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GALA Kolumne by Katja Kessler Tauf-Bums-Song

GALA Kolumne by Katja Kessler
GALA Kolumne by Katja Kessler
© Illustration: claudiaklein.net; Foto: Gnoni Press, Getty Images; Felix Müller
Warum Sarah Connor den Titel "Germania Nazionale" verdient hat

Liebe GALA-Freundinnen,

Quizfrage: Was passiert, wenn man Delmenhorst und New Orleans in den Mixer tut? Korrekt: Das ergibt einen ziemlich genialen Gen-Smoothie namens Sarah Connor. Der Papa ein Werbetexter aus Louisiana, die Mama ein deutsches Ex-Model. Und Sarah? Super! Aus 475 unterschiedlichen Gründen, die ich jetzt einzeln mit Ihnen durchgehen möchte. Kleiner Scherz …

Aber im Ernst: Ist diese Frau nicht der Hammer? Sieben Millionen verkaufte Tonträger. So viele Gold- und Platinschallplatten zum Aufhängen, dass sie keine Tapeten mehr braucht. Mehr Cometen, Bravo-Ottos und anderes Award-Gedöns überreicht bekommen als Regale an der Wand vorhanden. Wahrscheinlich schiebt sie manchmal Deko-Frust, weil sie nirgendwo im Haus Platz hat für ein Trockenblumengesteck.

Ich finde, Sarah hat ganz offiziell den Titel "Germania Nazionale" verdient. Sie ist – da müssen alle Helene-Fischer-Fans jetzt mal ganz, ganz tapfer sein – unsere derzeit beste Sängerin. Ihr aktuelles Album "Muttersprache" ist die wirksamste Glückspille, die man sich downloaden kann, wenn das eigene Leben gerade ein bisschen ruckelig über die Schienen läuft.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
© Felix Müller

Sarahs Geheimnis? Nun, wäre ich Lebensmittelchemikerin, würde ich sagen: Sie ist die Sahnetorte, mit der ich abnehme. Sie kombiniert unvereinbare Dinge. Spaß machen und nachhaltig sein. Weinen mit locker-flockig. Ein strahlendes Lächeln, ohne sich die Zähne zu putzen. (Okay, das habe ich mir jetzt ausgedacht …). Wenn ich Sarah-Connor-Texte höre, passiert immer Folgendes: Ich weiß anschließend die Lösung, ohne immer gleich das passende Problem parat zu haben.

Und noch etwas Geniales ist Sarah gelungen. Sie hat eine neue Liedkategorie erfunden. Den Tauf-Bums-Song. Um das zu erklären, muss ich ein klitzekleines bisschen ausholen. Bislang führend auf dem Sektor "Innovative Liedkategorien" war "Geboren, um zu leben", ein Tempotaschentuch-Titel von Unheilig. Der wird besonders gern gespielt, wenn im TV Hundebabys zu vermitteln sind. Oder auf Beerdigungen. Der Tauf-Bums-Song von Sarah geht so: "Kommst du mit ihr wie mit mir? Berührt sie dich so wie ich? Machst du’s mit ihr so wie wir?" Die vierjährige Tochter einer Bekannten schlug ihn kürzlich vor mit den Worten: "Der ist toll, den können wir spielen, wenn das Baby in der Kirche weint." Wo sie recht hat, hat sie recht.

Natürlich gab es auch mal eine Zeit, da war Sarah noch nicht ganz so toll, aber auch schon schön blond und stimmgewaltig. Sie warb für Damenbinden von Procter & Gamble und zankte sich vor den Pro7-Kameras mit ihrem damals zukünftigen Ex-Ehemann Marc Terenzi. Aktuell bekommt sie ihr viertes Kind (das zweite vom zweiten Mann).

Doch zurück zur Germania Nazionale. Sarah sollte ihren eigenen Walk of Fame bekommen, in Delmenhorst oder hinterm Berliner Kanzleramt! Wer ist auch dafür? Bitte Finger hoch! Wobei ich vorschlagen würde, dass sie bei der Gelegenheit nicht nur ihre Hände im feuchten Asphalt versenkt, sondern auch gleich mal Marc Terenzi. Denn wie heißt es so schön: Hinter jeder erfolgreichen Frau steht irgendein Flachmann, der ihren Erfolg nicht verhindern konnte.

Herzlich, Katja Kessler

Katja Kessler Gala

Katja Kessler schreibt exklusiv für GALA


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