Mehrfachbelastung: Achtung, Kreuzallergie! Erdbeeren und Tomaten sind Allergieauslöser

Süße Erdbeeren und saftige Tomaten schmecken zwar super, können bei Pollen-Allergikern jedoch zu allergischen Reaktionen führen. Dahinter kann eine Kreuzallergie stecken. Hier erfahren Sie, was Mediziner unter einer Kreuzallergie verstehen und wie Sie sich in diesem Fall richtig verhalten

Erdbeeren und Tomaten können eine allergische Reaktion bei Menschen auslösen, die an einer Pollenallergie leiden. Mediziner sprechen von einer Kreuzallergie

In den Sommermonaten greift man gerne zu knallroten Erdbeeren und sonnengereiften Tomaten. Sie können herzhaft oder süß zubereitet werden und versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen.

Doch nicht jeder verträgt die roten Früchte und Gemüse des Sommers: Bei einigen Menschengruppen gelten Erdbeeren und Tomaten als Allergieauslöser und sollten darum lieber gemieden werden. Der Grund: diese Menschen leiden vermutlich an einer Kreuzallergie.

Hilfe, Kreuzallergie! Wer sollte auf Erdbeeren & Tomaten verzichten?

Die Nase läuft, die Augen tränen, man fühlt sich müde und schlapp – all das sind Symptome, über die Betroffene von Heuschnupfen klagen. Und eben diese Pollen-Allergiker sind es, die Erdbeeren und Tomaten als mögliche Allergieauslöser kennen sollten.

Allergieauslöser

Allergene - welche Arten gibt es?

Nahrungsmittel wie Milch und Eier sind mögliche Allergene

Vor allem Birkenpollen-Allergiker machen oft einen großen Bogen um die roten Lebensmittel, denn sie enthalten bestimmte Eiweiße, die den Allergenen der Birkenpollen stark ähneln – und dies kann zu allergischen Reaktionen, einer sogenannten Kreuzallergie, führen. 

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Forscher untersuchen Allergengehalt

Wissenschaftler der Technischen Universität München nahmen verschiedene Obst- und Gemüsesorten genauer unter die Lupe. Sie untersuchten deren Allergiepotential sowie die Rolle des Anbaus und der Zubereitungsmethode.

Das Ergebnis: Von den rund 20 untersuchten Erdbeeren entdeckten die Forscher den höchsten Allergengehalt in den Sorten Florika und Würzburg. Bei den insgesamt 23 getesteten Tomaten waren die Sorten Farbini und Bambello die Spitzenreiter.

Doch Allergiker müssen nicht ganz auf den Genuss verzichten: Sobald Erdbeeren oder Tomaten erhitzt wurden, zersetzten sich die allergieauslösenden Eiweiße und das Allergiepotential sank. Getrocknete Tomaten oder Erdbeeren sowie Marmeladen sind daher auch für Allergiker besser verträglich. Ob konventionell angebaut oder Bio-Produkt spielte bei dem Allergiepotential jedoch keine Rolle, so die Erkenntnis der Wissenschaftler (zur Studie).

Was ist überhaupt eine Kreuzallergie?

Mediziner sprechen von einer Kreuzallergie, wenn sich die für eine Allergie verantwortlichen Immunglobulin E-Antikörper nicht nur gegen eine bestimmte Art von Allergenen richten, sondern auch andere, ähnliche Allergieauslöser aus anderen Allergenquellen erkennen und bei Kontakt mit diesen allergische Reaktionen bewirken.

Allergische Reaktion

Was passiert bei einer Allergie?

Eine allergische Reaktion kann sich durch gerötete und tränende Augen zeigen

Symptome einer Kreuzallergie

Am häufigsten macht sich eine Kreuzallergie durch Unverträglichkeitserscheinungen bemerkbar (Magen-Darm-Beschwerden).  Weitere Symptome können sein:

  • Juckreiz
  • Niesreiz
  • Schnupfen
  • Husten
  • Bindehautentzündung
  • Asthma
  • Rötungen und Quaddeln auf der Haut, Nesselsucht

Welche Formen von Kreuzallergien gibt es, welche kommen am häufigsten vor?

