VG-Wort Pixel

Kochen wie die Stars Partyplanung à la Tori

Kochen wie die Stars - Tori Spelling
Kochen wie die Stars - Tori Spelling
© Gala.de
Mit vier kleinen Kindern hat Schauspielerin Tori Spelling alle Hände voll zu tun. Da sie schon immer gerne Feste organisierte und feierte, brachte die Amerikanerin im vergangenen Jahr einen Ratgeber auf den Markt. Wichtigste Erkenntnis: Eine super Party muss nicht teuer sein - und kann auch Kindern eine große Freude bereiten

Gerade mal acht Jahre war Klein-Tori alt, als sie ihre erste richtige Party plante. Eine Rollschuh-Party in Pink und Türkis sollte es sein, und natürlich trug Prinzessin Tori ein entsprechend rüschiges Glitzerkleid. Ich für meinen Teil bin mit acht Jahren auf dem Skateboard und in Jeans durch die Gegend gesaust und ziehe bis heute legere Get-togethers einer aufwendigen Motto-Party vor. Nichtsdestotrotz konnte ich einiges von Tori lernen - zum Beispiel, dass jede Party von ihren Details lebt.

"CelebraTORI" ist das fünfte Buch von Miss Spelling. Nach einer Autobiografie, einem Buch über das Mama-Dasein, einem humorvollen Einblick in ihre Erfahrungen als Mutter und Celebrity sowie einem Bilderbuch war 2012 also die perfekte Partyplanung an der Reihe. Schon im Vorwort wird von ihrer großen Leidenschaft für rauschende Feste gesprochen, und in der Widmung bedankt sie sich herzlich bei ihrer eigenen Mutter, der "Meisterin der Partyplaner". Von ihr habe sie alles gelernt, insbesondere aber, dass das Besondere stets im Detail versteckt ist.

Zunächst einmal erzählt Tori in ihrem Buch von den vielen Eindrücken, die sie schon in ihrer Kindheit sammeln konnte. Überdimensionale Feiern, Kaviar und Blumendekorationen so weit das Auge reicht und stets eine Portion Extravaganz waren im Hause Spelling gang und gäbe. Viele Fotos und genaueste Beschreibungen von Kuchen, Tischdekorationen und Geschenkverpackungen gestalten dieses Kapitel sehr ansehnlich - und ganz nebenbei bemerkt, kann man so auch wunderbar die Transformation Toris vom Teenager zur (leicht operierten) Ehefrau und Mutter nachvollziehen.

Anders als ihre Eltern kann Tori nach eigener Aussage heute nicht mehr viel mit Opulenz anfangen. "Ich mag das Gefühl, hart zu arbeiten, kreativ zu sein und vieles selbst zu erledigen", so die vierfache Mutter. Deshalb sind es auch vor allem die kompakten Übersichtsseiten mit kurzen Tipps und "Tori's Picks", die mir am hilfreichsten erschienen. "Lieblingsdrink: Kir Royal", eine Seite mit harmonischen Farbkombinationen oder "der beste Tipp, den ich immer befolge: Mach alles im Miniformat" sind einfach zu merken und nehmen dem Leser langes Grübeln ab. Die von ihr so geschätzten Details umfassen zum Beispiel liebevolle Tischkarten, Einladungen ganz im Stil des Events und einen ausgeklügelten Sitzplan, der angeregte Gespräche und Freude garantieren soll.

Grundsätzliche Hilfestellungen lauten wie folgt: "Machen Sie sich immer schon vorher Gedanken darüber, wie groß ihre Party werden soll, und schreiben Sie erst dann die Gästeliste" oder "Wenn Sie mit Kindern feiern, planen Sie alles eine Stunde eher für den Fall, dass die Kleinen müde werden. So verpassen ihre Eltern nicht den ganzen Spaß". Hier mal eine kleine Auflistung der Vorschläge, die Tori zu den Anfangszeiten der verschiedenen Events macht:

Brunch von 11 bis 13 Uhr;
Nachmittagspartys im Sommer ab 16 Uhr, im Winter ab 15 Uhr;
Cocktail- oder Dinner-Partys ohne Kinder ab 19 Uhr, mit Kindern ab 18 Uhr.

