Wolfgang Bosbach: Auch diese Talkshows eskalierten

Wolfgang Bosbachs Abgang bei Sandra Maischberger reiht sich in eine lange Liste der Skandale und Eklats in deutschen Polittalks.

Sandra Maischberger konnte Wolfgang Bosbach nicht daran hindern, das Studio zu verlassen

Sandra Maischberger konnte Wolfgang Bosbach nicht daran hindern, das Studio zu verlassen

Der Job eines Talkshow-Moderators ist nicht einfach. Die Gäste-Dompteure müssen Egos in Schach halten, kontroverse Meinungen jonglieren und dabei die Stimmung nicht vollends kippen lassen. (50) ist das am Mittwochabend misslungen: CDU-Politiker (65) wurde es in der Diskussion zu dem Thema "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" zu bunt und er verließ das Studio. Auf Facebook räumte Maischberger Fehler ein: "Das ist immer eine Niederlage in einer Sendung, deren Aufgabe es ist, Menschen ins Gespräch zu bringen." Eventuell wird es die Moderatorin trösten, dass sie sich in bester Gesellschaft befindet. Eklats, Studiofluchten und faustdicke Skandale gab es in Polit-Talks schon jede Menge.

Bernd Lucke geht

So hat es AfD-Sprecher Bernd Lucke 2014 in der N24-Sendung "Studio Friedman" gerade einmal zehn Minuten ausgehalten. Friedman konfrontierte den AfD-Sprecher mit einer kontroversen Aussage, die seiner Parteikollegin zum Thema Multikulti zugeordnet wurde. Als der Moderator auch nach mehrmaligem Ausweichen nicht von dem Thema abließ, türmte Lucke. Friedmann und der zweite Studiogast Manuel Sarrazin brachten die restliche Sendezeit zu zweit über die Bühne.

fliegt

In der Show von (52, "Kerners Kochbuch") im ZDF sollte die Ex-TV-Moderatorin und Autorin Eva Herman (58) Gelegenheit bekommen, ihre kontroversen Aussagen über die Förderung von Familienwerten und Mutterschaft im Dritten Reich zu erklären. Doch wie zu erwarten war, hatte sie weder vor, ihre Aussagen zu revidieren, noch, sich dafür zu entschuldigen. Kerner entschied sich daraufhin, Herman aus dem Studio zu bitten.

Studiogast stürmt die Bühne

In (61) Talk im Ersten versuchte ein junger Mann die Bühne zu stürmen, während Berlins Ex-Bürgermeister (63) das Wort hatte. Hintergrund war der Bau der Schauspielschule in der Hauptstadt. Drei Sicherheitsleute rangen den Studenten nieder und zerrten ihn aus dem Studio, was Jauch dazu veranlasste, sein eigenes Team zurechtzuweisen: In seiner Sendung werde niemand "wie in der Ukraine" gewaltsam aus dem Studio entfernt. Der Publikumsgast durfte ins Studio zurückkehren.

Varoufakis' Stinkefinger

Nicht immer gingen Jauchs Eklats so glimpflich über die Bühne. Als Griechenlands Finanzminister (56) zugeschaltet war, konfrontierte der Moderator ihn mit einem Clip, in dem Varoufakis sagte, sein Land hätte Deutschland längst den Stinkefinger zeigen sollen - was er dann schließlich selbst tat. Der behauptete daraufhin, das Video sei gefälscht. Daraufhin schaltete sich (36, "Alles, alles über Deutschland") ein und outete sich in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" als Fälscher des Videos. Varoufakis' Lager triumphierte. Doch wer Böhmermann kennt, hätte wissen sollen: Das "Varoufake"-Geständnis war natürlich reine Satire.

Der "wunderbare Neger"

Wer sollte mir daraus einen Strick drehen, könnte Joachim Hermann (60) sich gedacht haben. Schließlich wollte er ein Beispiel für gelungene Integration nennen und Roberto Blanco (80) doch eigentlich nur ein Kompliment machen. Dass er den als "wunderbaren Neger" bezeichnete, sorgte im Studio für nervöses Kichern, selbst der souveräne Frank Plasberg (60) brachte erstmal nur ein "Holla!" als Reaktion hervor. Der mediale Shitstorm ließ natürlich auch nicht lange auf sich warten.

Verschleierte Frauenbeauftragte eckt an

Gut gemeint hatte es auch Anne Will (51), als sie zum Thema der islamistischen Radikalisierung junger Menschen die Frauenbeauftragte des Muslimischen Zentralrats der Schweiz, Nora Illi (33) einlud. Die vollverschleierte Frau vertrat sehr konversative Ansichten ihrer Religion und zeichnete zugleich ein äußerst positives Bild von der Rolle der Frau im Islam. Das konnten die anderen Studiogäste - darunter auch Wolfgang Bosbach - ebenso wenig teilen wie die Zuschauer, von denen es heftige Kritik hagelte.

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