Frisch hapeziert: Doubel-Fun und Double-Trouble

Kolumnist Hape Kerkeling über VIPs und ihre Doppelgänger

Liebe GALA-Freunde,

so mancher eitle Durchschnitts-Promi hält sich für einzigartig. Pustekuchen! Denn irgendwo auf diesem kartoffelförmigen Planeten lauert jedem Menschen ein Lookalike auf.

Legen Sie mal Fotos von Daniel "Harry Potter" Radcliffe und Elijah "Der Herr der Ringe" Wood über­ein­an­der. It’s magic – die beiden verschmelzen zu einer Person! Schlager-Flori Silber­eisen sieht aus wie Blödel-Joko Winterscheidt. Keira Knightley wie Natalie Portman. Und Hollywood-Superstar Alec Baldwin inzwischen wie Berlins Klaus Wowe­reit. Dass ­Costa Cordalis locker als Kiss-Bassist Gene Simmons durchgeht, da­ran habe ich mich längst gewöhnt.

Sie glauben ja gar nicht, wie oft ich selbst schon für eine andere Nase gehalten wurde. Im Münchner Flughafenbus setzt sich vor etwa fünf Jahren ein Herr mit Aktenköfferchen neben mich. Dezent säuselt er: "Ich ­liebe Ihre Schauspielkunst. So intensiv, so berührend." Natürlich freue ich mich, frage nach: "Denken Sie an eine bestimmte Rolle?" Der Herr, flüsternd: "Wie Sie diesen Psychopathen gespielt haben, das war einfach großartig, Herr Striesow …" Ups! Okay, es gibt da tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit. In der Konsequenz spielte der begabte Devid Striesow den "Ich bin dann mal weg"-Hape im Kino. Es war der kleine Dialog im Bus, der mich auf diese ­Besetzungs-Idee brachte.

In einem Hamburger Taxi wie­­de­rum begrüßte mich mal der Fahrer mit den Worten: "Oh, die Prominenz. Aber Ihr Stinkefinger damals, das war ja wohl nichts. Als Fußballer sollten Sie ein Vorbild sein!" – Hape Kerkeling alias Stefan Effenberg? Bei dieser Taxifahrt habe ich mir dann doch etwas Sorgen gemacht, ob der Mann am Steuer rote Ampeln erkennt.

Die kurioseste Geschichte jedoch erlebte ich bei meinem ersten Indien-Besuch. Beim Einchecken im Ayur­veda-Hotel in Kochi erscheinen zwei ­Pagen fürs Gepäck. Die Jungs starren mich begeistert an, mit so einem wissen­den Grinsen. Schließlich sagt einer auf Englisch: "Was für eine Ehre, Sir. Sie wollen natürlich inkognito ­bleiben, aber dürfen wir Sie Mr. K. ­nennen?" Ich nicke geschmeichelt, wenn auch etwas verwirrt. Wieso kennen mich die sympathischen Inder? Als ich das Hotel für einen ersten Spaziergang verlasse, stelle ich fest, dass die Euphorie des Personals mir gegenüber von der ganzen Stadt geteilt wird. Vor allem die Männer drehen schier durch und wollen Fotos mit mir machen. Warum bin ich in Indien beliebter als beispielsweise in Dortmund? Und wieso grölen einige Leute bei ­meinem Anblick: "South Africa is the best!"? Langsam werde ich skeptisch.

Zurück im Hotel will ich bei einem meiner treuen Anhänger an der Re­zep­tion nachfragen. "Welcome back, Mr. Kalahari", strahlt er. Ich korrigiere ihn freundlich und buchstabiere meinen Namen. Verschwörerisch zwinkert er mir zu: "Natürlich, ich verstehe …" In meinem Zimmer ignoriere ich das Internet-Verbot des Hotels und google "Mr. Kalahari". Mit folgendem Ergebnis: "Jacques Henry Kallis, südafrikanischer Cricketspieler, Spitz­name Mr. Kalahari." Im cricketbegeisterten Indien ein Superstar. Als ich sein Foto sehe, habe ich das Gefühl, in den Spiegel zu schauen. Dass ausgerechnet ich Sofa-Sack schon wieder für eine Sports­kanone gehalten werde – drollig!

Meine allerbeste Freundin, die Schauspielerin und Sängerin Isabel ­Varell (sorry, Gudrunchen, einmal musste ich mit dieser Info rausrücken) wird gern mit BR-Moderatorin Sabine Sauer verwechselt. Zwei sehr hübsche ­Frauen eben. Meine wunderbare, liebreizende zweitbeste Freundin ­Gudrun indes sieht aus wie eine ­Mischung aus Claudia Effen­berg und Natascha Ochsenknecht. Allerdings mit schwarzen Löckchen und einem Hauch Wolfgang Joop. Ein einzigartiger Mix.

Ich drücke Sie doppelt!

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