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Frisch hapeziert Forever young?

Hape Kerkeling, Brad Pitt, Kai Pflaume
© Felix Rachor, Getty Images
GALA-Kolumnist Hape Kerkeling über die Beauty-Tricks der Männer
Liebe GALA-Freunde,

in welchen Zaubertrank ist denn bitteschön unser Brädchen Pitt gefallen? In einen Bottich Spinat-Smoothie?! Vor ein paar Tagen war er der strahlende Mittelpunkt einer Film-Gala in Los Angeles, knackig glatt und extrem jugendlich. Die Fans jubelten. Die Hollywood-Fachpresse staunte – und ging dem Phänomen auf den Grund. Nach Anwendung der neuesten Bildanalyse-Software kam man zum Ergebnis: Für den Frische-Kick sorgte ausschließlich der keck gezupfte Kurzhaarschnitt …

Na ja. Nix geschnippelt, nix unterspritzt? Benjamin Button jetzt in echt? Ist 53 das neue 28? Durch ein bisschen Styling, viel Mineralwasser und schön ausschlafen? VIP-Ladys wollen uns schon seit Erfindung des Scheinwerfers weismachen, dass sie das Wort Beauty-Doc noch nie gehört haben. Promi-Beaus nun auch immer öfter.

Hand aufs Herz und Salz in die Wunde: Ich vermute bei Mister Pitt ein Fruchtsäure-Peeling plus Faden-Lifting. Des Weiteren eine Eigenfett- Unterspritzung und den punktuellen Einsatz von Botox. Kostenpunkt, Pitt mal Daumen, rund 5.000 Dollar. Das setzt der von der Steuer ab.

Meine früheren, nach wie vor sehr geschätzten Moderatorenkollegen Pilawa und Pflaume habe ich auch im Verdacht. So schön kann doch kein Mann sein! Ebenso die sympathische Punkt-Zwölferin Katja Burkard. Aber die ist ja kein Mann. Oder irgendwie doch? You never know in diesen Zeiten.

Meine zweitbeste Freundin Gudrun ist überzeugte Botoxerin und eine Hyaluronerin vor dem Herrn. (Die Mineralwasser-Story würde ihr ohnehin niemand abkaufen.) Inzwischen spritzt sie sich das Zeug selbst, sogar in kritische Partien wie Hals und Hände. Den beginnenden Faltenwurf hat sie dort vorerst gestoppt. Aufkeimende Flecken killt sie mit einer Schneckensalbe aus Südostasien, die alles wegätzt, was dunkler ist als eine Schneeflocke. Den dennoch aufkommenden Vergänglichkeitsfrust bekämpft sie mit Klosterfrau Melissengeist.Ich selber habe noch nichts machen lassen. Trotzdem gab es ein einschneidendes Erlebnis, aus Versehen. Für eine Fernsehsendung, die nicht in HD ausgestrahlt wurde, hübschte man mich fälschlicherweise trotzdem mit HD-Schminke auf. Die macht aus jedem Gesicht eine Nicole-Kidman-Gedächtnismaske. Und so ließen die Kommentare auf Facebook nicht lange auf sich warten: Von der "miesesten Schönheits-OP ever" bis zum "Gips-Babyface" war die Rede. Ich selber war von mir eigentlich begeistert. So kann man sich täuschen.

Okay, dann setze ich eben bei meinen Beauty-Tricks in Zukunft weiter auf Chardonnay und gute Laune. Jedenfalls finde ich es toll, wenn Männer ganz offen mit dem schwierigen Thema Haut und Haar umgehen. So wie Pony-Pionier Elton John, der irgendwann plötzlich wieder freche Fransen in der Stirn trug. Kulttrainer Jürgen Klopp steht die flotte Fülle auch prima. Aber bei ihm sieht die Gesichtsmitte seit Kurzem irgendwie anders aus. Hat er sich ein Paris- Hilton-Stupsnäschen zimmern lassen? Ich werde das weiter beobachten.

Eins ist sicher: An Brad Pitt kann man herumoperieren, bis der Arzt kommt. Sein Blick verrät immer: Ich habe gelebt. Und wie!

Ich drücke Sie!

Gala


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