GALA Kolumne by Katja Kessler: Die Katze war's!

Kitten Heel, Polka-Dot, Glam Sahm und Ombré: VIP-Vokabeln und was sie uns sagen wollen

GALA Kolumne by Katja Kessler

Liebe GALA-Freundinnen,

seid Ihr auch heimlich ein bisschen blöd? So wie ich? Kürzlich hatte mein Selbstbewusstsein beim Modezeitschriften-Lesen einen schweren Auffahrunfall mit Selena Gomez und ihren Schühchen. Selena Gomez erkenne ich ja mittlerweile mit Augen zu. Aber mit ihren "Kitten Heels", übersetzt so was wie "Kätzchen-Hacken", tat ich mich schwer. Den Begriff hatte ich noch nie gehört.

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Und da bist du schon etwas verunsichert, wenn du als Fashioninteressierte Frau plötzlich vor so einer riesen Bildungslücke stehst, die sich bislang vor dir versteckt gehalten hat. Auf Neu-Englisch würde ich sagen: I shamed me in Ground and Floor! Kitten Heels, um das mal kurz klarzustellen, sind High Heels ohne High. Was Mules sind, wusste ich bis vor achtundvierzig Stunden auch nicht: eine Art getunte Pantoffeln. Da schlüpfst du rein und hast, das ist die Innovation, unter der Hacke noch einen Zehn-Zentimeter-Blockabsatz. Dafür fehlt das Riemchen um die Ferse. Sonst wären’s ja, na klaro, Sling Pumps.

GALA-Kolumnistin Katja Kessler

Doch nicht nur bei den Schuh-Neuzüchtungen komme ich kaum noch hinterher mit dem Vokabellernen. Auch die angesagten Haarfarben – pardon: It-Colours! – setzen mir zu. Sophia Thomalla zum Beispiel, das habe ich gelernt, hat keinen rausgewachsenen Ansatz, die hat Ombré. Ombré wiederum sieht, wenn man mich fragt, genauso aus wie das ebenfalls hippe Bronde, also Brown-Blonde. A) Ombré? Oder B) Bronde? Eigentlich wäre das eine prima 500000-Euro-Frage bei Günther Jauch.

Und seid Ihr vielleicht auch schon wie ich das eine oder andere Mal über Socialite gestolpert? Noch so ein Wort, das Frauenzeitschriftenseiten besiedelt wie die Nacktschnecke das Salatblatt. Socialites – kleine Faustregel – sind Frauen, die in Chile, Litauen oder Legoland eine große Fashionnummer sind und mit ihrer Polka-Dot-Interpretation auf Schottenkaro nun ins Licht der modischen Weltöffentlichkeit drängen.

Kürzlich spülte mir das Zeitunglesen allerdings ein wirklich merkenswertes neues Fremdwort auf die Netzhaut: Glam Sham. Glamorous Stay At Home Mom. Eine exotische Mutti-Spezies, die bislang nur in Manhattan stationiert ist. Dabei handelt es sich um hochattraktive, topausgebildete Frauen, die mit beiden Stiletto-bewehrten Beinen fest im Leben stehen, sich aber gegen Karriere und fürs hundertprozentige Hausfrauendasein entschieden haben. Intensive mothering nennen sie das. Mit Papa (meist ein stinkreicher Börsenheini) hat die Glam Sahm einen finanziellen Deal. Gibt sie ordentlich Gas, hält das Haushaltsgeld zusammen und stimmen am Ende des Jahres die Schulnoten der lieben Kleinen, gibt's – Achtung! – eine Bonuszahlung. So kann die Glam Sahm, gar nicht so unclever, It-Bags und Wedges kaufen und Kitten Heels und Mules und Clutches.

In diesem Sinne: Häff ä grät wiek!

Herzlich,

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