Frisch hapeziert: So nah beieinander liegen Lachen und Sex

GALA-Kolumnist Hape Kerkeling über seine Backstage-Erlebnisse beim Comedypreis 2017

Liebe GALA-Freunde,

man kann Tatsachen nicht restlos weglachen. Selbst mir als passioniertem Schlämmer vergeht beim Gedanken an die AfD-Spaßbremsen und die fraktionslose blaue Frauke im Bundestag der gesunde Appetit. Auch die Gesamt-Weltlage ist für eine heitere Grundstimmung nicht gerade förderlich. In between muss man aber einfach mal Party machen dürfen. Feiern. Ablachen. Jetzt erst recht!

So geschehen vorige Woche beim Deutschen Comedypreis. Ich hatte viel Freude in Köln. Meinem Entdecker und Idol Ottfried Fischer durfte ich den Ehrenpreis überreichen. Wenn den einer verdient hat, dann ja wohl der Godfather of Bavarian Entertainment! Preisverleihungen sind in der Regel immer etwas länglich. Wenn sie jedoch von einem gewissen jungen Mann moderiert werden, da habe auch ich Spaß in den Backen. (bürgerlich: Christopher Nast) war der Gastgeber des Abends. Erst 26 Jahre alt, wirkt er wie eine Reinkarnation von . Nur etwas moppeliger. Und deutlich frecher.

Unser Kolumnist Hape Kerkeling als Laudator für Ottfried Fischer

Die Aftershowparty beim Bambi ist ja gern mal eine Schlangengrube. Beim Comedypreis hingegen gestaltet sich das Ganze eher wie ein Familientreffen der Fun-Elite. Auch wenn man mal kurz weg war. Stichwort: drei Jahre Bühnen-Abstinenz.

Meine zweitbeste Freundin Gudrun jedenfalls, die diesmal mitdurfte, fühlte sich gleich heimisch. Nach dem vierten Kölsch in fröhlicher Runde machte sie mir den Vorschlag, ich solle mich – ganz kreativ à la Chris Tall – doch auch mal umbenennen. In "Happe Tittlich"!!! Ein Brüller. Fanden zumindest die umstehenden lieben Kollegen. Der lustigste Proll der Welt, . Der gottbegnadete . Und ein an diesem Abend sanftmütiger Gernot Hassknecht alias Hans-Joachim Heist mitsamt seinem vor Talent strotzenden "heute show"-Hofstaat.

Ich mag jeden, der andere Menschen zum Lachen bringen will. Dass das jeder auf seine Weise tut, macht die Sache erst interessant.
Und für TV-Zuschauer von Comedy-Shows habe ich jetzt noch wertvolle Tipps!

Nummer eins: Beim Lachen ist es wie beim Sex. Es braucht mindestens zwei Leute, damit es sich wirklich schön anfühlt.

Nummer zwei: Wenn Sie sich vor der Show ein schwer verdauliches Schnitzel reindrücken und dann mies-muffelig neben dem Adiletten-Gatten im Schlabber-Shirt vor der Glotze abhängen, dürfen Sie sich bitte nicht wundern, wenn die dargebotenen Gags bei Ihnen nicht zünden. Speisen Sie vorab lieber einen leichten Feldsalat. Ziehen Sie sich was Nettes an. Setzen Sie sich aufrecht in ihren Fernsehsessel und nehmen sie eine unverkrampft lachbereite Grundhaltung ein. Zelebrieren Sie die ganze Sache also! Dann klappt’s auch mit dem Spaß an der Freud.

Für 2018 hat übrigens eine gewisse Person nach den Ereignissen in diesem Jahr Party-Verbot beim Comedypreis. Meine – aktuell maximal drittbeste – Freundin Gudrun. Mit müden Witzen wie "Kommt ’ne Frau beim Arzt" schaffte sie es am Ende, sogar die strahlende Queen of Comedy zum "Versacken aus Verzweiflung" zu bringen. Witzischkeit kennt manchmal eben doch Grenzen. 

Bleiben Sie bitte echt heiter!

Ich drücke Sie!

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche