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Sirtfood-Diät Wie gefährlich ist Adeles Abnehm-Programm?

Adele Adkins
Adele Adkins
© Splashnews.com
Mit Sirtfoods soll Adele es geschafft haben, in kürzester Zeit rund 45 Kilo abzunehmen. Ein großer Diäterfolg, für den sie von ihren Fans gefeiert und zugleich kritisiert wird – und damit liegen die Krtiker nicht gänzlich falsch, denn auch Food-Experten mahnen zur Vorsicht.

Paparazzi-Aufnahmen einer deutlich schlankeren Adele schwirren im Januar 2020 durchs Netz und bringen ihre Fans zum Staunen. Im Mai legt die Sängerin selbst mit einem Foto von sich auf Instagram nach: Die liebenswürdigen Rundungen der 31-Jährigen scheinen darauf fast vollkommen verschwunden zu sein, ihr Gesicht wirkt schmaler denn je.

Das Geheimnis ihrer Body-Transformation soll die Sirtfood-Diät sein, die ihr ihre Personal Trainerin Camila Goodis verordnete. Ein Abnehmprogramm, das zu wirken scheint. Doch es steht auch hart in der Kritik: Immer mehr Fans sorgen sich um die Sängerin und fürchten gesundheitliche Konsequenzen. Wie gefährlich ist die Sirtfood-Diät?

Kritik an Adeles Schlank-Erfolg

"Diese Diät ist super, um Gewicht zu verlieren. Die erste Woche ist hart, es gibt nur grüne Smoothies und 1.000 Kalorien. Sie [Adele, Anm. d. Red.] sieht jetzt nicht zu dünn aus, sondern fabelhaft!", findet Fitness-Guru Camila Goodis. Adeles neuer Body ist ihr Werk: Sie setzte die Sängerin zusätzlich zu einem Sportprogramm auf Diät und schrieb ihr Sirtfoods auf den Speiseplan.

Doch während die einen Adeles Abnehmerfolg bewundern, werden immer mehr kritische Stimmen laut – auch aus den eigenen Reihen. Alice Liveing, ebenfalls Personal Trainerin, holt auf Twitter zum Gegenschlag aus und wettert: "Kein glaubwürdiger Coach würde seinen Klienten nur 1.000 Kalorien am Tag erlauben und behaupten, grüne Smoothies wären das reine Gesundheitselixier."

Auch in der Promiwelt wird das Thema heiß diskutiert: So spricht sich Susan Sideropoulos auf Instagram öffentlich gegen jegliche Art von Abnehmprogrammen aus. Adeles großer Kilo-Verlust bringt sie zum Nachdenken, wie die Schauspielerin gegenüber "Promiflash" verrät: "Solch eine Diät ist sehr schwierig. Aber gut, vielleicht ist das der Startschuss und sie bleibt auf ihrem Weg weiter dran." Wie ist die Sirtfood-Diät aus ernährungswissenschaftlicher Sicht also zu bewerten?

Das sagen Ernährungsexperten zur Sirtfood-Diät

Mit grünen Smoothies und 1.000 Kalorien am Tag soll Trainerin Camila Goodis das Abnehmprogramm ihrer berühmten Klientin Adele gestartet haben. Ein Diät-Beginn, den Food-Expertin Maja Seimer für einen langfristigen Abnehmerfolg kritisch sieht: "Wenn eine Diät dazu führt, dass Fett abgebaut wird und Muskelmasse erhalten bleibt, hat sie ihren Zweck erfüllt. Jedoch ist das nur mit Sport und ohne eine gewisse Proteinzufuhr, wie es bei grünen Smoothies der Fall ist, unwahrscheinlich."

Auch die im Rahmen der Sirtfood-Diät langfristig empfohlene Kalorienmenge von 1.800 Kalorien findet die Ernährungswissenschaftlerin zu gering: "In diesem Fall würde die Person weiter abnehmen. Hier müsste man den individuellen Kalorienbedarf ermitteln, der notwendig ist, damit das Gewicht gehalten werden kann und nicht nur einen allgemeinen Wert festlegen."

