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Gala Kolumne by Katja Kessler Endlich Superplus!

War denn wirklich alles falsch an der alten Liebe? Männer und ihre Vergangenheitsbewältigung

Liebe GALA-Freundinnen,

wissen Sie, was ich finde? Wenn prominente Männer über ihre neue Liebe plaudern, klingt das oft so, als stünden sie nun endlich an der Zapfsäule für Superplus, nachdem sie jahrelang nur Diesel tanken durften. Endlich die Frau mit der richtigen Oktanzahl. Ich habe mich schon so oft gefragt, was wohl die werte Ex-Gattin fühlt, wenn sie das hört oder liest. Klebt die sich vorsichtshalber ein ABC-Wärmepflaster aufs Herz? Gegen Verkühlung?

GALA-Kolumnistin Katja Kessler
GALA-Kolumnistin Katja Kessler
© Felix Müller

Fast schon legendäres Beispiel:Brad Pitt. Längst geschieden von Jennifer Aniston, holte er noch mal zum ganz großen Kikeriki aus. Er erklärte der Welt, was seine Ex alles nicht für ihn war: "Ich habe kein interessantes Leben geführt. Das Cleverste, was ich machen konnte, war, Angelina zur Mutter meiner Kinder zu machen. In ihr habe ich die Frau gefunden, die ich liebe." Batsch. Und Jen? Die konstatierte trocken: "Brad fehlt wohl ein Sensibilitäts- Chip."

Oder aktuell:Peter Maffay. Auch so ein kleiner Gockel. Bis zum Hals-Tattoo verliebt in seine neue, superhübsche, vierzig Jahre jüngere Freundin, die ihn anhimmelt wie die Katze die Whiskas-Fabrik. Es sei ihm gegönnt. Aber was sind das bitte für Lautäußerungen? "Ich werde in Zukunft Dinge nicht mehr ignorieren." War denn alles so furchtbar davor?

Ich möchte jetzt mal eine Lanze brechen für den Brad und den Peter. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Männer im Rausch der Gefühle einfach nur plemplem sind. Nicht böse gemeint. Ihr Serotonin-Level im Blut (Serotonin ist ein Hormon) ist der eines Menschen, der sich zwanzigmal hintereinander die Hände waschen muss. Wie sprechen über: Zwangsstörungen. Der populäre Hirnforscher Semir Zeki sagt sogar: "Liebe ist am Ende eine Obsession."

Außerdem möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen, noch das berühmte Milgram- Experiment nahebringen. Es zeigt, dass nette Menschen aus den allerbesten Absichten heraus total gemein sein können. Stanley Milgram, Professor für Psychologie, bat seine Probanden, Schüler mit stärker werdenden Stromstößen "wachzukitzeln", wenn sie beim Lernen Fehler machten. Es zeigte sich: Selbst wenn der Schüler irgendwann "Aua!" schrie, machte der Proband fröhlich weiter, sofern ihm der Professor versicherte: "Es ist unbedingt notwendig! Das Experiment erfordert das!"

Es geht in diesem Experiment um vieles. Um die Blindheit zu erkennen, dass man anderen gerade ziemlich wehtut. Und um das Unvermögen, einen einmal eingeschlagenen Weg zu verlassen. Männer, die frisch verliebt sind, können gar nicht anders, als ein lautes Hohelied auf die neue Beziehung zu singen. Denn nur XXL-Gefühle rechtfertigen große Scherbenhaufen.

Übrigens: Wir Frauen sind auch nicht von schlechten Eltern. Schauspielerin Christine Neubauer schwärmte mal über ihren Neuen: "Er ist ein südamerikanischer Vulkan." Jede Wette, dass ihr bayrischer Ex-Mann noch am selben Tag einen prüfenden Blick in seine Boxershorts geworfen hat? Ich wünsche Ihnen einen liebevollen Tag!

Herzlich, Katja Kessler

Katja Kessler Gala


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