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Studie zu Veganismus Warum Sie mit veganer Ernährung abnehmen, obwohl Sie nicht weniger Kalorien essen

Frau isst Salat: Warum Sie mit veganer Ernährung abnehmen, obwohl Sie nicht weniger Kalorien essen
© Foxys Forest Manufacture / Shutterstock
Wer rein vegan isst, verliert oft wie von selbst Gewicht. Woran liegt das? Die Antwort liegt im Darm, haben Forschende herausgefunden.

Kann man wirklich abnehmen, indem man gänzlich auf tierische Produkte auf dem Speiseplan verzichtet – auch wenn man nicht an Kalorien spart? Dieser Frage sind Wissenschaftlicher:innen des Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM) nachgegangen. Für die Studie haben sie 148 übergewichtige Personen über eine Dauer von 16 Wochen untersucht.

Vegane Ernährung: Menschen nehmen bei gleicher Kalorienmenge ab

Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt – eine sollte sich vegan und fettarm ernähren, die anderen sollte essen wie vorher. Beide Gruppen nahmen allerdings dieselbe Anzahl an Kalorien pro Tag zu sich. Das vielleicht überraschende Ergebnis: Die vegan lebenden Personen hatten nach Ablauf der 16 Wochen deutlich abgenommen. Sie konnten darüber hinaus ihren Körperfettanteil stark reduzieren, denn das Gewicht, das sie verloren hatten, bestand zu zwei Dritteln aus Fett.

Woran liegt dieser Gewichtsverlust bei veganer Ernährung? Die Forschenden haben darauf eine Antwort: "Eine pflanzliche Ernährung mit reichlich Ballaststoffen verändert die Zusammensetzung des Darmmikrobioms zum Positiven, indem sie die richtige Art von Bakterien ernährt", erklärt Hana Kahleova, Hauptautorin der Studie und Leiterin der klinischen Forschung des PCRM, im Gespräch mit dem Medizinportal "MedScape Medical News".

Die Gewichtsabnahme durch veganes Essen liegt im Darm begründet

Der Schlüssel für den Gewichtsverlust bei veganer Ernährung liegt also nicht in der reinen Kalorienmenge, die ein Mensch täglich zu sich nimmt, sondern auch in der Darmgesundheit. Denn eine pflanzliche Ernährung verbessert das Mikrobiom im Darm und erhöht dort die Menge der gesunden Bakterien. Das Team der Forscherin Kahleova konnte bei den vegan lebenden Proband:innen ihrer Studie vermehrt Darmbakterien namens Bacteroidetes aufweisen. Sie verdauen Ballaststoffe und produzieren kurzkettige Fettsäuren. Diese wiederum regen den Stoffwechsel an.

Außerdem führen die Forschenden den Gewichtsverlust und vor allem den Abbau des Körperfetts auf eine weitere Bakterienart zurück, nämlich das sogenannte Faecalibacterium prausnitzii. Es ernährt sich von Ballaststoffen, die in der pflanzlichen Ernährung in großer Menge zu finden sind. Darüber hinaus aktivert es den Stoffwechsel und kann außerdem das Risiko für Diabetes senken.

Vegan essen, um abzunehmen? Das sollten Sie bedenken

Heißt das nun also, dass wir alle vegan leben müssen, um ein gesundes Gewicht zu erreichen oder zu halten? Nein, für viele Menschen ist das schließlich keine Option. Aber eine Reduktion tierischer Lebensmittel – besonders von Milchprodukten und verarbeitetem Fleisch – hat viele gesundheitliche Benefits. Denn neben dem Anteil, den sie an unserem Körperfett haben, können diese Lebensmittel in großen Mengen Entzündungen im Körper und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs begünstigen.

Allerdings weisen Ernährungswissenschaftler:innen darauf hin, dass bei einer rein veganen Ernährungsweise bestimmte Nährstoffe wie B-Vitamine, vor allem Vitamin B12, zu kurz kommen und die Versorgung damit unbedingt über Nahrungsergänzungsmittel sichergestellt werden sollte. Am besten klären Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, welche Ernährungsweise für Sie individuell die gesündeste ist – besonders, wenn Sie Gewicht verlieren wollen.

Verwendete Quelle: medscape.com

Gala

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