GALA Kolumne by Katja Kessler: Heiliger Burnout

Mal keusch, mal krass, immer unter Strom: Muss man sich um Justin Bieber mütterliche Sorgen machen?

GALA Kolumne by Katja Kessler

Liebe GALA-Freundinnen,

es gibt ja diese Promiberufe, die kannst du nicht lernen. Millionärswitwe zum Beispiel. Oder Tochter von Kim Kardashians Mutter. Und dann wieder gibt es diese Promiberufe, die kannst du durchaus lernen. Du müsstest nur vorher vier Piña Colada und einen Amaretto mit Sahne trinken.

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©Gala

Justin Bieber

Nehmen wir die schöne Collien Fernandes – Ex-Viva-Star, Schauspielerin, Ehefrau von Christian Ulmen. Seit neuestem ist sie als Botschafterin für Slipeinlagen tätig. Auf Youtube moderiert sie Produkttests: "Nehmt doch bitte eine Slipeinlage aus der Packung und gebt ein bisschen Wasser drauf!" Mein Vater, früher Zahnarzt, pflegte die Krisensicherheit seiner Branche mit folgendem Satz zu highlighten: "Ein Loch haben die Leute immer." Collien, diesen Satz schenke ich dir hiermit.

Was ich mir als enorm schweren Studiengang vorstelle: Justin Bieber werden. Als Justin noch sehr jung war, also vor ungefähr acht Wochen, sagte er der "GQ": "Wenn ich wirklich alt bin, also so VIERZIG, lasse ich mir vielleicht ein Gesichtstattoo stechen." Ein paar Tage später hatte er auf Instagram ein kleines Kreuz unterm linken Auge. Möglicherweise denkt er ja, vierzig ist das Alter, das nach zweiundzwanzig kommt. In Summe, also von Hacke bis Nacke, sind das jetzt 50 Tattoos auf Justins Körper. Respekt.

Überhaupt, was für ein bieberbumsvoller Stundenplan! "Ich bete jeden Tag. Für meine Familie, meine Freunde, meine Fans. Ich spreche Gebete auf Englisch und Hebräisch. Das gibt mir die Kraft, die ich brauche, um jeden Tag alles geben zu können", sagte Justin kürzlich. Nun frage ich mich natürlich mütterlich besorgt: Wann findet der Junge überhaupt Zeit dazu?

Nicht dass er wegen Beten Burn-out kriegt! Mal muss er in Los Angeles das Haus seines Nachbarn mit Eiern bewerfen, mal in Miami an illegalen Autorennen teilnehmen oder in Australien einen weiblichen Fan aufklären: "Du siehst aus wie ein gestrandeter Wal!" Puh! Dann wieder Stripperinnen am Busen herumnuckeln, seiner Ex Schniedelwutzfotos simsen oder sich Vaterschaftsklagen durchlesen. Wat’n Stress aber auch.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler

Was die wenigsten wissen: Auch Justin war mal Botschafter, wie Collien. Allerdings nicht für Damenaccessoires – für Keuschheit. Zusammen mit Britney Spears, einer, hüstel, ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet, schritt er als Vorzeigejungfrau der Teenie-Bewegung "True Love Waits" über die roten Teppiche. Wahre Liebe wartet. Nun ist das alles schon biblische fünf Jahre her. Es gilt das Promi-Branchen-Mantra: Morgen ist heute schon gestern. Egal was du jetzt sagst – nächste Woche setzt du den Blinker, machst einen U-Turn und kommst dir beim Reden selber entgegen.

Als meine Tochter in der zweiten Klasse war, unterhielt ich mich mal mit ihren Mitschülerinnen. "Hach Kinder", sagte ich, "habt IHR’s gut! Als ICH klein war, da achteten die Mamas und Papas noch nicht so darauf, was man beruflich mal machen möchte, welche Talente man hat und ob man sich die Zähne putzt." Studiert der eine Siebenjährige neugierig mein Gesicht: "War das im Krieg?"

Gestern führte ich nun das erste Berufsberatungsgespräch mit meiner knapp Achtjährigen:

"Was willst du denn mal werden, Süße?"

"Reich."

"Und wenn das nicht geht?"

"Berühmt."

Ich schlag mal in den Gelben Seiten nach, was da in Frage kommt.

Herzlich,

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