Kurzzeitig birge das Abnehmprogramm rund um die Sirtfoods zwar keine Risiken, die empfohlene Entlastungswoche rund um grüne Smoothies sollte jedoch keinesfalls ohne ärztliche Aufsicht verlängert werden: "Je nachdem, wie gut der Ernährungszustand des Abnehmers zu Beginn der Diät ist, kann es zu einem Nährstoffmangel kommen – das muss nicht sein", so Seimer.

Grüne Smoothies
Grüne Smoothies
© Shutterstock

Was sind Sirtuine?

Hinter den Sirtuinen verbergen sich Enzyme, die verschiedene Stoffwechsel- sowie Alterungsprozesse steuern und in fast allen Organismen vorkommen. Sie sind an dem Aufbau neuer Proteine beteiligt, unterstützen Regenerationsprozesse im Körper und beschleunigen die Verstoffwechselung von Nährstoffen. Laut Bundeszentrum für Ernährung werden Sirtuine vor allem durch Essenspausen, Hungerphasen und einem niedrigen Blutzuckerspiegel aktiviert. Auch bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, wie sie etwa in Äpfeln, Beeren, Tomaten und Nüssen enthalten sind, sollen diese Enzyme positiv beeinflussen können.

So funktioniert die Sirtfood-Diät

Durch eine Ernährung mit Lebensmitteln, die die Sirtuine aktivieren, soll das natürliche Abnehmen gefördert werden – dies ist das Konzept, das hinter der Sirtfood-Diät steht. So sind vor allem reichlich pflanzliche Lebensmittel auf dem Speiseplan zu finden, die als besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen gelten und somit jede Menge Sirtuinaktivatoren enthalten.

Die Sirtfoods werden mit einer ausgewogenen Ernährung ergänzt, sodass der Körper mit ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Zu Beginn der Sirtfood-Diät sind Entlastungstage mit jeder Menge kalorienfreien Drinks sowie grünen Smoothies und insgesamt rund 1.000 Kalorien vorgesehen. Nach dieser Phase soll die Kalorienzufuhr auf rund 1.800 Kalorien erhöht werden.

Sirtfood-Diät: Diese Lebensmittel sind erlaubt

Während der Sirtfood-Diät landen vor allem Lebensmittel auf dem Teller, die Sirtuinaktivitoren enthalten. Dazu gehören laut Bundeszentrum für Ernährung folgende Foods:

  • Äpfel, Heidelbeeren, Himbeeren, Zitrusfrüchte
  • Brokkoli, Grünkohl, Knoblauch, Petersilie, Rucola, Soja, Tomaten, Zwiebeln
  • Buchweizen
  • Cashewkerne, Walnüsse
  • Chili, Kurkuma, Olivenöl
  • Grüner Tee, Kaffee
  • Rotwein (in Maßen), Schokolade

Sirtfood-Diät: Das Fazit

Allgemein zählt die Sirtfood-Diät weniger zu den kurzfristigen Abnehmprogrammen, sondern wird als eine langfristige Ernährungsumstellung angesehen. Auch die für die Sirtfood-Diät empfohlenen Lebensmittel werden von Ernährungsexperten als positiv bewertet, denn die pflanzenbetonten Mahlzeiten liefern vor allem sekundäre Pflanzenstoffe, Proteine und gute Fette.

Doch Sirtfoods allein führen nicht dazu, dass Abnehmwillige automatisch große Mengen an Kilos verlieren. Hierfür müssten sie zusätzlich auf die aufgenommene Kalorienzahl achten und diese gegebenenfalls reduzieren. Gesicherte Studienergebnisse über die Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe auf die Sirtunie sind bislang jedoch rar. Hier wird weiterhin geforscht, um eine allgemeingültige wissenschaftliche Aussage treffen zu können.

Verwendete Quellen: Bundeszentrum für Ernährung, Ernährungsexpertin Maja Seimer, Ernährung im Fokus, Twitter

Gala

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