GALA-Interview mit Lena Dunham: Über Schönheitsideale und Lieblingskörperteile

Im Gespräch mit GALA verrät Lena Dunham, was sie selbst speziell aus den letzten zwölf Monaten mitnehmen konnte, welches ihre Vorsätze für 2015 sind – und warum sie ein echtes Girlie-Girl ist

Lena Dunham

Im letzten Jahr hat "Girls"-Erfinderin und Allround-Talent Lena Dunham, 28, ihr erstes Buch veröffentlicht. In "Not That Kind of Girl – Was ich im Leben so gelernt habe" (Fischer Verlag, 19,99 Euro) erzählt sie warm, nah und humorvoll von einer oder ihrer Mädchen-Jugend in und um New York. Wer ihre Serie sieht oder ihr Buch liest, glaubt Lena Dunham gut zu kennen. Dass der "Girls"-Star trotzdem überraschen kann, erlebte GALA in Berlin. Ein Gespräch über Schönheitsideale, Lieblingskörperteile und über Dunhams Handtaschen-Inhalt.

Neues Jahr, neues Glück: Haben Sie gute Vorsätze?

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Zurzeit fühle ich mich schon ziemlich wohl. Aber klar, etwas vornehmen kann man sich immer!

Was würden Sie 2015 denn gern noch mehr sein, was lieber weniger?

Ich würde gerne weniger stur sein – und mehr körperlich aktiv (lacht). Das sage ich allerdings jedes Jahr. Und ich bin es nie! Weil ich eigentlich doch nicht richtig Workouten will. Ich weiß eben nur, dass ich sollte.

Ernähren Sie sich denn bewusst?

Schon. Aber das heißt nicht, dass ich auf Diät bin. Ich liebe Snacks. Und wenn das Essen Bio ist und ich die Inhaltsstoffe einigermaßen kenne, dann habe ich überhaupt keine Angst vor Zucker oder Fett oder Fleisch.

Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut?

Mittlerweile meistens.

Was mögen Sie an sich selbst besonders?

Meinen Busen! Der hat eine gute Form und sitzt super. Meistens muss ich nicht mal einen BH tragen.

Und was gefällt Ihnen dagegen gar nicht so sehr?

Hm, früher habe ich mich für meinen Bauch geschämt, weil er immer ein bisschen raus steht. Mittlerweile ist mir das aber egal. Ich hab’ mich dran gewöhnt. Mittlerweile glaub ich sogar, dass ich ihn vermissen würde, wenn er weg wäre (lacht).

Warum denken wir Frauen trotzdem alle so viel über unser Äußeres nach?

Ich denke wir leben in einer Zeit, in der wir von äußerst eingeschränkten medialen Idealen und von unrealistischen Körper-Bildern, beeinflusst werden. Wir schauen den ganzen Tag auf Körper, die nicht aussehen wie unsere. So entstehen Probleme, Probleme mit dem eigenen Körper. Übrigens nicht nur bei Frauen. Auch viele Männer haben hart mit ihrem Äußeren zu kämpfen.

Ja?

Ja. Schließlich bekommen Männer genauso ein Schönheitsideal aufgezwängt wie Frauen. Allerdings werden sie nicht so sehr danach beurteilt, ob sie hineinpassen oder nicht…

Welchen Rat würden sie ihrem 14-jährigen Ich geben?

Als ich ein Teenie war, war ich so verwirrt darüber, wie mein Körper sich verändert und so voller Angst, dass ich sagen würde: 'Weißt Du was? Alles wird gut.' Jeder macht das mit. Sei einfach interessiert an Dir selbst und akzeptiere dass du Dich an manchen Tagen schrecklich fühlst – und an manchen super!

Ist es für junge Frauen schwieriger mit ihrem Körper umzugehen oder mit ihrer Seele?

Beides hängt so sehr zusammen, dass es glaube ich am wichtigsten ist einen Weg zu finden, Körper und Geist im Einklang zu halten und einen gesunden Weg zu finden mit beidem umzugehen.

Und wenn’s nicht klappt?

Dann helfen Freunde oder auch Kreativität. Wenn das nicht reicht: professionelle Hilfe! Genauso wie wir zum Arzt gehen, wenn wir uns körperlich nicht wohl fühlen sollten wir das tun, wenn es uns mental schlecht geht.

