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GALA-Kolumne by Katja Kessler Geliebte Pechmarie

GALA Kolumne by Katja Kessler
GALA Kolumne by Katja Kessler
© Felix Müller, Getty Images
Von Liebes-Chaos bis Mietschulden: eine Hymne auf Lindsay Lohan, die Königin der Fettnäpfchen

Liebe GALA-Freundinnen,

ein kluger Mensch hat mal gesagt: "Wenn es bellt wie ein Hund, aussieht wie Hund, beißt wie ein Hund, dann ist es womöglich: ein Hund." Doll, oder? Muss man erst mal drauf kommen.

Und hoppela! Damit bin ich auch schon bei meiner Lieblings-Skandalnudel Lindsay "LiLo" Lohan, 30. Bei der hat man das Gefühl, dass sie sich jeden Morgen mit Hilfe einer Wünschelrute auf die Suche nach dem nächsten Fettnäpfchen macht. Diese Frau produziert Negativschlagzeilen wie andere Leute CO2. Koks, Knast, Kerle. Was schieflaufen kann, läuft schief. Doch müsste Lindsay zum Arbeitsamt und in ein Formular eintragen, was sie beruflich macht, stünde da nicht "Pechmarie" oder "Professionelle Unsinnmacherin".

Da stünde "Star". Ulkig, nicht wahr? Noch ulkiger: Seit einer gefühlten Ewigkeit arbeitet LiLo an ihrem Comeback, ohne dass man sagen könnte, von was eigentlich genau. Sie ist wie vier Reifen, zu denen es kein Auto gibt. Sie schafft es, dass man sie nicht vergisst, sich aber auch nicht an sie erinnert. Ein echtes Phänomen. LiLos Bio zu googeln, ist beeindruckend.

Irgendwie denkt man ja immer, Scheitern fällt Promis in den Schoß. Doch ihr Beispiel beweist: Ein 1-a-Karriere-Scherbenhaufen ist das Ergebnis harter Arbeit. Bereits mit zwölf besucht LiLo die Kaderschmiede für angehende verkrachte Existenzen, unter Insidern "Disney-Studios" genannt. Sie spielt in Filmen wie "Ein Zwilling kommt selten allein" oder "Girls Club – Vorsicht bissig!". Und sogar schon mit drei Jahren stand sie für Werbedrehs vor der Kamera. Man fühlt sich erinnert an Kinderstars wie Macaulay Culkin ("Kevin allein zu Haus"), der heute erfolgreich an seiner Karriere als Biertrinker und Heroinkonsument arbeitet, oder Drew Barrymore ("E. T."), die schon mit zehn kiffte.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
© Felix Müller

Und apropos Disney-Studios: Hier lernten auch Britney Spears und Miley Cyrus das Ausflippen. Im Laufe ihres jungen Lebens saß Lindsay bereits sechsmal im Alkohol- und Drogen-Entzug. Da sie in dieser Zeit selbst nicht so gut für neue Skandale sorgen konnte, übernahmen das Mama und Papa. In der US-Talkshow "The Test" lieferten sie sich einen Wettbewerb in der Disziplin "Wer kann lauter schreien?" beziehungsweise "Wer hat wen zuerst betrogen?".

Als hätte ein Drehbuchautor Familie Flodder zu Leben erweckt. Aktuell ist LiLo bankrott. Mal wieder, muss man sagen. Seit sechs Monaten zahlt sie angeblich keine Miete mehr für ihr Londoner Apartment, hat rund 87.000 Euro Schulden angehäuft. Auf Twitter liefert sie sich eine Schlammschlacht mit ihrem Ex-Verlobten. Er sagt: "Sie hat mich bestohlen!" Sie sagt: "Ich wurde geschlagen."

Irgendwie verliert man in diesem Chaos-Kuddelmuddel ein bisschen die Übersicht. Doch zähle ich eins und eins zusammen und addiere noch den halben Ringfinger, den sich Lindsay kürzlich beim Bootfahren abriss und der wieder angenäht werden musste, komme ich zum Ergebnis: So viel Pech geht eigentlich auf keine Kuhhaut. Derart zuverlässig unzuverlässig zu sein – das braucht schon wieder Disziplin.

Anders formuliert: Diese Frau kann Panne. Genau deswegen wird sie gebucht. Der Karriereknick kommt, wenn sich Lindsay entscheidet, pünktlich und nüchtern zu werden.

Katja Kessler Gala

Katja Kessler schreibt exklusiv für GALA


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