Sogenannte pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien kommen im Alltag besonders oft vor. Bei diesen Kreuzallergien zeigt das Immunsystem einerseits auf Pollen (zum Beispiel Birkenpollen, Erlenpollen, Haselpollen) und andererseits auch auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten (beispielsweise Kern- und Steinobst, Kiwis, Sellerie, Karotten, rohe Kartoffeln) Reaktionen. Kreuzallergien sind aber nicht nur auf Allergieauslöser pflanzlichen Ursprungs beschränkt. Die nachfolgende Tabelle zeigt mögliche Kreuzallergien im Überblick:

Allergisch gegenKreuzallergie
Baumpollen

Apfel 

Erdbeere

Haselnuss

Karotte

Kartoffel

Kirsche

Kiwi 

Nektarine

Pfirsich

Aprikose

Pflaume

Sellerie

Soja 

Feige

Beifußpollen

Erdbeere

Gewürze

Karotte 

Mango

Sellerie

Sonnenblumenkerne

Naturlatex

Ananas

Avocado

Banane

Kartoffel

Kiwi

Tomate

Esskastanie

Pfirsich

Mango

Papaya

Acerola-Kirsche

Sellerie

HausstaubmilbenSchalen- und Weichtiere
Vogelfedern

Ei Geflügel

Innereien

Gräser- und Getreidepollen

Mehl

Kleide 

Tomaten

Ambrosia

Melone

Zucchini

Gurke 

Banane

5 Tipps für Kreuz-Allergiker

  • Erdbeeren und Tomaten können bei Pollen-Allergikern außerhalb der allergiereichen Saison verträglicher sein
  • Stresssituationen im Alltag können die Allergie beeinflussen
  • Alkoholgenuss während der Pollen-Saison kann die allergischen Symptome verstärken
  • Einige Obst- und Gemüsesorten werden durch Erhitzen verträglicher, da die allergieauslösenden Eiweiße zerstört werden
  • Je naturbelassener ein Lebensmittel, desto eher kann es zu einer allergischen Reaktion kommen

Vitamin-ABC

Alle wichtigen Vitamine und ihre Wirkung

Vitamin B6 (Pyridoxin)  Eins für alles: Vitamin B6 ist ein Sammelbegriff für viele verschiedene Stoffe, die zentrale Abläufe im Stoffwechsel regeln. Besonders bei der Umwandlung und Verarbeitung von Eiweißstoffen und dem Fettstoffwechsel ist das wasserlösliche Vitamin B6 unterstützend tätig. Lebensmittel, die besonders viel Vitamin B6 enthalten, sind unter anderem Hühner-, Rinder- und Schweinefleisch, Vollkornprodukte, Hülstenfrüchte (grüne Bohnen, Linsen, Erbsen), Kohlgemüse (Brokkolo, Rosenkohl, Spinat, Feldsalat, Tomaten), Avocados und Bananen sowie Walnüsse und Erdnüsse.
Vitamin B1 (Thiamin)  Nervenstärke durch Vollkornprodukte - so einfach kann das gehen. Das in der Fachsprache Thiamin genannte Vitamin B1 ist wasserlöslich und wird vom Körper benötigt, um Nährstoffe - insbesondere Kohlenhydrate - zu verstoffwechseln. Zudem unterstützt es Nervenfunktionen. Besonders Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind reich an Vitamin B1. Wer regelmäßig Haferflocken, Linsen, Erbsen, Spargel, Walnüsse oder Spinat zu sich nimmt, kann seinen Nährstoffgehalt konstant hoch halten.
Folsäure  Folsäure ist nicht nur für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch der Geheimtipp schlechthin. Das wasserlösliche Vitamin der B-Gruppe (vereinzelt wird es Vitmain B9 oder B11 genannt) ist im Körper an Wachstumsprozessen, der Zellteilung und Blutbildung beteiligt, kann aber nicht selbst hergestellt werden. Grünes Blattgemüse, Tomaten, Spargel, Kohl, Sojabohnen, Erbsen, Weizenkleie, Eigelb und Leber sind reich an Folsäure.
Vitamin B7 (Biotin)  Biotin, auch Vitamin B7 oder selber Vitamin H genannt, wird von Haut, Haaren und Nägeln dankend angenommen. Es ist wasserlöslich und beteiligt sich am Fett- und Eiweißstoffwechsel. Leber, Eigelb und Hefe gelten als größte Lieferanten von Vitamin B7, doch auch zahlreiche pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Haferflocken, Sojabohnen und ungeschälter Reis versorgen uns damit.

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Verwendete Quellen: allergiecheck.de

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