Warum fällt vielen das so schwer?

Ich denke da existiert ein Stigma. Und zwar, weil die Leute mentale Probleme nicht sehen können. Es gibt keine Schramme, kein Blut, keinen Beweis. Dabei kann es genauso herausfordernd sein. Und genauso schmerzhaft.

Von Ihren eigenen Erfahrungen schreiben Sie in Ihrem Buch "Not That Kind Of Girl – Was ich im Leben so gelernt habe". Was haben Sie in den letzten Jahren gelernt?

Wahnsinnig viel! Meine Karriere hat begonnen, ich habe gelernt was es heißt, ein Freund zu sein, was es heißt ein Chef zu sein …

Ist es schwer ein Chef zu sein?

Schon. Natürlich habe ich gern die Kontrolle über meine Arbeit. Aber ich sage nicht so ganz gern anderen Leuten, was sie falsch gemacht haben. Ich werde nicht gern laut oder wütend. Konfrontationen gehe ich generell eher aus dem Weg. Ich musste mir selbst sehr diszipliniert beibringen, ehrlich mit anderen zu sein. Schließlich will ich auch, dass man mir gegenüber ehrlich ist.

Was sind weitere wichtige Werte für Sie?

Höflichkeit. Und ich denke es ist wichtig, dass man seinen Weg geht, ohne andere dabei zu verletzen. Ich halte es für wichtig liebevoll zu sein. Und unabhängig. Man sollte immer seinem Herzen folgen. Das versuche ich selbst und das schätze ich an anderen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich hoffe ich lebe dann noch immer in New York. Ich liebe die Stadt. Sie ist meine Heimat und hier ist meine Familie. Ich hoffe ich habe Kinder. Und ich hoffe ich habe noch ein paar Filme gemacht und Bücher geschrieben auf die ich stolz sein kann. Allerdings hoffe ich auch, dass mich noch viele Überraschungen erwarten! Hätte man mir vor ein paar Jahren gesagt, dass ich heute bin wo ich bin, hätte ich es nie geglaubt.

Seit 2012 ist Lena Dunham mit Musiker Jack Antonoff, 30, liiert. Er schreibt u.a. Songs für Taylor Swift.

Wollten Sie denn gern berühmt sein?

Nicht direkt. Aber ich wollte schon immer etwas schaffen, das die Leute interessiert.

Das haben sie geschafft – und jetzt können sie sich nur noch schwer verstecken…

Stimmt! Weil ich auch nichts tragen will, womit ich mich verstecken könnte. Ich mag es laut und schrill und bunt. Ich lieb es mich aufzubrezeln und mich wie eine Lady zu fühlen.

Sind Sie ein richtiges Mädchen?

Na, absolut! Ich liebe High Heels und ich liebe Schuhe und schön anziehen, neue Outfits, schicke Designs und alles. Trotzdem habe ich kein Problem damit, in Jeans und Hoodie zur Arbeit zu gehen.

Schließlich ist man auch darin noch eine Frau.

Eben! Total!

Tragen Sie eine Handtasche?

Immer.

Was haben Sie immer dabei?

Viele Stifte, falls jemand sein Buch signiert haben will. Und meinen Ausweis, denn ich brauche das Gefühl überall hingehen zu können, wann immer ich es will. Außerdem gehe ich nie ohne meine Sonnenbrille, Lipgloss und ein Buch.

Welches Buch?

Meistens ein kleines leichtes, das ich zwischendurch lesen kann. Gerade habe ich einen Gedicht-Band von Chelsea Martin durch. Statt einem Buch auch manchmal eine Ausgabe des New Yorker. Ich brauche immer was Gutes zum Lesen!

Welche Bücher möchten Sie noch lesen?

Oh, da gibt es ein paar – auch viele Bestseller. 'Gone Girl' habe ich zum Beispiel noch nicht gelesen, aber das möchte ich, bevor ich den Film sehe! Und den 'Distelfinken'! Weil offenbar wirklich jeder dieses Buch liebt! Ich habe das Gefühl das 2015 das Jahr der Bücher für mich wird, die jeder andere längst gelesen hat. Ich habe dafür lauter sonderbare Gedicht-Bände und feministische Texte verschlungen… Auch ok. Aber jetzt ist wieder ein bisschen mehr Mainstream dran! Darauf freue ich mich dieses Jahr.

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