stiftung WarentestSWR, taz, heute

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