GALA Kolumne by Katja Kessler: Wo geht's denn hier nach oben?

Down-Dating à la Ecclestone wird immer seltener. Leider!

GALA Kolumne by Katja Kessler

Liebe GALA-Freundinnen,

man rümpft ja schnell mal die Nase über Männer wie Formel-1-Milliardär Bernie Ecclestone. Der ist 85 Jahre alt und 1,59 Meter klein – seine amtierende, dritte Ehefrau Fabiana 46 Jahre jünger, aber 20 Zentimeter größer. Bernies zweite Ex Slavica war 27 Jahre jünger und sogar 30 Zentimeter größer. Wenn die ihren knittrigen Spatzl an sich drückte, sah das so aus, als gäbe sie ihm die Brust. Oder als träfe Fernsehturm-Barbie auf Chucky, die Mörderpuppe.

Bernie Ecclestone mit Ehefrau Fabiana Flosi

Alter Knacker, junge Biene? Das Klischee liegt einem auf den Lippen: Pralles Portemonnaie trifft auf pralles Dekolleté, Arthrose auf Anmut. Alles Kokolores! Bernie verdient Respekt. Warum?

Weil er in Down-Dating macht! Ein Fachbegriff aus der Sozioökonomie. Über diese Disziplin liest man ja in etwa so gern Bücher wie über Molekularphysik, und wenn zeitgleich auch noch ein Artikel über die neuen Bonbonfarben des Sommers lockt, ist's eh aus. Aber ich bringe Sie und mich jetzt mal fachlich auf Vorderfrau. Ökonomieprofessor Jeremy Greenwood von der Uni Pennsylvania hat 100000 Ehen unters Mikroskop gelegt und herausgefunden: Down-Dating ist am Aussterben. Leider. Denn Schotter, Status, Gene durchmischen sich nicht mehr.

Früher galt, grob gesprochen: Männer orientieren sich finanziell und jobmäßig nach unten, Frauen nach oben. So ehelichte der Chirurg die OP-Schwester, der Chef die Sekretärin. Alles dem Umstand geschuldet, dass Emanzipation noch nicht richtig erfunden war und Mädchen in den Nähkurs geschickt wurden statt zur Uni.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler

Und heute? Da führt die Anästhesistin den Arztkollegen zum Traualtar, geben sich Firmenboss und Unternehmerin das Jawort. Heirat ist keine soziale Umwälzpumpe mehr. Nur noch 20 Prozent aller Männer heiraten irgendeinen jungen Hüpfer, der Galapagos für eine Schuhmarke hält.

Das klingt zunächst gut, ist aber Mist. Ökonom Greenwood warnt: Die Doofen bleiben unter sich, und auch die, die nur ungebildet sind. Also nix mit "Von der Tellerwäscherin zur Millionärs-Ehefrau".

Aber zurück zu Bernie. Dem ist Augenhöhe so was von schnuppe, anatomisch und sozial. Ehefrau Nr. 1, Ivy, war Telefonistin. Ehefrau Nr. 2, Slavica, konnte kein Englisch, als er sie zur Heirat überredete – und er kein Serbokroatisch. Und wenn Ehefrau Nr. 3, Fabiana, in Gstaad das 23-Millionen-Euro-Chalet verlässt, um den alten Bernie und das neue Nerzjäckchen Gassi zu führen, ist auch das ein sozialer Quantensprung zu ihrem Erstleben als Gattin eines brasilianischen Durchschnittsarztes.

Hat Bernie nun einen Orden verdient? Wohl eher nicht. In einem Interview sagte er mal: "Women should be all dressed in white like all the other domestic appliances." Also: Frauen sollten weiß gekleidet sein wie all die anderen Haushaltsgeräte.

Dafür gibt’s zehn Schläge mit dem Schneebesen.

Herzlich, Katja Kessler

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