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Kochen wie die Stars Punkte zählen mit Christine

Kochen wie die Stars: Andrea Zernial, Christine Neubauer
Kochen wie die Stars: Andrea Zernial, Christine Neubauer
© gala.de
Sieben Tage, acht Gerichte und Zwischenmahlzeiten und 26 Punkte: Kochen mit "Weight Watchers" klingt kompliziert - ich habe mich mit den mediterranen Rezepten von Christine Neubauer trotzdem rangewagt

26. Das ist die Zahl, die mich seit über einem Dreivierteljahr begleitet. Irgendwann im Oktober 2012 habe ich mit zwei Kolleginnen beschlossen, "Weight Watchers" auszuprobieren – seitdem halte ich mich, mit ein paar Ausnahmen, an die von dem Abnehmsystem errechnete Punktezahl, die ich täglich verbrauchen darf.

Das Prinzip ist einfach: In meinem Online-Account führe ich Tagebuch und trage die Mahlzeiten, die ich über den Tag verteilt esse, ein. Zusammenrechnen muss ich nicht – das macht das Programm für mich. So kann ich ganz einfach kontrollieren, wie viele Punkte ich übrig habe oder eben nicht. Für Notfälle habe ich einen sogenannten "Pro Points Wert" von 49 Punkten, den ich theoretisch die Woche über zusätzlich zu den täglichen 26 Punkten verbrauchen darf. Praktisch habe ich das aber selten gemacht – ich wollte schließlich schnell Ergebnisse sehen.

Und tatsächlich: In den ersten vier Monaten habe ich zirca sechs Kilo abgenommen. Mittlerweile sind es – dank viel Sport - über zehn.

Und weil ich im Büro die eine oder andere Kollegin mit meinem Punktegezähle in den Wahnsinn getrieben habe, landete das "Weight Watchers"-Kochbuch von und mit Christine Neubauer auf meinem Schreibtisch. Ich war gespannt: Als quasi schon Expertin des Abnehmsystems weiß ich mittlerweile zwar auswendig, wieviele Punkte Kartoffeln, Knäckebrot, Honig oder Salamipizza haben, mit "Weight Watchers"-Rezepten gekocht hatte ich bisher aber selten.

Beim ersten Durchblättern hatte Christine mich schonmal auf ihrer Seite: Das Design des Buchs ist hell und klar, zu den meisten Rezepten gibt es Fotos, was ich immer wichtig finde. In dicker blauer Schrift und damit unübersehbar steht daneben immer die Punktzahl pro Portion. Das macht Kochen trotz Diät leicht. Und die Schauspielerin hat in dem Buch ausschließlich mediterrane Rezepte zusammengestellt – im Sommer perfekt.

Auch sonst dürfte das Buch viele ansprechen: Nudeln, leichte Suppen, Aufläufe, Fisch oder Snacks – hier findet jeder etwas, das ihm schmeckt. Bei jedem Rezept ist außerdem angegeben, zu welchem Anlass das Gericht passt – für mich unnötig, aber wer weiß, vielleicht hilft's.

Und meine neue Freundin Christine hat auch ein paar Worte an die Leser gerichtet. Sie erzählt von ihrer Abnehm-Geschichte, kleinen Durchhängern und Erfolgsrezepten. Alles nichts Neues, aber als Einstieg ganz okay. Trotzdem hätte ich mir einen persönlicheren Einblick gewünscht: Wie genau hat sie sich nach einem Tief wieder motiviert, gab es eine leichte Zwischenmahlzeit, auf die sie immer wieder zurückgegriffen hat?

Auch nach dem Vorwort verschwindet Christine nicht: Mal schnibbelt sie am Küchentresen Obst, dann guckt sie bei Sonnenuntergang und mit den Füßen im Meer lasziv in die Kamera. Mir sieht das zu sehr nach einer ungesunden Mischung aus QVC-Verkaufssendung und 90er-Jahre-Musikvideo aus. Schnell weiterblättern.

