Frisch hapeziert: VIP-Gedrängel im Weltraum

GALA-Kolumnist Hape Kerkeling über Stars in der Schwerelosigkeit

Liebe GALA-Freunde,

es gibt so Tage, da könnte ich meine zweitbeste Freundin Gudrun auf den Mond schießen. Wenn sie mal wieder alles besser kann, egal ob Kochen, Anlageberatung oder Raumfahrt. Dass sie sich nun tatsächlich als Mitfliegerin beim "Mars One"-Projekt beworben hat, nötigt mir aber Respekt ab. Chapeau! Oder wie die rheinische Raumfahrerin sagt: Helm ab, Liebschen!

Promi-Shopping-Queen

Cheyenne Ochsenknecht bricht die Regeln

Cheyenne Ochsenknecht
Cheyenne Ochsenknecht bringt das Netz gegen sich auf: Bei der letzten "Promi Shopping Queen"- Folge beweist das Nachwuchsmodel zwar Gespür für Mode, allerdings zeigen sich auch einige TV-Allüren.
©Gala / Stern

Ausflüge ins All ohne extra Ausbildung sind in greifbare Nähe gerückt. So ließ Multimilliardär Richard Branson eigens für hippe Weltraumurlauber das "Space Ship Two" entwickeln. Das bisschen Schwerelosigkeit wird seine handverlesenen Passagiere demnächst exorbitante 250.000 Dollar pro Hobby-Kosmonauten-Kopf kosten. Passt!

Viele Celebritys haben sich bereits angemeldet. Lady Gaga möchte an der Grenze zwischen Erdatmosphäre und Weltall ein Konzert geben. Leonardo DiCaprio will das keinesfalls verpassen und sicherte sich einen Logenplatz. Space-Cowboy Ashton Kutcher sowie Gattin Mila Kunis outeten sich als Passagiere Nr. 500 bzw. 501. Und Kate Winslet bekam ihr Ticket sogar von Branson geschenkt. Man ist schließlich verschwippschwägert. (Kate heiratete Ned Rocknroll. Einen Branson-Neffen. Leo war Trauzeuge. Galaktisch!)

Selbst Stephen Hawking, der geniale britische Astrophysiker, will mit von der Partie sein, obwohl er im Rollstuhl sitzt. "Ich war ja auch schon in Kanada und in Kalifornien", lautet seine plausible Begründung. Justin Bieber kündigte indes an, er werde während des Flugs das erste Video im statt nur unterm Sternenhimmel drehen. So hat sich Hawking seinen ersten Weltraum-Trip vermutlich nicht vorgestellt.

Logbuch der "Enterprise", Sternzeit 08/15: Die Gaga singt, der Bieber filmt, und die Kutchers turteln sich durch unendliche Weiten. Die (holländische) "Mars One"-Mission basiert übrigens auf der Schnapsidee, dass man per One-Way-Ticket reist, sein restliches Leben als Marsmensch fristet und rund um die Uhr im "Big Brother"-Stil von TV-Kameras beobachtet wird. Da oben dauert jeder Tag gut eine halbe Stunde länger als auf der Erde. Das kann sich ziehen. Ein roter Sportwagen für den Roten Planeten ist wiederum der Plan von Elektroauto-Pionier Elon Musk.

Noch im Januar will er per SpaceX-Rakete einen Tesla Roadster Richtung Mars schießen. Im Autoradio läuft David Bowies "Space Oddity". Mein Vorschlag: Warum nicht noch einen ollen Diesel-Volkswagen dazu packen? Da dudelt dann Willi Millowitschs "Wir sind alle kleine Sünderlein" ...

Wenn Sie mich jetzt persönlich fragen: Es gab schon Schweine im Weltall. Affen und Terrier. Amerikaner, Russen, Deutsche, Chinesen. Was soll ich da noch als Rheinländer? Ich finde, es gibt hier unten genug Herausforderungen. Versuchen Sie mal, pünktlich mit der Bahn von Bielefeld nach Osnabrück zu kommen. Abenteuer pur!

Für die ersten "Mars One"-Kolonisten soll nun angeblich im Jahr 2032 der Countdown runtergezählt werden, und meine Second-BFF will es mit aller Macht unter die "glücklichen 40" schaffen. Nach dem Simulationsflug in der Humanzentrifuge des niederländischen Raumfahrtzentrums forderte sie ein Glas Jägermeister auf Eis. Man war darüber "niet amuseert", und so liegt sie derzeit nur auf Startplatz 4711. Vielleicht wird mein Gudrunchen doch nicht für immer verduften.

Ich drücke Sie zentrifugal!

Ihr Hape Kerkeling

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