GALA Kolumne by Katja Kessler: Hautsache, die Message stimmt

Hilfe! Immer mehr singende Nackedeis!

GALA Kolumne by Katja Kessler

Liebe GALA-Freundinnen,

wir Frauen sind schon eine ulkige Spezies. Das sieht man an den ulkigen Zeitschriften, die wir so lesen:

Seite 1 – 10: Akzeptiere dich so, wie du bist!

Manuela Reimann

Mit dieser Veränderung macht sie ihre Fans sprachlos

Die Reimanns
Die Kult-Auswanderin Manuela Reimann teilt ihr Leben gerne auf Instagram mit ihren Fans. Jetzt zeigt sie eine krasse Typveränderung.
©Gala

Seite 11 – 20: Verliere zwölf Kilo in vier Wochen!

Seite 21 – 30: Leckere Tortenrezepte!

Nur mal so zum Vergleich – kennt irgendwer ein Männermagazin mit folgenden Themenschwerpunkten:

Seite 1 – 10: Schöner rasen mit den neuen Flitzern der Saison!

Seite 11 – 20: Wie Autofahrer den Amazonas-Regenwald vernichten!

Seite 21 – 30: Neuer Herbsttrend – Doppelauspuff!

Die Seele einer Frau ist wie das Muster von Missoni: munter buntes Zickzack. Vorhin zum Beispiel habe ich mir den neuen Musik-Clip von Frida Gold angeschaut. Und ich muss sagen, in meiner Brust streiten zwei Herzen. Zum einen ist das echt sehr anmutig, wie Sängerin Alina Süggeler, 31, frisch gebadet auf ihrem Bett herumsitzt und den Ohrwurm "Langsam" performt, mit nix an außer einem Handtuchturban. Nicht mal mit Licht aus und "Alle meine Entchen" würde ich mich das trauen.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler

Irgendwie ist diese Frau die coole körperbewusste emanzipierte Socke, die ich gerne wäre. Im Falle meiner Wiedergeburt, lieber Gott, möchte ich mich hiermit ganz offiziell um Alina Süggelers Körper bewerben.

Auf der anderen Seite: Was wollen mir ihre blanken Brüste sagen? Es ist wie eine Doku über Zentralafrika gucken – und ständig laufen Pinguine durchs Bild. Überhaupt: Warum dieser Handtuchturban? Alina hat doch raspelkurze Haare. Was soll da tropfen?

Hilfe! Ich brauche dringend ein TomTom, das mich durch das Wirrwarr in meinem Kopf navigiert. Übrigens auch, was "Langsam" angeht: Eine hinreißende Ballade, ja. Aber ob's um Gefühle geht oder um Verdauungsprobleme – man weiß es nicht: "Da muss was raus / Weil es dich zerfrisst / Und du damit voll beladen bist."

Nun ist Nacktsingen nicht unbedingt was Neues. Vor drei Jahren machte US-Superstar Miley Cyrus, 23, ihren Song "Wrecking Ball" berühmt, indem sie sich im Eva-Kostüm auf eine Abrissbirne schwang und mit langer Zunge an Kette und Vorschlaghammer herumschleckte. Hätte Porno heißen müssen, lief aber unter Promo. Was egal ist. In der Popbranche gilt eh die Logik der Pickelcreme: Alles drin – nur keine Pickel.

Aktuell hat sich nun auch Jennifer Weist, 29, ausgezogen, Frontfrau der Gruppe Jennifer Rostock. Im sexy Hip-Hop-Video "Hengstin" zeigt sie alles, was sie hat: hundert Tattoos, fünfzig Kilo Flechtzopf und ganz viel musikalischen Bums. "Ich glaube nicht daran, dass mein Geschlecht das schwache ist / Ich glaube nicht, dass mein Körper meine Waffe ist / Ich glaube nicht, dass mein Körper deine Sache ist."

Wow! Starke Frau, taffe Message, super Song.

Alina und Miley hätten nicht strippen müssen, wenn Sie mich fragen. Aber Jennifer gelingt ein Kunststück: Sie ist die erste Frau, bei der ich den Bauarbeiter in mir entdecke und rufe: Bitte ausziehen!

Busen meets Botschaft.

Herzlich,

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