Die Gazpacho war das erste Rezept, das ich aus "Meine mediterrane Küche" von Christine Neubauer probierte.
Die Gazpacho war das erste Rezept, das ich aus "Meine mediterrane Küche" von Christine Neubauer probierte.
© Gala.de

Und dann am besten gleich für das erste Rezept entscheiden: In meinem Fall war es eine Gazpacho. Mag ich, hab ich aber, trotz des simplen Rezepts noch nie selbst gemacht. In Zukunft werde ich die kalte, spanische Gemüsesuppe bestimmt noch öfter zubereiten. Die Zutaten sind mit passierten Tomaten, Paprika, Fenchel und Gurke schnell besorgt. Dinge wie Knoblauch, Öl, Gemüsebrühe oder Paprikapulver haben die meisten sicher sowieso im Haus. Und viel mehr brauchte es dann auch nicht – und voilà, das erste Neubauer-Weight-Watchers-Gericht war fertig. Ich war sogar etwas schneller als in den angegeben 40 Minuten durch. Und weil die Suppe auch noch gut geschmeckt hat, wurde gleich weitergekocht. Oder besser gemixt, denn ein figurfreundliches Getränk brauchte ich zu meiner gesunden Low-Fat-Suppe auch noch.

Smoothies und Säfte sind in dem Buch aber Mangelware – schade. Generell fehlt eine ausführlichere Snack- und Frühstücksrubrik – die kommt hier fast nur in Form von Rezepten für Müsli mit Beeren oder belegte Brote vor. Kriegen die meisten, inklusive mir, bestimmt auch ohne Anleitung hin. Sowieso gehören Früchte mit Joghurt und Haferflocken oder Nüssen zu meiner täglichen Frühstücksroutine und wurden auch diese Woche integriert.

Aber zurück zu meinem Saft: Da es nur drei Getränke-Rezepte gibt, fiel die Entscheidung leicht und ich schrieb die Zutaten für den Papayadrink auf meinen Einkaufszettel. Im Supermarkt waren abends um acht aber leider sämtliche Papayas vergriffen (Christine, das warst doch du!) und ich nannte den Saft kurzerhand in Mangodrink um. Auch gelb, auch tropisch und damit gut dachte ich – aber wie sich später herausstellen sollte, in der Praxis leider nicht ganz so geeignet, weil die Frucht beim Pürieren faserig wird. Zusammen mit frisch gepressten Orangen war's trotzdem lecker.

Leider etwas zu trocken geraten: Mein Schweinefilet auf Blattspinat.
Leider etwas zu trocken geraten: Mein Schweinefilet auf Blattspinat.
© gala.de

Um meine Koch-Woche möglichst vielfältig zu gestalten, musste es an einem Abend auch ein Fleisch-Gericht geben. Ich esse zwar selten Schwein, dieses Rezept wollte ich aber unbedingt probieren, weil es simpel und im Buch hübsch anzugucken war: Rosmarinfilet auf Blattspinat. Leider passierte beim Zubereiten des Steaks das, was mir bei rotem Fleisch immer misslingt: es wurde trocken. Trotz Brühe und Gemüse um das Fleisch im Backofen und vorsichtigem Anbraten zuvor. Die Marinade aus Tomatenmark, Knoblauch, Zitronensaft, Rosmarin, Öl, Balsamicoessig und in meinem Fall einem Hauch Senf riss es aber dann wieder raus – liebes Schweinefilet auf Blattspinat, wir treffen uns bestimmt nochmal.

Und das kann ich auch über die meisten anderen Rezepte behaupten: Snacks wie türkischer Honig mit gerösteten Nüssen waren schnell zubereitet und perfekt für zwischendurch und dank Christine hab ich auch endlich mal wieder eine Guacamole gemacht.

Am Wochenende geht’s übrigens zum Grillen an die Ostsee – und Christine und meine 26 Punkte lasse ich dann einfach mal zu Hause.

Christine Neubauer, Elke Poser, Ingrid Schmand, Insa Weißpfennig: "Weight Watchers - Meine mediterrane Küche", 2012

aze


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