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GALA Kolunme by Katja Kessler Ab in die Notaufnahme!

Katja Kessler, Karlie Kloss
GALA Kolumne by Katja Kessler
© Illustration: Claudia Klein/Foto: Felix Müller, Action Press, Getty Images
Mit diesem Outfit ist Karlie leider schiefgewickelt: Styling-Pannen – und wie man sie trickreich vermeiden kann

Liebe GALA-Freundinnen,

ein kluger Zeitgenosse hat mal gesagt: Der einzige Mann, der uns Frauen durchschaut, ist der Röntgenarzt. Prima. Vielleicht sollte ich bei ihm Nachhilfe nehmen. Ich wüsste nämlich wirklich gern, was ich hinter meinem Rücken so alles heimlich denke. Nehmen wir mal die Outfit-Wahl. Von zehn Party-Schnappschüssen möchte ich anschließend am liebsten acht mit dem Flammenwerfer retuschieren. War ich beim Weggehen noch hochzufrieden, fällt es mir schon Tage später schwer zu rekonstruieren, warum ich mal fand, dass der Look mir stand.

Ich wette,Karlie Kloss geht’s ähnlich. Gerade habe ich sie auf einem Foto erspäht und bin sicher: Ihre Enkel werden sich das Ding später mal rahmen lassen. Karlie sieht aus, als wolle sie nicht zur Party, sondern in die Notaufnahme. Ein Dekolleté wie ein aufgedecktes OP-Gebiet. Nun ist sie Supermodel, kann sagen: "Das war mein Stylist!" Mir bleibt in solchen Fällen nur: "Das war mein Geschmack!" Ich habe mir mal für Sie und mich Gedanken gemacht, wie man sich selbst überlistet und nur noch Top-Stylings hinbekommt.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
© Felix Müller

Trick 1: Katalogmode immer samt der Kulisse bestellen, vor der fotografiert wurde. Bommelmützen und Oversize-Strickpullis sehen gleich viel charmanter aus, wenn du sie mit einem passenden Berg kombinierst. Und wenn du mit den Khaki-Shorts auch gleich das Kamel orderst, musst du dir nie wieder Gedanken machen, ob dein Outfit zum Event passt.

Trick 2: Was ist ein Gürtel? Korrekt – dieses Teil, das immer am allerbesten aussieht auf der Schaufensterpuppe, auf der es dekoriert ist. Damit fällt es in eine gemeinsame Kategorie mit Schlauchkleidern und Hüftjeans. Sei also skeptisch, wenn die Verkäuferin beim Verlassen der Umkleidekabine zu dir sagt: "Super!" Checke, ob sie am Arm eine gelbe Binde mit drei schwarzen Punkten trägt und von einem Schäferhund durch den Laden geführt wird.

Trick 3: Guck, dass nur du in der Selbstfindung steckst. Meide Klamotten mit Identitätskrise. Zum Beispiel bollerige Culottes-Hosen, die wissen wollen: Bin ich ein Rock? Bauchfreie Cropped-Tops, die rätseln: Wie lang ist zu kurz?

Hirn-Guru David Eagleman sagt: "Unser Bewusstsein ist der blinde Passagier im Maschinenraum eines Ozeandampfers, der glaubt, er sei der Kapitän. Gesteuert werden wir in Wahrheit von unserem Unterbewusstsein." Mein Shopping-Vorbild? Oscar- Preisträgerin Julianne Moore. Die geht, wenn sie auf crazy It-Pieces Lust hat, ins Internet, macht sich das Einkaufskörbchen voll und drückt dann aber nicht auf den "Zur Kasse gehen"-Button. Sie will nur shoppen, nicht besitzen. Und weil sie nicht kauft, was ihr nicht steht, ist sie auch nie falsch angezogen. Genial, oder?

Das Schlusswort heute von Britney Spears. Eine Frau, die wirklich weiß, wie es ist, wenn der Kopf nicht Kapitän auf der Brücke ist: "Ich wollte eigentlich nie wirklich nach Japan. Aus dem Grund, weil ich einfach keinen Fisch mag. Und ich weiß, der ist sehr beliebt in Afrika." In diesem Sinne eine irrsinnig schöne Woche!

Herzlich, Katja Kessler

Katja Kessler Gala

Katja Kessler schreibt exklusiv für GALA


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