Klingt für mich total logisch und wird sicherlich auch den Gästen sehr entgegen kommen. Wer wie Tori Mama und mit viel Aufwand und Eifer in die Partyplanung involviert ist, findet in ihrem Buch auch zahlreiche Hinweise für ein kinderfreundliches Menü und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Von der Dekoration (natürlich Selbstgebasteltes) bis hin zu einem optimalen Zeitplan am Tag des Events sorgt "CelebraTORI" für alle Eventualitäten vor. Die wenigen, aber recht einfachen Rezepte umfassen einige alkoholische sowie antialkoholische Drinks (z.B. selbstgemachten Ingwer- oder Honigsirup zum Verfeinern von Limonaden) und Gerichte wie schwedische Hackbällchen, Lasagne oder Shepherd's Pie.

Zur großen Freude meiner Redaktionskolleginnen habe ich mich an "Tori's Red Velvet Cupcakes" versucht. Das Ergebnis fiel zwar meinem typischen "Ach, ich änder' das ein wenig ab und nehme noch Obst dazu"-Rausch anheim, konnte sich aber dennoch sehen und schmecken lassen. Statt roter Lebensmittelfarbe, die Toris Cupcakes einen knalligen Farbanstrich verpassen, habe ich tiefgekühlte Erdbeeren verwendet. Das restliche Rezept ähnelt regulären Muffinrezepten sehr und wird erst beim Frosting zu einer Herausforderung. Sahniger Schmelzkäse, Butter, Puderzucker und Vanillearoma werden zu einer gleichmäßigen Masse verrührt und sollten dann eigentlich (!) eine schön cremige Konsistenz aufweisen. Ging bei mir leider ein wenig daneben, das süße Zeug war viel zu flüssig, um die erhofften Spitzhäubchen zu kreieren.

Backen mit Humor: Statt vorbildlicher Super-Cupcakes gibt es bei mir Cupcake-Krater mit Vanille-Frosting. Schmecken tut es aber trotzdem super.
Backen mit Humor: Statt vorbildlicher Super-Cupcakes gibt es bei mir Cupcake-Krater mit Vanille-Frosting. Schmecken tut es aber trotzdem super.
© Gala.de

Und obwohl ich - wie sich später herausstellen sollte: berechtigt - an der geringen Menge von Backpulver (laut Rezept lediglich ein Teelöffel für die gesamte Masse) zweifelte und lieber ein ganzes Tütchen verwendete, gingen meine Cupcakes nicht auf, sondern behielten eine ebenmäßige Oberfläche mit kleiner Höhlung, in die ich wunderbar das zu flüssige Frosting einfüllen konnte. Na, wer sagt's denn!

Während ich also in meiner Küche die kleinen Cupcakes befüllte, testete ich die Musikvorschläge, die Fräulein Spelling für eine gelungene Party macht. Schon auf den ersten Blick wird klar: Hier ist Frauenpower angesagt."Single Ladies" von Beyoncé, "Like a Prayer" von Madonna, "Bette Davis Eyes" von Kim Carnes und "She Works Hard for the Money" von Donna Summer dröhnten durch meine Wohnung. So macht Kochen Spaß!

Schlussendlich muss ich also eingestehen: Ich habe Tori Spelling unterschätzt. Wer glaubt, die Frau lasse sich alles von Partyplanern und Caterern liefern, hat weit gefehlt. Sie ist mit Herzblut bei der Sache, hat viele wertvolle Tipps für eine gelungene Feier parat und bietet durch ihre vielen Anekdoten auch ein wunderbares Lesevergnügen. Jetzt muss ich eigentlich nur noch warten, dass Tori mich mal zu sich nach Hause einlädt - und sich selbst als "Partyqueen" beweist.



Mehr zum Thema