Kochen wie die Stars: Alles gut mit Gwyneth

In Gwyneth Paltrows Leben dreht sich nicht alles nur um Filme: Die Schauspielerin achtet auch sehr genau auf ihre Ernährung. In ihrem dritten Kochbuch "It's All Good" stellt sie ausschließlich gesunde Rezepte vor. Aber ob gesund auch wirklich lecker ist? Ich habe es probiert

Kochen wie die Stars - Gwyneth Paltrow

Hollywood-Schauspielerin Gwyneth Paltrow ist in Sachen Ernährung und Sport sehr diszipliniert. Dass sie nicht nur gerne und oft darüber redet, sondern auch darüber schreibt, zeigt sich in ihrem mittlerweile dritten Kochbuch "It's All Good". Anlass dazu war ihre Ernährungsumstellung, die sie wegen schlechter Blutwerte, Migräne und einer Panikattacke vollzog - eine Art lebenslanges Detox-Programm.

In Gwyneths Pfanne wandert nur "Bio", Kohlenhydrate kommen selten auf den Tisch und um Fleisch macht sie einen großen Bogen. Fleischrezepte gibt es aber trotzdem, denn auch Gwyneth hat schließlich dann und wann Gäste. Wobei rotes Fleisch meist nur Männer essen würden, so die Star-Köchin in der Einleitung. Diese Aussage erzeugte bei mir ein leichtes Augenrollen. Egal, ich wollte abtauchen in Gwyneths Welt, also beschäftigte ich mich tapfer weiter mit dem 303-seitigen Wälzer.

Auch auf Zucker verzichtet die Schauspielerin mittlerweile gänzlich. In Ihrer Küche wird nur noch mit Ahornsirup und anderen pflanzlichen Mittelchen gesüßt.

"Frischer Ingwer-Tee": Links meine kalte Ingwer-Zitronen-Limonade, rechts Gwyneths Vorlage aus dem Kochbuch.


Als erstes machte ich mich an ein Getränk. Es gibt viele Smoothie-Rezepte und Shakes, die auf den Fotos sehr lecker aussehen. Ich hingegen musste mich auf den Tee beschränken, da ich keinen Mixer besitze - noch nicht. Es wurde also der "Frische Ingwer-Tee". Ich habe die Option mit Eiswürfeln gewählt und nach der Abkühlung eine Sommer-Limonade daraus gemacht. Für Ingwer-Fans bestimmt sehr lecker, aber ich verbinde mit dem Geschmack leider immer die winterliche Grippe-Zeit, darum habe ich mehr Zitrone und Ahornsirup dazugegeben. Die Zubereitung, bis auf die Abkühlphase, ging schnell. Ein Rezept für solch ein einfaches Getränk wäre allerdings nicht nötig gewesen.

Als nächstes musste etwas Leckeres her und ich entschied mich für die Kalorienbombe schlechthin: Die "Schokotorte mit Darleens gesunder Buttercreme" - dass gesund auch gleich fettarm ist, hat schließlich nie jemand behauptet. Die Böden bestehen aus dem Brownie-Rezept aus ihrem Buch und die Creme hauptsächlich aus veganer Butter. Die Süße kommt wieder einmal vom Ahornsirup und viel Agaven-Nektar.

Das wohl kalorienreichste Rezept aus "It's All Good": Die "Schokoladentorte mit Darleens gesunder Buttercreme". Links zu sehen ist meine Variante

So gut wie die Torte aussieht, schmeckte sie - das fanden auch die Kollegen. Für Geburtstage eine super Idee. Für zwischendurch aber viel zu reichhaltig und zeitaufwändig - ich stand über zwei Stunden in der Küche. Das Rezept zur göttlichen Vegan-Torte gibt es hier .

Etwas salziges musste nach dem ganzen Süßkram dann auch probiert werden, also machte ich mich an die "Hirse-Falafel" ran. Falafel wollte ich schon immer einmal machen, schließlich ernährte ich mich in meiner damals vegetarischen Teenagerzeit regelmäßig davon. Im Gegensatz zu der mir bekannten Falafel, wird bei Gwyneth nicht frittiert. Ihre Version wird kurz etwas angebraten und wandert anschließend in den Backofen. Nach über zwei Stunden Kocherei und Backerei hatte ich wirklich Hunger, biss hinein und war unendlich enttäuscht: trocken. Mit Unmengen an Kräuterquark bekam ich die Hirse-Kichererbsen-Mischung herunter. Das war leider nichts und ich bekam schlechte Laune.

Links meine Kreation von Gwyneths "Hirse-Falafel", rechts daneben das Original.

Ich lasse mich aber nicht entmutigen. In "It's All Good" gibt es noch sehr viele Rezepte, die ich gerne nachkochen möchte, schon die schönen Bilder animieren dazu. Damit ich aber so richtig durchstarten kann, bräuchte ich viel mehr Zeit (oder den in Hollywood üblichen Privatkoch) und einen Grill. Viele von Gwyneths Rezepten werden nämlich, ganz typisch amerikanisch, gegrillt. Schade ist auch, dass das Buch noch nicht auf deutsch erhältlich ist. Auch die Umrechnung von amerikanischen Cups in deutsche Maßeinheiten war etwas nervig- zu empfehlen wäre der Erwerb eines amerikanischen Messbechers.

Am Ende des Buches gibt es eine Aufstellung von fünf verschiedenen Wochenprogrammen - von "Detox Week" bis hin zu "A Body Builder Week". In meinem nächsten Urlaub möchte ich dann eines der Programme durchziehen und wer weiß ... vielleicht wird dann alles gut.

Gwyneth Paltrow, Julia Turshen: "It's All Good", Sphere, 2013

inu

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