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GALA-Kolumne by Katja Kessler Herzlich getrennt

Jennifer Garner
© Getty Images
Eine Hymne auf die so kluge, liebevolle und madonnengleiche Jennifer Garner!
Liebe GALA-Freundinnen,

als ich klein war und die Welt noch in Ordnung, da bekam meine Mutter zum Muttertag von mir Schlüsselborde oder Nadelkissen. Alles selbstgemacht. Vielleicht mal, bei guter Führung, eine Fritteuse.

Und heute? Bämm! Kriegt Megastar Kim Kardashian – mit der ich wahnsinnig oft verglichen werde, weil wir beide Zehen wie Cocktailwürstchen haben – von ihrem Mann ein zwölfköpfiges Streichorchester ins Wohnzimmer gestellt, das nur für sie "Let it be!" fiedelt. Die Titelauswahl finde ich schwierig. "Do!" hätte mir besser gefallen. Klingt mehr nach knuddeln und herzen. (Den Titel haben die Beatles nur dummerweise nie geschrieben.)

Ein Orchester, ganz ehrlich, hätte ich auch gern! Vielleicht arbeitet mein Mann ja schon an den Berliner Philharmonikern, die Muttertag 2089 in unserer Gästetoilette auftreten. Da würden sie dann, nehme ich an, auf Wunsch meiner immer noch pubertierenden Tochter "Ich find dich Scheiße" von Tic Tac Toe auf dem Kontrabass zupfen.

Den ersten Muttertag ganz ohne Kerl hat gerade Hollywood-Star und Dreifach-Mami Jennifer Garner hinter sich. Ihr Ex Ben Affleck ist nach zweijährigem Loslösungsprozess nun doch schon zu immerhin 7/8 ausgezogen. Dem Vernehmen nach hängen noch ein paar seiner Hosen in ihrem Schrank. Ich muss sagen: Hut ab vor Jennifer!

Für ihre liebevolle Diskretion und ihren madonnenhaften Langmut, mit dem sie Bens Fisimatenten ausgehalten hat. Wer dieses Wort nicht kennt: Es geht nicht um Enten aus Fisimat, sondern um Seitensprünge mit der Nanny, Saufen, Spielsucht. Dass Jennifer dabei immer wie eine Löwenmutti ihr Rudel zusammengehalten hat (das mir zeitweilig aus insgesamt vier Kindern zu bestehen schien), dafür bewundere ich sie auch.Nun, am point of no return, zieht sie die Scheidung durch wie eine Flex-Säge, die durch Stahl geht. Ich stelle mir das so vor: Irgendwann in der Vergangenheit hat Ben einmal zu viel "Ich lllllibbe dich!" gelallt. Die kluge Jennifer wird ihm geantwortet haben: "Ich mich auch! Deshalb ist jetzt Schluss." Seither läuft's wieder rund bei Bennifer. Er sieht aus wie ein frischgebügeltes Hemd, hat Entzug gemacht – und sie ihren inneren Frieden zurück. Am Wochenende sah man Jen strahlend wie die kalifornische Sonne mit ihren Kids auf dem Weg zur Kirche.

Ben Affleck
© Reuters

Weder Ben noch Jen haben einen Anwalt eingeschaltet. Warum auch, beide verstehen sich ja bombig. Im Scheidungsantrag steht als Grund für das Scheitern dieser Hollywood-Ehe: unüberbrückbare Differenzen. Ich gehe fest davon aus, dass er, der alle Schuld auf sich genommen hat, sich jetzt zügig von ihr scheiden lässt. Und dann, in einem konsequenten nächsten Schritt, auch von sich selbst.

Was die psychologische Frage aufwirft: Warum macht’s bei Kerlen erst Dingdong, wenn’s endgültig Peng gemacht hat? Sie zu Hause rausfliegen? Alles zu spät ist?

Cher postete dieses Jahr zum Muttertag eine gutmütig daliegende Muttersau, der ihr Ferkel auf der Nase herumturnt. Wie kommt sie bloß darauf?

Herzlich, Katja Kessler

Gala

Katja Kessler schreibt exklusiv für GALA