Werner Daehn: Von Worms nach Hollywood

Er drehte schon an der Seite von Vin Diesel, Tom Cruise und Jean Reno - am Sonntag ist er dann als Bösewicht im Erfurter "Tatort" zu sehen. Gala.de sprach mit Werner Daehn über den "Tatort: Härtetest", Hollywood, und Hauptrollen

Am Sonntag (21.Dezember 2014) wird in der ARD der neue "Tatort" aus Erfurt ausgestrahlt. Schauspieler Werner Daehn übernimmt wieder einmal die Rolle des Bösewichts, und spielt einen inhaftierten Rotlichtkönig. Gala.de sprach mit dem gebürtigen Wormser über die Dreharbeiten, seinen Sprung nach Hollywood, und seine Zukunftspläne.

Der "Tatort" ist die Königsdisziplin des deutschen Fernsehens, haben Sie es genossen mal wieder für eine deutsche Produktion vor der Kamera zu stehen?

"'Tatort' ist für mich eine Marke, in Europa kennt man den 'Tatort'. Bei den Dreharbeiten hat man gemerkt, dass es was besonderes ist. Jeder hat sich bemüht, sein Bestes zu geben, ob es nun der Beleuchter war oder der Kameramann. Ich hatte tolle Kollegen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht."

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Sie leben teils in Berlin, teils in Los Angeles. Finden Sie da Zeit, um Ihre Heimatstadt Worms zu besuchen?

"Eher selten. Meine Familie lebt jetzt auch nicht mehr wirklich dort, das hat sich über ganz Deutschland verteilt. Dieses Jahr habe ich viel in Deutschland gedreht, da war ich nur unterwegs, zwischen hier und drüben, aber es ist für mich eine Bereicherung, dass ich das überhaupt darf, in Amerika und in Deutschland zu drehen und zu leben."

Von Worms nach Hollywood, das ist ein ganz schöner Sprung...

"Das hört sich jetzt nach einem Riesenschritt an, aber es gab natürlich Etappen. Das war kein Tigersprung, das waren mehrere kleine und große Sprünge. Von der Schauspielschule in Berlin, ins Theater, von dort dann zum Fernsehen, und dann kam der vielleicht wichtigste Schritt: die Besetzung für 'Triple xXx'. Da hab ich schon auch ein bisschen Glück gehabt!"

Was war der bisher aufregendste Moment Ihrer Karriere?

"Da gab es etliche aufregende Momente, etliche Highlights. Einer der aufregendsten Momente war auf jeden Fall der Moment, an dem ich den Anruf aus England bekam. Es ging um die Besetzung für 'Triple xXx' und als die Casterin zu mir sagte, dass ich besetzt sei obwohl ich nicht mal ein Casting gemacht habe, musste ich nachfragen worum es geht. 'Du spielst an der Seite von Vin Diesel, Samuel Jackson, Skateboard-Legende Tony Hawk und Eve, du bist einer der Hauptdarsteller.' Das fand ich doch ziemlich schräg."

Sie haben neben den eben genannten Hollywood-Größen auch schon an der Seite von Tom Cruise gespielt, verkehren Sie auch privat in "Hollywood-Kreisen"?

"Teils, teils ... Das ist aber nicht anders, als in Deutschland. Ich kann beides machen, abends trifft man sich natürlich mal zum Essen oder auf einem Event, man kennt sich vom Dreh und man möchte natürlich die Kontakte aufrecht erhalten, gerade in Los Angeles. Aber ich würde nicht sagen, dass ich das typische Jetset-Leben lebe, ich gehe auch mal einfach nur ins Fitness-Studio und bleibe unerkannt..."

A propos Sport, gibt es für Sie einen Ausgleich zur Schauspielerei?

"Mein Ausgleich ist auf jeden Fall der Sport. Ich wechsele die Sportarten gerne, von Laufen über Schwimmen habe ich schon vieles probiert. Früher habe ich auch viel Kampfsport gemacht, Boxen zum Beispiel. Das Boxen habe ich jetzt wieder aufgenommen, jedoch für einen Film, der im Mai gedreht werden soll, da spiele ich einen Boxer. Sport ist für mich vor allem auch ein geistlicher Ausgleich, wenn ich auf dem Fahrrad sitze und eine drei-stündige Radtour mache, dann bekomme ich meinen Kopf frei."

Sie sind direkt nach der Schule nach Berlin gegangen, um dort eine Ausbildung an der Schauspielschule zu absolvieren - gab es bei Ihnen je Momente, in denen Sie das bereut haben, oder überlegt haben, einen anderen Karriereweg einzuschlagen?

"Ich habe nie daran gezweifelt. Wenn man Zweifel hegt, dann ist das nicht siegführend. Ich habe nie einen anderen Job gehabt, nicht vor meinem ersten Engagement, und nicht in den zwanzig Jahren danach. Ich habe auch als junger Mann nicht mal gekellnert, um mein Taschengeld aufzubessern. Es gab für mich immer nur die Schauspielerei."

Meist sieht man Sie in der Rolle des Bösewichts: Suchen Sie sich die Rollen aus, oder würden Sie gerne auch mal nettere Rollen spielen?

"Im Laufe der Jahre hat sich das so ergeben. Wenn man einen Job gut macht, dann bekommt man mehr Angebote - das ist in jedem Job so. Ein einschneidendes Erlebnis für mich war natürlich 'Triple xXx'. Das war mein internationaler Start. Ich kann mir aber auch eine richtig schräge Comedy gut vorstellen. Nur im 'Tatort' bin ich ganz gerne der Bösewicht, die Rollen sind spannender."

Was steht für Sie im neuen Jahr auf dem Plan?

"Es gibt ein paar Sachen, auf die ich mich freue. Ich weiß genau, ich werde wieder viel reisen, ich bin gerne unterwegs, ich sehe gerne andere Städte, egal ob es das Allgäu ist, wo ich im Januar und Februar drehen werde, oder Atlanta, wo ich danach wahrscheinlich drehe. Ich liebe neue Begegnungen, und neue Erfahrungen."

Wie werden Sie das Weihnachtsfest verbringen?

"In meiner Familie gibt es ein großes Weihnachtsfest in Baden Baden. Wir machen das alles ganz traditionell in Deutschland."

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21

Im Jahr 2015 ist Werner Daehn außerdem in der ZDF-Krimiserie "Letzte Spur Berlin" als Kommissar zu sehen, außerdem spielt er im Hamburger "Tatort" mit und dreht zusammen mit Stefan Ruzowitzky das Boxerdrama "Gentlemen's Agreement".

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