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Oli P. "Der Gedanke, keine Lebensmittel zu verschwenden, macht mich unfassbar glücklich"

Oli P. für #WirSindTooGoodToGo
Oli P. für #WirSindTooGoodToGo
© PR
Wenn Oli P. über Lebensmittel, Rezepte und seinen eigenen Gemüsegarten spricht, dann ist die Leidenschaft des Entertainers nicht mehr zu stoppen. Im GALA-Interview hat Oliver Petszokat verraten, was täglich auf seinem Teller landet und weshalb er sich mit 43 Jahren so fit wie noch nie fühlt.

Oli P., 43, will wissen, was er isst. Seit vielen Jahren ernährt sich der Moderator vegan und liebt es, sich in der Küche kreativ zu entfalten. "Dieses bewusste Ernähren, das macht mir auch einfach unglaublich viel Spaß", verrät Petszokat im Gespräch mit GALA. 

Im Rahmen der "Too Good To Go"-Kampagne erklärt der sympathische Musiker, weshalb er extrem dankbar für seinen Lebensstil ist, wie er selbst von seinem Großvater geprägt wurde und wie er seinen Sohn Ilias Petszokat, 23, versucht nicht nur von der bewussten Ernährung sondern auch einem nachhaltigen Lebensstil zu überzeugen.

Oli P.: "Der Moment, ab dem ich mich dann vollkommen vegan ernährt habe, hat einiges verändert"

GALA: Wer steht bei Ihnen Zuhause in der Küche und was steht auf dem Speiseplan Ihrer Familie?

Oliver Petszokat: Bei uns Zuhause bin ich für das Essen zuständig, da stehe ich in der Küche und koche – je nachdem, wie oft wir am Tag essen – und dann gibt es ausschließlich frische Sachen auf dem Tisch. Ich koche nur mit Sachen, wo ich selber sehe, was das ist. Lieber mit zwei Zutaten zu wenig als mit etwas, dass ich nicht kenne. 

Bei uns gibt es tatsächlich momentan eher zwei Mahlzeiten, weil wir gemerkt haben, dass wir drei große Gerichte am Tag gar nicht brauchen. Meist ist es ein Smoothie, der gegen 11 Uhr getrunken wird und dann gibt es noch ein sättigendes Mittagessen. Abends gibt es ab und zu mal noch etwas Obst, aber das war es dann auch schon. 

Das klingt alles sehr bewusst und ausgewogen. Inwiefern ist dieser Lebens- bzw. Kochstil denn auf ihren Reisen möglich?

Ich war vor einigen Wochen gerade erst wieder unterwegs für eine Produktion und habe mir dafür extra eine Kühl-Isolier-Box mit Ladegerät für das Auto, aber auch für das Hotel geholt. Und so hatte ich sechs Tage lang mein frisch gekochtes Essen dabei, das ich selbst zubereitet habe. Dadurch weiß ich: Egal, wo ich bin, ich kann mein frisches Essen genießen. 

Auf der letzten Tour mit Silbereisen hatte ich auch meine Kochplatte mitgenommen und die Leute dachten wahrscheinlich, ich habe eine Vollmeise (lacht), aber ich will ja Leistung bringen und will fit sein – und wenn du ins Auto Wasser reinschüttest, dann fährt es nicht. Und so ist es bei den Menschen auch: Wenn du gesund und gewissenhaft isst, dann ist es das Beste. Mir ist es einfach extrem wichtig zu wissen, was ich zu mir nehme. Und so bin ich dann von anfangs paleo vor 9 Jahren in Richtung vegan gegangen. Dieses bewusste Ernähren, das macht mir auch einfach unglaublich viel Spaß. Und ich bin auch sehr dankbar dafür.

Inwiefern dankbar?

Ich bin als Kind eher damit aufgewachsen, dass es viel Convenience Food gab, wie Fertigsoßen und Co mit vielen Geschmacksverstärkern. Und dann glaubt man, dass das der richtige Weg ist und alles muss so schmecken. Der Moment, ab dem ich mich dann vollkommen vegan ernährt habe, hat einiges verändert: Ich habe Gemüse wieder als Gemüse und Obst wieder als Obst geschmeckt. Das ist großartig!

Der Gedanke, keine Lebensmittel zu verschwenden oder gar wegzuschmeißen, der macht mich unfassbar glücklich. Das hat auch wieder mit meiner Kindheit zu tun: Ich habe ein Jahr bei meinen Großeltern gelebt, da war ich 9 oder 10 und das hat mich sehr beeinflusst im Leben. Mein Opa hat immer gesagt: 'Wir schmeißen keine Lebensmittel weg.' Denn er kommt aus einer Generation, wo es von allem viel zu wenig gab. 

Haben Sie diesen Einfluss auf die nächste Generation ebenfalls? Sie geben doch sicherlich viel an ihren Sohn weiter…

Tatsächlich: Dieser Gedanke von Nachhaltigkeit ist bei mir fest verankert – da gehört nicht nur Tierschutz und vegane Ernährung dazu, sondern auch keine Fast Fashion mehr zu kaufen. Das habe ich seit zwei Jahren nicht mehr getan. Er ist jetzt 23 Jahre und wenn er sagt, er braucht ein Paar neuer Schuhe, dann sage ich ihm schon: 'Bitte, bevor du das gleiche Geld für Marke XY ausgibst, schau dir diese veganen, nachhaltigen Schuhe an.' Und dann hat er direkt gesagt, dass die gut aussehen. Mittlerweile ist bewusst Leben, sich gesund ernähren, alles so einfach und vor allem nicht uncool. 

Grade die Generation von meinem Sohn nutzt die App 'Too Good To Go' auch. Für die ist dieser Gedanke, das Nutzen der App, die Lebensmittelverschwendung aufhält, eine Selbstverständlichkeit. Vor 30 Jahren war 'Öko sein' noch uncool. Heute wachsen die Kinder damit auf. 

Und andersherum – Haben Sie Ihre Eltern vielleicht mit der Ernährung ebenfalls angesteckt?

Auf jeden Fall. Wenn meine Familie hier ist, dann heißt es oft: 'Das ist aber lecker, was ist denn da drin?' Dabei war es Chinakohl mit Zwiebeln scharf angebraten. Bei meiner Mutter hat sich das aber auch ohne mich ganz stark verändert – allen voran wegen Fernsehkochshows. Da kommt man auch einfach auf andere Ideen und ich glaube, dass sich dadurch auch einfach der Horizont erweitert. 

Aber na klar, haben meine Eltern auch alles bei mir mitbekommen, meine ganzen Ernährungsumstellungen und wie sehr ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Und da ich seither auch einfach immer koche, müssen die es dann auch mitessen (lacht). Die lassen sich da schon beeinflussen und auch meine Schwiegereltern.

Das klingt sehr harmonisch. Mussten Sie sich denn auch schon mal einen doofen Spruch anhören aufgrund Ihrer Entscheidung, vegan leben zu wollen.

Viele Menschen reden über Ernährung, auch über Veganismus, haben es aber selbst gar nicht ausprobiert. Und ich glaube generell Clean Eating, bewusst leben, nicht rauchen, keine Drogen, kein Alkohol und vegan … also ich kann sagen, dass ich mich mit meinen knapp 43 Jahren so fit wie noch nie in meinem Leben fühle. Ich kann einfach nur den Leuten empfehlen, es einfach mal für einen gewissen Zeitraum auszuprobieren.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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