Food-Trend: Oxymel: Wildkräuter-Tinktur mit Superkräften

Omas längst vergessenes Superfood wird gerade wieder immer beliebter: Die Rede ist von Oxymel. GALA weiß, warum Foodies das Wildkräuter-Elixier so sehr lieben und warum ihm zahlreiche Benefits für unsere Gesundheit nachgesagt werden.

Oxymel "Wohl" von "Kruut"

Aus Apfelessig, Honig und Wildkräutern wurde schon vor Jahrhunderten Oxymel hergestellt. Die Tinktur sollte die körpereigenen Heilungskräfte aktivieren und Kraft spenden. Von Generation zu Generation wurde die alt bewährte Rezeptur weitergegeben, bis sie schließlich fast vollkommen in Vergessenheit geriet – ein Berliner Start-up will eben das verhindern.

"Kruut" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wilden Kräuterauszüge hierzulande wieder bekannter zu machen und stellt die Superfood-Elixiere aus heimischen Wildkräutern wie Giersch, Löwenzahn und Wiesenkümmel nach eigenem Rezept selber her. Im Interview mit GALA spricht "Kruut"-Mitgründerin Annika Krause über den neuen Wildkräuter-Hype, gesundheitliche Benefits und ihre persönliche Oxymel-Routine.

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©Gala

Oxymel: Was ist das?

Oxymel könnte aufgrund seiner Zutaten auch als Sauerhonig bezeichnet werden, denn er wird traditionellerweise aus Apfelessig, Honig und Wildkräutern zusammengerührt. Die wertvollen Inhaltsstoffe der wilden Kräuter sollen dank Apfelessig und Honig optimal extrahiert und anschließend konserviert werden – Alkohol, der hierfür häufig vielen Tinkturen zugesetzt ist, wird bei dieser Mischung nicht gebraucht.

Oxymel "Kraft" von "Kruut"

Verdünnt in ein Glas Wasser eingerührt, soll die Superfood-Tinktur ihre antibakterielle, antientzündliche sowie verdauungsfördernde Wirkung im Körper entfalten. Neben den wilden Kräutern liefert auch Apfelessig wichtige Vitamine, Mineralstoffe und regt den Stoffwechsel an, wie das Bundeszentrum für Ernährung erklärt. Kein Wunder also, dass Foodies gerade ganz wild auf die einzigartigen Kräuter-Tinkturen von "Kruut" sind. Ein Erfolgsrezept, das Gründerin Annika anfangs gar nicht im großen Stil teilen wollte, wie sie uns im Gespräch verrät.

"Kruut" im GALA-Interview

GALA: Wie ist die Idee entstanden, eigenes Oxymel herzustellen?

Annika Krause: Die Idee stammt vom Großvater meines Gründer-Kollegen Thorben, einem pensionierten Gärtnermeister, der mit viel Hingabe für die ganze Familie Tinkturen gegen jedes Wehwehchen herstellt. Allerdings sind seine Tinkturen sehr alkoholhaltig. Wir haben uns dann gemeinsam gefragt, ob das nicht auch anders geht. So wälzten wir viele Kräuterbücher und sind schließlich auf die Jahrtausende alte Rezeptur des Oxymels gestoßen. Dies ist eine altüberlieferte Honigarznei bestehend aus Honig, naturtrübem Apfelessig und einer Auswahl wirksamer Kräuter, Blüten und Wurzeln.

Zuerst haben wir ihn nur für uns hergestellt, dann für Freunde und Familie. So wurde unser Wille geweckt, Oxymel zurückzubringen

Woraus bestehen eure Produkte und für wen sind sie gemacht?

Das Besondere an der Rezeptur des Oxymels ist, dass nur Zutaten in Rohkostqualität und keine Zusatzstoffe verwendet werden. Apfelessig zieht die Inhaltsstoffe aus den Kräutern und Akazienhonig konserviert die pflanzlichen Wirkstoffe auf natürliche Art und Weise.

Gemeinsam mit unserem tollen Partner, der Kaspar Hauser Stiftung – einer Werkstatt für Menschen mit Assistenzbedarf – stellen wir unsere Elixiere handwerklich in Berlin her und jede Flasche schmeckt, wie selbst gemacht. Unsere Oxymels sind für alle gemacht, die wieder auf natürliche Hausmittel aus den Zeiten unserer Großeltern zurückgreifen möchten – aber im oftmals stressigen Alltag keine Zeit haben, diese selbst herzustellen.

Woher kommt eure große Liebe für Wildkräuter?

Thorben ist von klein auf durch seinen Großvater mit dem Thema in Berührung gekommen. Für jedes Problem kennt er die passende Heilpflanze. Ich bin auf einem Hof in Niedersachsen aufgewachsen und auch hier war es früher ganz selbstverständlich, den Sauerampfer von der Wiese zu naschen und Brennnesseln wie Spinat zu kochen.

Als es uns beide in die Großstadt verschlagen hatte, wurde die Sehnsucht nach der Natur immer größer und wir begannen, uns wieder mehr mit den Pflanzen um uns herum zu beschäftigen. Ich startete auch die Ausbildung zur Phytotherapeutin und studierte intensiv die einzelnen Wirkstoffe.

Besonders in Zeiten von industrieller Landwirtschaft und genmanipuliertem Saatgut haben uns die Wildkräuter von der Wiese interessiert.

Sie sind wahnsinnig robust und nährstoffreich, aber werden heute kaum noch genutzt. Das wollen wir ändern.

Warum sind Wildkräuter so wichtig für unsere Gesundheit?

Wildkräuter: Schafgarbe

Wildkräuter wurden nie kultiviert. Anders als bei unserem heutigen Kulturgemüse wurden aus ihnen keine wichtigen Stoffe für homogenen Geschmack und schnelles Wachstum herausgezüchtet. So können Wildpflanzen weitaus mehr wichtige Inhaltsstoffe liefern, als das Gemüse aus dem Supermarkt. Wildkräuter sind eine super Ergänzung zu unserer heutigen Ernährung.

Warum sollte jeder Oxymel probieren?

Oxymel bringt die Wirkkraft der Wildkräuter einfach anwendbar und vor allem lecker wieder in den Alltag. Es wird ein Esslöffel mit einem Glas Wasser gemischt – und fertig ist der Wildkräutertrunk. Durch den erfrischenden Geschmack mögen ihn auch Kinder ab einem Jahr sehr gerne. Uns war es wichtig, dass man sich nicht zwingen muss, diese gesunden Wildpflanzen zu trinken, sondern das es Spaß macht, gut schmeckt und nur hochwertige Zutaten aus der Region in der Flasche landen.

Was ist eure liebste Oxymel-Routine?

Gerade jetzt im Frühling trinken wir am liebsten schon vor dem Frühstück unsere Sorte „Wohl“. Sie bringt morgens das gesamte Verdauungssystem in Schwung und wirkt durch die enthaltenen Wildkräuter Kamille, Schafgarbe, Pfefferminze und Wiesenkümmel gleichzeitig beruhigend auf den Magen. Das ist tatsächlich immer ein sehr schönes Ritual, da man sich bewusst vor dem Frühstück Zeit dafür nimmt. Auf Instagram erfahren wir von unseren "Kruut"-Kunden auch immer wieder neue wilde Kreationen: in Müsli, als Salatdressing oder in Prosecco – zum Wohl!

Verwendete Quellen: Kruut, Instagram, Bundeszentrum für Ernährung

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