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GALA-Kolumne by Katja Kessler Kate zu Diensten

Herzogin Catherine
© Reuters
Der Palast als Schlangengrube oder: Wie man sich clever mit dem Personal verbündet
Liebe GALA-Freundinnen,

schon immer frage ich mich: Will man wirklich Prinzessin sein? Eingesperrt hinter dicken Schlossmauern oder Dornenhecken? Immer diese Erbsen im Bett? Und das alles für einen Kerl in Strumpfhosen? Also, ich weiß nicht …

Heute las ich, dass meine Lieblingsmärchenprinzessin Kate, Herzogin von Cambridge, mal wieder durch harte Zeiten geht. Dabei sitzt ihr doch noch der Schreck vom letzten Mal in den Knochen, als man im Spülkasten der St.-Mary’s-Klinik Koks fand. In diesem Hospital bekam sie Baby Charlotte.

Und dann der Alkoholskandal um ihre Mutter Carole, die eine Flasche Wein ins Rugbystadion schmuggelte und von Paparazzi erwischt wurde. Aber jetzt kommt's knüppeldick: üble Personalprobleme im Kensington-Palast!Kates Privatsekretärin Rebecca Deacon, ihre engste Vertraute, hat den Dienst quittiert. Als Grund gab sie ihre bevorstehende Hochzeit an. Nun steht Kate mutterseelenallein bis zu den Knien in der Schlangengrube, die sich ihr Zuhause nennt. Ich übertreibe nicht. Wenn's ein Fleckchen Erde gibt, wo die Wände Augen und Ohren haben und anschließend Bücher schreiben – dann hier. 

Nehmen wir Sarah Goodall, bis 2006 Privatsekretärin von Prinz Charles. Die plauderte anschließend auf 320 Seiten aus, wie es so ist im Palast. Dass Charles ein großer Fan ist von Vordem-Dinner-Drinks, Während-des-Dinners-Drinks, Nach-dem-Dinner-Drinks sowie Auf-Wiedersehen- und Gute-Nacht-Drinks. Und dass er beim Gin Tonic immer das Tonic vergisst.
Auch redet er gerne mit seinen Hühnern.Sogar Original-Dialogfetzen sind schriftstellerisch überliefert: "Unglücklich …", "Heirat ...", "Läuft schlecht …" Über Prinzessin Diana schrieb Goodall, dass sie nachts gern den Pudding aus dem Kühlschrank naschte und eine grottenschlechte Hausfrau war. Im Palast-Office tobten Schampus-Orgien. Goodall hatte Sex mit dem Koch, und der Rest der Belegschaft las Klatschmagazine, während Diana mit Intrigenspinnen beschäftigt war. Es ist nicht zu fassen!

GALA-Kolumnistin Katja Kessler
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
© Felix Müller

Oder Paul Burrell, dieses Butler-Frettchen. Plauderte aus, dass Diana ihren Liebhabern Punkte gab. Sozusagen Lover-Charts. Mal ganz zu schweigen von Reitlehrer James "Die Ratte" Hewitt, der im TV verkündete, Diana habe auch im Bett ordentlich Hü! gemacht.

Aber zurück zu Kate. Die ist ja Miss Tugend. Trotzdem nicht auszuschließen, dass sie irgendwann mal Sackhüpfen machen musste mit 50 walisischen Bauern, umringt von 100 Teleobjektiven und 200 Schafen, alles im Dienste von Krone und Vaterland, und dass ihr in so einem Moment doch mal ein genervtes "Wat 'n Kackolores!" entfleucht ist. Natürlich immer zugegen: Rebecca Deacon, ihr Girl Friday. So nennt man Assistentinnen, die an ihrem VIP kleben wie der Putzerfisch am Hai und alles von Cheffe wissen, eben wie Freitag von Robinson Crusoe.

Gerade lese ich: Rebecca darf in der Royal Chapel des St.-James-Palasts heiraten! Eigentlich nur Prinzessinnen vorbehalten. Und Kate höchstpersönlich macht ihr die Weddingplanerin.
Wer ist hier Master? Wer ist Servant? Ganz schön schlau! Auf Rebeccas Enthüllungsbuch wird man wohl erst mal verzichten müssen.

Herzlich, Katja Kessler

Gala

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