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GALA Kolumne by Katja Kessler Read my Dress

GALA Kolumne by Katja Kessler: Read my Dress
© Corbis, Felix Krüger, Illustration: Claudia Klein
Selbst eine "Lovers Lost"-Liste würde an Heidi toll aussehen. Weil diese Frau weiter an die ganz große Liebe glaubt
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
© Felix Müller

Liebe GALA-Freundinnen,

mit der Liebe ist es ja so: Jede gescheiterte Beziehung ist die Chance, es bei der nächsten viel, viel besser zu machen. Von Thomas Alva Edison, Erfinder der Glühbirne, der 2000 Anläufe brauchte, bis ihm endlich ein Licht aufging, ist folgender Satz überliefert:

"Das waren keine Misserfolge! Denn jetzt kenne ich wenigstens 2000 Möglichkeiten, wie ein Kohlefaden nicht zum Leuchten gebracht werden kann." Und Winston Churchill sagte mal: „Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren."

Kommen wir zu Heidi Klum. Die ist, wenn Sie mich fragen, in Liebesdingen ein Genie. Motto: Fall ich auf die Nase, steh ich wieder auf, ruckle mir mein Krönchen zurecht und orientiere mich neu. Vielleicht sollten wir normalen Frauen uns mal von ihr anhusten lassen. In der Hoffnung, dass ihr Beziehungspragmatismus ansteckend ist.

Denn zählen Sie bitte mal mit! Zwei gecrashte Ehen – vier Jahre mit Friseur Ric, sieben mit Schmusesänger Seal. In zwei weiteren Fällen übel sitzengelassen, einmal von Formel-1-Playboy Flavio, als sie sein Baby im Bauch trug, einmal von Red-Hot-Chili-Peppers-Sänger Anthony, der es vorzog, doch mit seiner Ex weiterzuknutschen. Ein weiteres Liebesdebakel: Bodyguard Martin, der ein Problem mit der Rolle als „Mr. Klum“ hatte. Und seit zwei Jahren nun das Liebesexperiment mit Kunsthändler Vito. Er in London, sie in Los Angeles, 13 Jahre Altersunterschied. Da tickt was. Easy Love ist anders. Aber Heidi? Immer Volldampf!

Ist das der Schlüssel zum Glück? Sich mit Haut und Wella-Haaren dem Leben ausliefern? Nicht planen, sondern machen? Das Beruhigende an Heidi ist: Sie erzählt die Geschichte, dass „rasend schön“ und „rasend reich“ die Liebe auch nicht haltbarer machen.

Schon lange sagen Paar-Wissenschaftler: Wir leben im Zeitalter der seriellen Monogamie. Heißt für uns Frauen: Wir bleiben ein Leben lang verheiratet, wir wechseln nur zwischendurch mal den Ehemann. Pfiffig, oder? Ich bin nun schon 14 Jahre fest liiert, immer mit demselben, und möchte meinen Kerl natürlich um keinen Preis wieder hergeben. Schon allein, weil wir zu Hause so eine tolle Aufgabenteilung haben. Er ist Chef, und ich sag, wo’s langgeht. Außerdem: Ist da kein Mann im Leben, weiß man ja gar nicht mehr, wer schuld ist an all dem, was schiefläuft. Oder wie sehen Sie das?

Langzeitbeziehungen sind also empfehlenswert. Hier zwei, drei Tricks, sie haltbarer zu machen. Erstens: In den ersten sieben Jahren der Ehe sollte man auf keinen Fall heiraten, denn statistisch gibt’s da die meisten Scheidungen. Zweitens: Wenn’s doch peng macht, seien Sie Heidi! Seien Sie Ihre eigene Versuchsmaus! Lernen Sie nicht von anderen, lernen Sie von sich selbst. Drittens: Wie heißt es im Silicon Valley? „Find a new way to mess up!“ – „Finde einen neuen Weg, es zu vergeigen!“

Nicht Fehler sind blöd. Blöd ist es, aus Fehlern nicht zu lernen. Gönnen Sie sich also ruhig mal eine Männerniete. Damit Sie anschließend wissen, was Sie ganz bestimmt nicht mehr wollen.

Herzlich,

Katja Kessler

Gala


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