Roland Trettl im GALA-Interview: "Meine Frau glaubt immer noch nicht, dass ich gut kochen kann"

In GALA zeigt TV-Koch Roland Trettl seine große Liebe Daniela. Und die verrät gleich mal, was sie von seinen Kochkünsten hält

Roland Trettl und Daniela Trettl

Die frei hoppelnden Hasen schrecken hoch: Eine halbe Stunde hat Sternekoch Roland Trettl, 45, vor der malerischen Kulisse des Kaisergebirges ganz ruhig fürs GALA-Shooting auf dem Zaun gesessen, nun steigt er ab, lehnt sich dagegen – und, knacks, fällt er nach hinten weg und landet unsanft auf der Wiese.

Seine Frau Daniela, 37, bricht in schallendes Gelächter aus, hilft ihm dann hoch und küsst ihn. Roland Trettl, 45, ist der neue Star unter den TV-Köchen, von manchen gar als "George Clooney Deutschlands" bezeichnet. Auch darüber muss seine Frau sehr lachen, als wir anschließend beim Doppelinterview zusammensitzen. Es ist das erste Mal, dass der gebürtige Südtiroler gemeinsam mit seiner Frau öffentlich auftritt. Dabei ist das Paar, das unweit von Bad Reichenhall lebt, bereits seit acht Jahren liiert und seit sieben verheiratet. Sohn Diego ist vier und "hat ganz viel Power."

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Eben ganz der Papa, der zuletzt mit Koch-Buddy Tim Mälzer in der Show "Karawane der Köche" den besten Foodtruck kürte – und gerade mit prominenten Kollegen in "The Taste" nach dem besten Nachwuchskoch sucht. Erfolg auf der ganzen Linie – doch abgehoben ist weder Roland Trettl noch seine wohltuend hemdsärmelige Frau.

Als Sie Ihren Mann kennenlernten, wollten Sie ihm nicht glauben, dass er Koch ist. Warum das denn nicht?

Daniela Trettl: Weil er nicht so aussah. Ich habe ihn auch gefragt, was sein Lieblingsessen ist, und das konnte er mir nicht wirklich beantworten.

Roland: Doch! Ich habe wahrscheinlich gesagt, dass es das Wiener Schnitzel von meiner Mutter sei.

Daniela: Da dachte ich mir, dass er nicht kochen kann. Nach dem Abend sind wir so verblieben, dass er mir am nächsten Tag etwas kocht und ich mit ihm Yoga mache.

Und dann hat er es Ihnen bewiesen?

Daniela: Das Problem war, dass ich ihm immer noch nicht geglaubt habe, als er am Herd stand. Ich habe ihm bei der Zubereitung immer wieder Verbesserungsvorschläge gemacht. (lacht)

Roland: Das macht sie heute noch. (grinst) Meine Frau glaubt immer noch nicht, dass ich gut kochen kann.

Daniela: Ich habe auch meistens recht. (zwinkert ihm zu) Aber das Entscheidende bei unserem ersten Date waren auch nicht das Essen oder die Yogaübung, sondern dass wir festgestellt haben, dass wir zu dem Zeitpunkt gerade das gleiche Buch lasen und sogar auf der gleichen Seite ein Eselsohr geknickt hatten. Da war für mich der Zeitpunkt gekommen, an dem ich dachte, den muss ich mir genauer anschauen.

Welches Buch war es?

Roland: Ein Roman über die Liebe, "Brida" von Paulo Coelho. Es handelt davon, was man alles aufgeben würde für die Liebe.

Daniela: Für die Liebe des Lebens!

Roland: Dass wir das gleiche Buch gelesen haben und an der gleichen Seite hingen, war schon ein komischer Zufall.

Daniela: Wir haben es auch nie zu Ende gelesen.

Roland: Wir haben dann unsere eigene Geschichte geschrieben.

So ruhig wie hier vor dem Kamin des Bio- und Wellnesshotels "Stanglwirt" trifft man die Trettls privat selten an. Wenn sie frei haben, fällen sie Bäume im Garten oder reißen Wände nieder. "Wir sind komplett irre", sagt der TVKoch lachend

Wie harmonieren Sie heute als Paar in der Küche?

Roland: Ich glaube, dass ein Hobbykoch und ein Profikoch einfach zu konträr sind. Ein Küchenchef, der es gewohnt ist, ein Team von 30 Leuten hinter sich zu haben, kocht ganz anders in einer Privatküche als jemand, der nur für sich allein kocht – da liegt schon ein Riesenunterschied. Ich richte einfach ein ganz anderes und schlimmeres Chaos beim Kochen an als jemand, der es gewohnt ist, alles selbst wegzuräumen.

Daniela: Ich kann in der Küche keine Befehle von ihm ausführen.

Roland: Nicht nur in der Küche, du führst auch sonst keine Befehle von mir aus.

Daniela: Wir sind einfach zu starke Charaktere für so einen kleinen Raum, jeder will sein eigenes Ding machen.

Roland:Aber ganz ehrlich: Beim Yoga würde ich gar nicht anfangen zu diskutieren. Da weiß ich einfach, dass sie das besser kann.

Daniela: Doch, da diskutierst du auch! Du sagst mir zum Beispiel, dass du die Übung nicht magst oder wann ich atmen soll.

Herr Trettl, sind Sie ein impulsiver Mensch?

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Roland: Ich bin sehr ruhig, aber ich kann auch temperamentvoll sein. Ich bin nicht in dem Sinne temperamentvoll, dass ich mich auf die Theke stelle und darauf herumtanze, sondern eher in der Form, dass ich mich nicht zurückhalte, wenn mir etwas nicht passt.

Kann man Sie nicht bremsen?

Roland: Nein!

Daniela: Ich nehme ihn dann einfach nicht so ernst. Wir sind beide eher ruhig, aber wenn uns irgendwas zu viel wird, explodieren wir ziemlich intensiv. Deswegen können wir den anderen in der Situation gut verstehen.

Gemeinsam mit Cornelia Poletto, Frank Rosin und Alexander Herrmann (v. l.) sucht Trettl bei "The Taste" (Sat.1, mittwochs, 20.15 Uhr) nach dem besten Nachwuchskoch

Sind Sie eigentlich sehr kritisch, wenn Sie auswärts essen gehen?

Roland: Eigentlich nicht. Ich habe auch überhaupt kein Verständnis für Köche, die sich für so wichtig nehmen und in ein Restaurant gehen, um dort jedes Gericht zu zerpflücken. Wenn das Essen aber nicht gut ist, regt es mich auf. Es ist für mich eine Respektlosigkeit, wenn schlecht mit Lebensmitteln umgegangen wird. Damit habe ich ein Problem.

Beschweren Sie sich dann beim Personal?

Roland: Nein, das mache ich nicht. Ich habe dann nur den ganzen Tag schlechte Laune.

Daniela: Man kann dich den restlichen Tag zu nichts mehr gebrauchen.

Was ist für Sie ein schnelles Familienessen?

Daniela: Blumenkohl mit Semmelbröseln.

Roland: Oder "Pollo con cebolla" – geschmortes Huhn mit Zwiebeln, Paprika und Kartoffeln.

Daniela: Wir essen viel Gemüse und wenig Fleisch. Ich kaufe viele Bio-Produkte, Roland aber nicht. (lacht)

Roland: Eine Bio-Zertifizierung bedeutet noch lange nicht, dass es sich um ein gutes Lebensmittel handelt. Damit wird viel Schindluder getrieben.

Was sagen Sie dazu, dass man Sie als deutschen George Clooney bezeichnet?

Roland: (seine Frau prustet laut los) Sagt man das wirklich? Das ist aber schön, oder? Aber ich bin nicht George Clooney – ich bin Koch.

Daniela: Mein George Clooney liegt seit sieben Jahren pupsend neben mir auf dem Sofa. (streichelt seinen Oberschenkel)

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